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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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bar, nöthigt jedoch die auf der Rhede ankernden Schiffe während des SW-Mon- 
suns häufig die geschützten Ankerstellen zwischen den Inseln Tigtauan und 
Vilalvilan, ostwärts von Zamboanga, aufzusuchen, Des schlechten Ankergrundes 
wegen ankert man am Besten, gegen die Gezeiten nach WNW und OSO ver- 
teit, so nahe wie möglich am Lande, quer ab von der Mole oder zwischen 
dem Fort und dieser, auf deren Ende ein Hafenfeuer auf einem Holzgerüst 
10—11 Met. über Wasser sich befindet. Die Winde waren der Jahreszeit ent- 
sprechend, flau von NE bis NW, von Stillen und während der Nacht von Ge- 
witterböen mit heftigem Regen unterbrochen. Proviant ist hinreichend und 
gut zu haben, besonders wenn man, da hier, wie im Hafen von Isabela, zum 
Schlachten von Hornvieh die Erlaubniss des Gouvernements eingeholt werden 
muss, die Bestellung frühzeitig macht. Wasser ist in jeder Menge und ohne 
besondere Schwierigkeit aus dem von den Bergen durch die Stadt geleiteten 
Flüsschen zu haben; doch muss es, da es am Tage zum Waschen und Baden 
benutzt wird, des Nachts zwischen 10 Uhr Abends, besser Mitternacht und 
5 Uhr Morgens geholt werden. Da es besonders nach Regengüssen viele 
pflanzliche und erdige Beimengungen enthält, ist ein Filtern des Wassers vor 
dem. Gebrauch sowohl in gesundheitlicher Beziehung, wie auch in Rücksicht 
auf die Reinhaltung der Wasserkasten zu empfehlen. Die Gezeitenströmung lief 
während unseres Aufenthaltes parallel der Küste, und zwar die Fluth nach 
WNW, die Ebbe nach O0SO, erstere mit 0.s bis O.s, letztere mit 0.s bis 1.6 Kno- 
ten Geschwindigkeit. Die Dauer jeder Gezeit war, wie die weiteren bezüg- 
DE Erscheinungen, unregelmässig; die durchschnittliche Fluthhöhe betrug 
1.4 Met. 
In den ebenso zahlreichen wie tiefen und vielfach engen Wasserstrasson 
der Philippinen sind die Gezeiten-Erscheinungen, wie in Zamboanga, so wenig 
beständig und als die Wirkung so mannigfaltiger und gleichzeitig veränderlicher 
Ursachen aufzufassen, dass es jahrelanger, sehr sorgfältig angestellter und ge- 
sammelter Beobachtungen ungeachtet nicht möglich gewesen ist, aus ihnen ein 
allgemeines, dieselben bestimmendes Gesetz abzuleiten. Diese Beobachtungen 
werden durch die sogenannte hydrographische Commission der Philippinen ge- 
macht und bezüglich Zamboangas konnte nur festgestellt werden, dass sich die 
Dauer der Gezeiten nach den Phasen des Mondes zu richten scheint. Zur Zeit 
des Neu- und Vollmondes sind die Gezeiten bei Zamboanga zwölfstündlich; zur 
Zeit der Quadraturen sechsstündlich und schwanken dem entsprechend die da- 
zwischen liegenden. Als allgemeines Ergebniss dieser die Gewässer der Philip- 
pinen betreffenden Beobachtungen wurde mir Seitens des früheren Chefs der 
genannten Commission nur das als feststehend angegeben, dass zwischen den 
Philippinen die nach Süden setzenden Gezeitenströmungen von längerer Dauer 
als die nach Norden setzenden, die nach Westen setzenden von grösserer Stärke 
als die in entgegengesetzter Richtung laufenden sind. Die unsererseits gemach- 
ten, die Inseln der Philippinen betreffenden und im Nachstehenden angegebenen 
Beobachtungen deuten darauf hin, dass übereinstimmend mit dem, was über die 
Sulu-See gesagt wurde, die aus dem Stillen Ocean kommende Fluthwelle im 
Allgemeinen in westlicher Richtung in die ihr sich öffnenden Hauptstrassen 
(südlich von Mindanao durch die Basilanstrasse, nördlich davon durch die Su- 
rigao- und noch weiter nördlich durch die St. Bernardinostrasse) zwischen die 
Philippinen-Inseln eintritt. Die durch die.beiden erstgenannten Strassen eintre- 
tenden Wellen werden sich anfangs vereinigend, demnächst auf die Palawan- 
Gruppe treffend, sich wieder spalten und den Abfluss südlich und nördlich 
suchen. Der südlich umbiegende Zweig der grossen Fluthwelle ist vermuthlich 
auch der Grund zu dem, in dem freien nordwestlichen Theil der Sulu-See vor- 
herrschend nach Süden gerichteten Strome, während der andere nach Norden 
umbiegende Theil die Erklärung für die zwischen den Inseln bis zur Breite der 
St. Bernardinostrasse, nach jener Richtung hin setzende Fluthströmung geben 
mag. Die der Hauptrichtung der eintretenden Fluthwelle im Wege liegenden 
Inseln und besonders die unmittelbar vor der Mündung letzterer Strasse liegende 
grössere Insel Masbate ist geeignet, eine Störung in der allgemeinen Richtung und 
wohl auch ein Gegeneinandertreffen der Gezeitenströmungen hervorzurufen. 
Als eine solche Störung muss die an der Nordküste der Insel Panay nach 
Süden setzend, gefundene Fluthströmung nothwendig aufgefasst werden, welche 
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