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keit setzende Strömung. An der Südküste der Insel Tubigan wurde die Gezeiten-
strömung vor Anker beobachtet und setzte darnach die Fluth während 5'/2 Stun-
den nach NW mit 2.0 Knoten, die Ebbe 6!/a Stunden nach SO mit 1.5 Knoten
Geschwindigkeit.
Die ganze Pangutarang-Gruppe, einschliesslich Ubian (Obian), ist mit Aus-
nahme einiger bei letzterer Insel liegender Felsen niedrig und dicht bewaldet. Die
in der englischen Karte 10 Seem. in NW von der Insel Tubigan verzeichnete
Insel wurde, trotz guten Ausgucks und des klaren Wetters nicht gesehen, ob-
wohl S. M. S. „Hertha“ in nächster Nähe vorbeigekommen ist. Die Insel Tu-
bigan wurde auf Trinkwasser näher untersucht, doch fand sich kein solches
und vor Allem nicht das in einigen Beschreibungen der Inseln des Archipels
(s. „Nachr. f. Seef.“ 1872 cf. No. 529 pag. 446ff. nach einem Aufsatze von
Prof. Koner in d. Zeitschr. f. Erdkunde 1867) auf ihr angegebene Flüsschen.
Die sich auf die ganze Küste und genügend landeinwärts erstreckende Unter-
suchung dieser niedrigen Koralleninsel, deren Umgebung abgelothet wurde, er-
gab, dass das erwähnte Flüsschen und Trinkwasser in Wirklichkeit nicht vor-
handen ist. . Die Officiere der „Hertha“ fanden dagegen überall bei den von
den Eingeborenen bei Annäherung der Boote verlassenen Hütten, kleine, in die
Erde gebaute Löcher, welche als Cisternen dienend, ihren geringen Vorrath an
Trink- (Regen-) Wasser enthielten. Da die ganze malayische Bevölkerung in
das Dickicht geflohen war, konnte kein Verkehr mit ihnen stattfinden. Die in
der oben erwähnten Beschreibung der Sulu-Inseln von Prof. Koner gemachte
Angabe, dass auf den übrigen Inseln dieser Pangutarang- Gruppe kein Trink-
wasser vorhanden sei, verdient um so mehr Zutrauen, als auch das Aussehen
derselben als niedrige, mit hohem Gebüsch bedeckte Korallen-Inseln der-
selben vollständig entsprach. Die angestellten Lothungen ergaben bis dicht
heran 8 Met, Wasser, ferner, dass die in der englischen Admiralitätskarte
No. 2576 (Tit. X. No. 123) bis nordöstlich von Tubigan eingetragene Tief-
wassergrenze sich nördlich und westlich von Tubigan weiter fortsetzt. Diese
Grenze, auf welcher der Meeresboden aus einer Tiefe von über 200 Met. plötz-
lich bis zu 10 Met. unter die Oberfläche ansteigt, wurde dem Auge von Wei-
tem durch die auf ihr befindliche Stromkabbelung und starke Schaumbildung
leicht kenntlich, obgleich in diesen Gewässern ähnliche Erscheinungen häufig
keine Aenderung der Wassertiefen, sondern nur allein Stromgrenzen anzeigen.
Oestlich von der Insel Kulassein sind die Wassertiefen geringer, als die in den
englischen Karten für den gleichen Meridian weiter südlich angegebenen,
Die Ansegelung der weit sichtbaren Insel Sulu ist ohne Schwierigkeit.
Eine auf der Insel gemachte genaue astronomische Ortsbestimmung wich nur
um ein ganz Unbedeutendes von der durch Peilungen der Inseln Panto-
cunan und Palliagan gefundenen geographischen Lage des Schifisortes ab, so
dass die in der Karte angegebene Lage jener beiden Inseln als zuverlässig an-
genommen werden kann. Der bis dahin von der Insel Tubigan an gesteuerte
Kurs hätte aber das Schiff, nach der in der Karte angegebenen Lage der In-
sel Teomabal, dicht an derselben vorbeiführen müssen, während sie quer ab un-
gefähr 4 Seem. entfernt blieb. Danach erscheint die letztgenannte Insel
um ungefähr 3.5 Seem. in der Karte. zu weit westwärts eingetragen. Ebenso
scheint in der Karte No. 2576 (Tit. X No. 123) die Lage einiger kleinerer
Inseln in unmittelbarer Nähe der Insel Sulu ungenau zu sein, z. B. der Insel
Tulian, wie es sich beim Umsteuern der Insel Pangasina, wobei die erstere
als Richtungsmarke für das Durchsteuern zwischen dem Riff Tong-Tong von
Pangasina und der westlich davon gelegenen 6 Meterstelle dienen sollte, heraus-
stellte. In der auf demselben Blatte enthaltenen Specialkarte der Sulu-Rhede
ist dagegen die Lage der Insel Tulian anscheinend richtig. .
An der Nordküste der Insel Sulu wurde, einige Seemeilen östlich von der
Diangappic-Spitze, vor Anker die Fluth nach WSW mit 1 Knoten Geschwindig-
keit, die Ebbe nach Osten mit 1—1.s Knoten Geschwindigkeit setzend gefunden.
Während der Zeit des Kenterns setzte die Gezeitenströmung nach Süden.
Auf dem Wege von Sulu nach der Basilan-Gruppe ist das Ansteuern der
hohen Inseln Duo Bolad, zur Positionscorrection gegen dio starke Gezeiten-
strömung, zu empfehlen, wie ferner die kleinen, fast sämmtlich niedrigen und
und bewaldeten Inseln an der Westseite der Insel Basilan nicht näher wie auf