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zu können, ist es rathsam, die Durchsegelung der engen Strassen mit der
Sonne im Rücken, d. h. nach Osten in den Nachmittagsstunden, nach Westen
in den Vormittagsstunden vorzunehmen. Die in den genannten Karten verzeich-
neten Stromkabbelungen in der Sulu-See nahe der Bänke und Inseln fanden
wir nicht von Bedeutung; sie können auch mit geringer Fahrt durchsegelt
werden.
In dem Theile der Sulu-See, zwischen der Baldbac-Strasse bis zur Insel-
gruppe Cagayan-Sulu trafen wir leichte Brise von Nordost bis Ostsüdost und einen
nach SOzO mit 0.5 Knoten stündlicher Geschwindigkeit setzenden Strom. Der
höchste Berg der Insel Cagayan-Sulu und derjenige der Insel Banguey geben gute
Peilungspunkte für die Ortsbestimmung. Südlich von der ersteren Insel drehte
der leichte Wind über Norden nach Westen und in der Nähe der Nordost-Küste
Borneos wurde eine nach NW, mit 0.s—0.8s Knoten Geschwindigkeit setzende
Strömung gefunden,
Bei der Ansegelung von Sandikan ist dringend anzurathen, stets die
15 Seem. in NO vom Hafen liegende Insel Taganac und zwar nahe heran an-
zusteuern, um die Hafen-Einfahrt sicher erkennen und ansteuern zu können.
Es ist dies um so mehr nothwendig, als die englischen Admiralitätskarten
keinerlei Topographie oder Vertonung der Nordost-Küste Borneo’s enthalten und
ebenso wenig die Grenzen der sich weit von derselben hinausziehenden Bänke
in NW der Hafen - Einfahrt bis 7 Seem. von der Küste — genau und voll-
ständig angegeben. An dieser Stelle ist gleich anzuführen, dass die erwähnten
Seekarten von der Sulu-See und der Ostküste Borneos wegen dieser mangeln-
den Genauigkeit und Vollständigkeit durchaus nicht mehr die gleiche Zuver-
Jässigkeit beanspruchen und besitzen, wie dies vorstehend bezüglich der die
Theile westlich der Baläbac-Strasse umfassenden Karten hervorgehoben zu
werden verdiente; doch ist dieser Mangel andererseits dem aufmerksamen See-
fahrer durch die Art der Zeichnung und die gelegentlichen Notizen auch ersicht-
lich gemacht. Die Einfahrt von Sandäkan ist leicht erkenntlich an der an ihrer
Westseite liegenden Insel Bahalatolis, welche, an ihrer ca. 300 Met. hohen SO-
Seite steil und nach NW hin allmälig abfallend, aus jener Entfernung einem
langgestreckten rechtwinkligen Dreieck ähnelt. Die auf einem nördlich von der
Insel sich erstreckenden Riffe [s. britische Admiralitäts-Karte No. 950 (Tit. X,
No. 124) aufgenommen im Jahre 1774 von Dalrymple] befindlichen Klippen
sind, wie die Insel und die ganze Küste dicht bewachsen und lassen sich auch
aus diesem Grunde erst in allernächster Nähe oder wenn man, südöstlich von
ihnen, zwischen der Insel und denselben hindurch sehen kann, erkennen.
Südöstlich von der Einfahrt, der Insel Bahalatolis gegenüber, zieht sich eine
Üache Sandbank mit 4 Met. Wasser weit nach See hinaus, ohne dass sie sich,
da der Meeresboden zu dunkel, merklich durch Entfärbung des Wassers
kennzeichnete. Die SO-Ecke von Bahalatolis in SSW gehalten, führt frei von
beiden Untiefen, und wenn die genannte Insel passirt ist, kann man direct
nach einem Ankerplatz quer ab von der Insel Buy oder Bug steuern. S. M.S-
„Hertha“ fand bei den Lothungen quer ab von Tong Papat 7—9 Met. Wasser
mehr, wie in der vorerwähnten Karte angegeben, und ankerte in dem Mitte-
Fahrwasser auf 19 Met. Tiefe Schlammgrund, die NO-Spitze der Insel Buy in
SSO, ungefähr 10 Seem. von der europäischen Ansiedelung entfernt.
Während der Zeit unseres Aufenthaltes in der Bucht von Sandäkan, fan-
den wir die Seebrise zwischen 11 und 12 Uhr Vormittags einsetzend und bis
9 Uhr und 10 Uhr Abends aus nordöstlicher Richtung und mit Stärke 1—5
andauernd, worauf der Wind über West oder Ost herumging und die ganze
jeichte Landbrise aus meist südwestlicher oder westlicher Richtung wehte.
Starke Gewitter verursachten jedoch gelegentliche Unterbrechungen. Die Fluth
lief nach südwestlicher und westlicher Richtung 6 Stunden lang mit O0.3—1.7
Knoten Geschwindigkeit (die letztere 3 Stunden nach Niedrigwasser); wäh-
rend die Ebbe nach NO 18 Stunden lang mit 0.s—1.5 Knoten Fahrt lief. Pro-
viant ist in Sanddkan nicht zu erhalten; ebensowenig genügen die vorhande-
nen Wasserläufe zum Nehmen grösserer Vorräthe.
Zwischen Cagayan-Sulu und der Pangutarang-Gruppe des Sulu-Archipels
fanden wir nur leichte östliche und bis nach Norden, auf wenige Stunden auch
bis SE, umlaufende Winde; sowie eine nach SSW mit 0.s Knoten Geschwindig-