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2. Die Zusammensetzung der in den Jahren 1873 und 1874 in der Ostsee und
in der Nordsee von einigen Vermessungsschiffen der Kaiserl. Marine aufgenom-
menen Meeresgrundproben.
Die in den (unten folgenden) beiden Tabellen mitgetheilten analytischen
Untersuchungen enthalten die wichtigsten Merkmale, welche bei der Bezeich-
nung des Meeresgrundes auf den Seekarten zu berücksichtigen sind, nämlich
die Vermengung des Meeresgrundes mit feinerdigen, lehmigen oder thonigen
Theilen, bezw. das Fehlen derselben, und die Körnung der gröberen Gemeng-
theile.
Bezieht man die Schlemmprodukte bezw. die Grösse und den Durch-
messer der entsprechenden Quarztheilchen auf ihre Fallgeschwindigkeit, so ent-
spricht die auf die Sekunde bezogene Geschwindigkeit von
von 0.2 mm. einem Durchmesser von 0.01 mm.
05 » » „ O0
20 » » » n» 005
» 70 ” ” » 0.1 n
Der Durchmesser von 0.05 — !/2o mm. ist als Grenze zwischen Sand und
feinerdigen Theilen angenommen, indem die Theile von grösserem Durchmesser,
beispielsweise von 0.1 mm. Körnung, mit unbewaffnetem Auge noch gut als
Sand, die feineren Theile nicht mehr in dieser Weise unterschieden werden
können. Die feinerdigen Theile sind noch in 3 Abtheilungen, je nach dem Ge-
halte an thonigen Theilen, Kieselmehl, Quarzmehl u. s. w., getrennt worden.
Die Zahlen geben ein Bild der mechanischen Schlemmarbeit des Meeres
so genau, wie es bisher noch nicht ausgeführt ist und sind nur die bezüglichen
dynamischen Factoren dieser Schlemmarbeit noch genauer festzustellen, als es
jetzt bekannt ist. Ist die Relation namentlich in den Strömungsverhältnissen
genau ermittelt, so wird durch die Ausführung der mechanischen Analyse resp.
die Beurtheilung der Körnung der einfachste Maassstab für die Stärke der ge-
nannten dynamischen Factoren gewonnen. .
Die an Carbonate gebundene Kohlensäure (CO2) ist mit dem Geisler-
schen bestimmt und auf kohlensauren Kalk (CaCOs) berechnet.
Die weiteren wissenschaftlichen Untersuchungen sind noch nicht vollstän-
dig zum Abschluss gelangt und bleiben einer späteren Besprechung vorbehalten.
(Abgeschlossen am 14. August 1875.)
Inhalt.
Aus den Reiseberichten S. M. S. „Arcona“, Capt, z. S. Frhr, v. Reibnitz. 1. Reise von Yoko-
hama über Honolulu nach San Francisco. — 2. Beobachtungen im Kuro - siwo. —
3, Bemerkungen über die Hawaili- (Sandwich-) Inseln und über den Hafen von
Honolulu,
Die Insel Zanzibar, ihre Natur, Klima und Küstenbeschreibung. (Schluss.) Mit einer Karte
nebst Plan von der Stadt Zanzibar,
Segelanweisung für die Ostküste von Irland. (Schluss,)
Segelanweisung für den Hafen von Kurrachee oder Karächi. Westküste von Vorder-Indien,
Beiträge zur Meereskunde, Von Prof. Dr. Orth. (Mit einer Skizze.) ;
Meteorologische und magnetische Beobachtungen, angestellt auf dem Kaiserlichen Observatorium
zu Wilhelmahaven für den Monat Juli 1875.