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SW-Monsuns müssen die Secgelschiffe Ras Muari (oder Cap Monze), welches
18 Seem. W!AN von dem Manora Leuchtthurm HKegt, ansegeln und von hier
windwärts des Hafens halten, besonders wenn unsichtiges Wetter oder die Ge-
zeit dem Einlaufen nicht günstig ist. Beim Ansegeln des Hafens ist auch auf
den stark nach SO setzenden Strom, welcher mehr oder weniger während des
SW-Monsuns vorherrscht, zu rechnen, und darf man Manora Point nicht südlich
von Ost bringen oder auch nicht in weniger als 27 Met, Wasser in der Nähe des
Cap Monze gehen. Die Führer der Schiffe sollten es überhaupt so einrichten,
dass sie den Hafon bei Tage anlaufen können, wo derselbe mit aller Sicherheit
bis in 15 Met. Wasser ungefähr 2 Seem. vom Leuchtthurm entfernt, gehen kön-
nen und dort zwischen den Peilungen NO und Nord beidrehen, um einen Loot-
sen zu erhalten.
Ankerplatz auf der Rhede. Vom Juni bis in die Mitte des Septem-
ber dürfen die Schiffe unter keinen Umständen ankern, sondern müssen unter
Segel bleiben und sich zwischen den Peilungen „Leuchtthurm in NzO bis NO“
bei 1 bis 2 Seem. Abstand aufhalten. Vom September bis Ende März kann
man zwischen den Peilungen „Leuchtthurm in NzO bis NNO“ in einem Abstande
von 1 Seem., auf 13 Met. Wasser, ankern. Vom April bis Mai zwischen den
Peilungen „Leuchtthurm in NNO bis NO“ in einem Abstande von !4 Soem.,
auf 14.6 Met. Wasser.
Beiträge zur Meereskunde.
Von Prof, Dr. Orth zu Berlin,
(Mit einer Skizze,)
l. Ueber einige Aufgaben betreffend die Kartographie des Meeresbodens
und die Benutzung der Seekarten.
Das Heft No. 7 und 8 (1875) der „Annalen der Hydrographie und mari-
timen Meteorologie“ enthält eine Abhandlung über einige Aufgaben der wissen-
schaftlichen Meereskunde, worin ich die allgemeinen wissenschaftlichen Grund-
lagen dieses grossen Gebietes mit Bezug auf gewisse praktische Fragen der
Marine eingehend erörtert habe. Wenige Tage nach der Publication des ge-
nannten Heftes hat der traurige Schiffbruch des Deutschen Dampfschiffes
„Schiller“ in der Nähe der Scillyinseln die Augen der ganzen gebildeten Welt
auf die Hülfsmittel gelenkt, welche der Schiffer an regnerischen und nebeligen
Tagen bei Abwesenheit astronomischer Kennzeichen besitzt, um sich auf dem
Meere zu orientiren und sich in der Nähe gefährlicher Küsten, Klippen und
Untiefen vor Unfällen zu schützen. Mögen nun diese Hülfsmittel beachtet oder
vernachlässigt sein, unter allen Umständen sind die zahlreichen beklagenswerthen
Opfer dieser traurigen Katastrophe eine ernste und unwiderlegliche Mahhung,
eingehend zu prüfen, wie weit die oben genannten Hülfsmittel als sichere oder
unsichere, oder als zur Zeit unvollkommene, aber verbesserungsfähige angesehen
worden müssen und bis zu welchem Grade hier durch praktische Methoden und
strenge und präcise Instructionen den Gefahren vorgebeugt oder dieselben ver-
mindert werden können. Die hohe Bedeutung und die wichtigen Aufgaben der
Marine und des Seewesens weisen hier darauf hin, dass die Staaten im eigenen
Interesse, im Interesse aller der Angehörigen, welche den Ocean befahren, im
Interesse des Handels und der dadurch auszutauschenden Güter Ursache haben,
dieser Angelegenheit ihre volle Aufmerksamkeit zuzuwenden, die hier vorliegen-
den Aufgaben nicht allein zu stellen und bestimmt zu formuliren, sondern sich
auch zu bemühen, denselben mit allen wissenschaftlichen Hülfsmitteln ganz und voll
und in praktischer Weise gerecht zu werden. Schon die bestimmte Fragestel-
lung, die Erkenntniss und das Bewusstwerden dieser Aufgaben ist als werth-
voll zu betrachten, indem es dahin führt, sich zugleich klar zu machen, welche
Mittel hier zur Abhülfe nothwendig angewendet werden müssen, und insofern die
Aufgabe der Realisirung näher zu bringen. Mag diese letztere auch die Benutzung