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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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IM 
In der südlichen Bucht sind dio Gezeiten nur schwach und verfolgen die 
Küste, indem sie 4 Stunden lang nach NO und 8 Stunden nach SW setzen. 
Innerhalb der Long Bank ist 2'% Stunde vor Hoch- und Niedrigwasser zu 
Liverpool Stillwasser. 
Wexford Hafen. Während der ersten 3 Stunden läuft die Gezeit in 
den Hafen hinein, indem der Strom von aussen stark über die Nordbarre, 
südlich laufend, in den Hafen setzt; aber im Hantoon Fahrwasser ist 2 Stun- 
den vor Hochwasser beinahe gar kein Strom mehr. 
Nach dreistündigem Fluthstrom an der Küste setzt der Strom ausserhalb 
in See nach Norden um und beginnt stark durch das Hantoon Fahrwasser zu 
laufen, von diesem Strom geht ein Theil in den Hafen und ein anderer Theil 
über die Nordbarre und vereinigt sich dann wieder mit dem Hauptstrom in 
See. Dieses beginnt 50 Minuten nach Hochwasser bei der Spitze Rosslare, wenn 
die Ebbe anfängt aus dem Hafen zu laufen; letztere verbindet sich dann mit 
dem durch das Hantoon Fahrwasser setzenden Strom und läuft dann zusammen 
nach Norden über die Barre, bis cine Stunde nachdem im Hantoon Fahrwasser 
Stillwasser gewesen ist; dann tritt für den übrigen Theil der Ebbe die entgegen- 
gesetzte Stromrichtung, nach Süden, ein. 
In gutem Wettor steigt die Fluth im Hafen von Wexford in der ersten 
Hälfte derselben oder bis der Strom das Fahrwasser nach Süden hin zu setzen 
beginnt, nicht viel und während der letzten Hälfte steigt das Wasser nur sehr 
wenig. Aber bei starken nördlichen Winden und bei Nippzeit macht der von 
Norden kommende Strom oft hohes Wasser im Hafen und dennoch beträgt zu 
solcher Zeit die Fluthhöhe nicht mehr als 0.46 Met. Südliche Stürme bewirken 
das Gegentheil. 
Nach diesen Beobachtungen ist die Zeit für das Passiren der Barre für 
Schiffe mit 3 Met. Tiefgang zwischen 2 Stunden vor und 2 Stunden nach 
Hochwasser; zu dieser Zeit läuft im Hantoon Fahrwasser der Strom stets nach 
Norden und über die Nordbarre nach NO; ferner ersieht man daraus, dass das 
Wasser bereits 50 Minuten lang auf der Barre gofallen ist, wenn sich die Ebbe 
im Hafen bemerkbar macht, so dass, mit Ausnahme bei starken Nordwinden, 
Segelschiffe durch das Hantoon Fahrwasser einsegeln und über die Nordbarre 
aussegeln müssen. Beim Verlassen des Hafens hat man aber den Nachtheil, 
dass bereits 1 Stunde das Wasser auf der Barre gefallen ist, ehe man an die 
flachste Stelle derselben angelangt ist. 
Zwischen den Feuerschiffen und der Küste wechselt der Strom früher, 
als an der Küste selbst; an der Küste endigt der NO-Strom 3 Stunden früher 
als zu Liverpool Hochwasser ist und für die erste Strecke ist die Dauer des 
Stromes ungewiss. Längs der Küste läuft der NO-Strom an der SW -Seite der 
Landspitzen und der SW-Strom an der NO-Seite derselben am längsten und 
stärksten. 
Innerhalb der DBlackwater Bank setzt der Strom N0Oz0—SWzW mit einer 
Geschwindigkeit von 2'/4 Knoten bei Springzeit und 1 Knoten bei Nippzeit; 
Stillwasser tritt 12 Stunde früher ein als in offener See. Beide Gezeiten- 
Strömungen laufen über die Bänke, die Fluth nach Aussen und die Ebbe nach 
Innon, mit einer Geschwindigkeit von 3'/2 Knoten bei Springzeit und 1%/4 Kno- 
ten bei Nippzeit. Hierdurch wird an der inneren Grenze der Bänke eine 
starke Kabbelung horvorgerufen. Durch die Fahrwasser Rusk und Slwice setzt 
der Strom hindurch und bricht sich in den Bänken Moneyweights und Rusk, 
In der Nähe der Arklow Bank ist die Stromrichtung sehr unbestimmt; 
bei schönem Wetter und zur Springzeit setzt der Strom 7 Stunden lang nach 
ONO mit einer Goschwindigkeit von 3 Knoten und endet 1'/4 Stunde vor 
Hochwasser zu Liverpool; und 5 Stunden lang nach WSW mit der Geschwin- 
digkeit von einem Knoten; hierauf tritt cine Stunde lang Stillwasser ein. 
Bei Nippzeit dauern beide Ströme 6 Stunden, ONO 2 Knoten und WSW 1 Kno- 
ten die Stunde. Der erstere endet 1'/4 Stunde vor Hochwasser zu Liverpool. 
Der Kingstown - Hafen, . 
Der Hafon von Kingstown ist seit der Vermessung im Jahre 1844 durch 
Capitain Frazer an der östlichen Seite um 1.2 Met. durch Schlamm flacher 
geworden, und um ebensoviel durch Sand in Süd, %4 Kblg. von dem West- 
molenkopf und nördlich des Mittelfahrwassers, woselbst sich jetzt eine Stelle
	        
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