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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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Sitz eines Militairgouverneurs im Range eines Brigadiers, eines Civilgouverneurs 
und eines Bischofs. 
An der Wasserseite der Stadt erstrecken sich Kais. Der eine, an dem 
Theile des Hafens, der Ost— West läuft, ist von Stein und gestattet nur 
kleineren Fahrzeugen das Anlegen bei Hochwasser, bei Niedrigwasser fallen die 
Schiffe trocken. In der stattlichen Häuserreihe an diesem Kai befinden sich 
die Büreaus des Hafenkapitains, der Sanitätsbehörde und des Zolls. Nachdem 
die Bucht eine Richtung von NW nach SO angenommen hat, wird sie von einem 
hölzernen Kai begrenzt, der durch Schienenstränge mit dem nahen Bahnhofe 
verbunden ist. An ihm können grosse Schiffe laden und löschen. Die Magazine 
und Waarenlager der Kaufleute liegen hier. 
Proviant ist in Santander ungefähr zu demselben Preise wie in England 
zu haben. Frischer Proviant ist bis auf Schweinefleisch, welches einen sehr 
hohen Preis hat, käuflich. See-Proviant ist bis auf Salzfleisch und gelbe Erbsen 
in allen Quantitäten und zu angemessenen Preisen zu haben. Ausser in Pasages, 
wo die Regierung noch kleine Vorräthe besitzt, sind nur hier Kohlen zu haben 
and zwar zum Preise von 230 Realen pro Tonne. Frisches Wasser giebt es im 
Sommer nur wenig, es muss gekauft werden, auch ist es schlecht, so dass es 
an die Mannschaft nur mit einem Zusatz von Thee verausgabt wurde. 
Der Hafen ist von allen Seiten durch Berge gegen Winde geschützt. 
Die grosse Bucht ist durch Sandbänke, welche bei Niedrigwasser trocken fallen, 
beinahe ausgefüllt. Zwischen diesen Bänken befinden sich zahlreiche Wasser- 
rinnen. Das Hauptfahrwasser zieht sich von Puerto Point in westlicher Rich- 
tung hin, seine Breite beträgt 1!%—3 Kblg., seine Tiefe 7.s bis 11 Met. Zwei 
Tonnen bezeichnen den Anfang der Bänke. Die kleinen Inseln Horrodada und 
Latorre bezeichnen ungefähr die Entfernung, in welcher man sich vom Lande 
halten muss, da innerhalb derselben Steine liegen, die zum Theil bei Niedrig- 
wasser sichtbar werden. Bei der Stadt nimmt das Fahrwasser zuerst eine süd- 
westliche, dann eine südliche Richtung an, wird schmaler, und die Wassertiefe 
sinkt allmälig bis auf 5.5 Met.; mit dieser Tiefe erreicht es die Insel de Lazareto. 
An der Stelle, an welcher die westliche Richtung in eine südwestliche übergeht, 
springt die Bank del Bergantin ziemlich weit hervor; ihre Lage ist durch 3 Ton- 
nen gekennzeichnet. 
Der Ankergrund ist überall gut und besteht aus Sand. Des schmalen 
Fahrwassers wegen muss mit beiden Ankern geankert werden, man giebt dem 
einen, vor welchem das Schiff in einem Südsturme liegen würde, mehr Kette als 
dem andern, da dieser Wind der gefürchtetste ist. 
Gezeiten. Ebbe und Fluth laufen im Hafen sehr stark (an einigon 
Stellen 4—5 Seem. in der Stunde). Die Fluthhöhe bei Springzeit beträgt 3.7 Met. 
Diese starken Strömungen bringen oft Veränderungen in der Gestaltung der 
Sandbänke hervor, daher sind die älteren Karten nicht mehr ganz zuverlässig. 
Klima. Häufiger Regen und vorherrschende starke nördliche und west- 
liche Winde bezeichnen das Klima von Santander. Es ist eine Eigenthümlich- 
keit, dass die Winde im Hafen stets westlicher, resp. südlicher sind als in See. 
NO-Wind ist gewöhnlich schwach und bringt klares Wetter. Südwind ist im 
Winter sehr gefürchtet, weil er sich häufig bis zum Sturme steigert. Es ist dann 
auch kein Verkehr mit dem Lande möglich, weil ein hoher Seegang auf die Kais 
steht. 
Ansegelung. Von See und von Osten längs der Küste kommend, ist 
die Lage von Santander leicht durch die scharf ausgeprägten Formen des Berges 
von Santo%a und die drei einander nahe liegenden Caps Quejo, Ajo und Quintres 
zu erkennen; von Westen her ist jedoch nur die sandige Küste vom westlichen 
Abhange des Linires Hügels an unterscheidbar. Diese Küstenformation ist sonst 
an dieser Küste selten bemerkt. Das hohe Hinterland ist zur Positionsbe- 
stimmung unbrauchbar, da cs sich überall gleicht und selten klar ist. Kommt 
man dem Hafen näher, so treten die das übrige Vorland überragenden Umrisse 
von Cap Mayor mit einem Leuchtthurm von 31.1 Met. Höhe, der weisse Sand- 
strand Arenal del Puntal (der längste derartige Strand an dieser Küste) und die 
Felseninsel Mowro mit einem 17 Met. hohen Leuchtthurm hervor. Auch der 
durch seine Kegelform und dunkele Bewaldung ausgezeichnete Monte Cabado ist 
eine Landmarke für Santander.
	        
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