Hydrographische Mittheilungen.
Herausgegeben
von dem
Hydrographischen Bureau
der
Kaiserlichen Admiralität,
ll. Jahrgang. Berlin, den 30. Janıar 1875.
' No. 2.
Gedruckt und in Kommission bei E. S. Mittler und Sohn, Königl. Hofbuchhandlung, Kochstr. 69.
Die „Hydrographische Mittheilungen“ erscheinen alle 14 Tage, Der halbjährige Pränumer:tionspreis beträgt 1 M. 50 Pf.
Finzelne Nummern kosten 25 Pf. Die „Nachrichten für Seefahrer“ als Beiblatt zu den Hydrographischen Mittheilungen
erscheinen wöchentlich einmal, in dringenden Fällen in Extrablättern; ‚Abonnementspreis 1 M, Aa einzelne Num-
meın 5 Pf. Man abonnirt auf dieselben — getrennt zu obigen Preisen oder zusammen für 2 M, 50 Pf. halbjährlich —
ausserhalb bei den Postanstalten und Buchhandlungen (in Kiel bei der Universitäts - Buchhandlung, Schuhmacherstrasse 86),
in Berlin bei der Expedition, Kochstrasse 69,
Inhalt: Die Häfen Santander, Santola, San Sebastian und Pasages. — Inseln an der Ostküste
von Neu-Guinea bis zum Ost- Cap. — Tiefseelothungen des „Challenger“ zwischen
Australien und Neuseeland, — Hafenanlagen von Yokoska. — Hafen von Doboy. —
Kleinere hydographische Notizen,
Die Häfen Santander, Santona, San Sebastian und Pasages an
der Nordküste von Spanien.
Während der Kreuzfahrten von S. M. Kbt. „Albatross“ unter dem Commando
des Corvetten-Capitain v. Nostitz in den spanischen Gewässern an der Nord-
küste von Spanien von Ende August bis Mitte Dezember 1874 haben die Offi-
ziere des „ÄAlbatross“ über die vier in neuerer Zeit oft erwähnten Häfen von
Santander, Santona, San Sebastian und Pasages eigene Untersuchungen ange-
stellt und an Ort‘ und Stelle nähere Erkundigungen eingezogen. Die Resultate
dieser Arbeiten sind in einem Berichte an die Kaiserliche Admiralität nieder-
gelegt, welche wir hier ihrem wesentlichen Inhalte nach veröffentlichen, da sie
in vielen Punkten die in der 2. Ausgabe der „Sailing Directions for the West-
Coasts of France, Spain and. Portugal“ (i. J. 1873 von der Königl. Grossbri-
tannischen Admiralität herausgegeben) über diese Häfen gemachten Angaben er-
gänzen und vervollständigen und der Schifffahrt an jenen Küsten grossen Vor-
theil gewähren können.
1. Hafen von Santander.
Santander ist während des jetzigen carlistischen Aufstandes der wich-
tigste Punkt an der Nordküste für die spanische Regierung und hat, ausser Co-
yuna und Santona, den grössten und besten Hafen in diesem Theile Spaniens.
Die Stadt ist der Endpunkt der einzigen noch in ihrem ganzen Umfange im
Betriebe befindlichen Eisenbahn, welche aus dem Innern des Landes nach der
Nordküste führt und daher von sehr hoher Wichtigkeit, Ein unterseeisches
Kabel und mehrere regelmässige Dampfschiffsverbindungen vermitteln den Ver-
kehr mit dem nördlichen Europa. Die Stadt selbst liegt auf einer Halbinsel an
der nach ihr benannten Bucht und ist terrassenförmig an dem südlichen Ab-
hange einer 30 bis 60 Met. hohen Hügelkette erbaut, die den Hafen gegen
nördliche Winde schützt. Die Einwohnerzahl beträgt gegen 30,000. Santander
ist die Hauptstadt einer Provinz gleichen Namens, daher befindet sich hier der