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Frankreich als ein unabhängiges Staatswesen anerkannt. Seit jener Zeit hat
sich auch der Verkehr mit anderen Nationen zuschends vermehrt, namentlich mit
Amerikanern und Engländern, so dass im Jahr 1846 der Werth des Imports
bereits die Summe von 600,000 Dollars erreichte, während er 1842 nur 250,000
Dollars betrug. In den letzten 10 Jahren schwankte der Gesammtexport der In-
seln zwischen den Summen von 1,660,000 und 2,360,000 Dollars.
Der Hafen von Honolulu.*)
Die Stadt Honolulu nimmt als einzige Handelsstadt des Inselreiches und
als Sitz der Regierung von Jahr zu Jahr an Ausdehnung zu; die Zahl der Ein-
wohner beträgt jetzt ca. 15,000. Unter den öffentlichen Gebäuden ragt in Ho-
nolulu besonders das schöne und grosse Regierungsgebäude, in welchem sämmt-
liche Ministerien ihre Büreaus haben, hervor, ferner das grosse Regierungs-
hospital und das Honolulu - College, in welchem die Kinder der Weissen unter-
richtet werden. Ausserdem giebt es daselbst noch viele Schulen für die Ein-
geborenen; der Besuch‘ derselben ist obligatorisch, daher ist auch die Schul-
bildung der Bevölkerung eine sehr erfreuliche. Als geselliger Vereinigungspunkt
auch für die Deutschen dient das englische Clubhaus; das deutsche ist im Fe-
bruar d. J. abgebrannt. In der Nähe der Stadt liegt das Königliche Mausoleum,
in welchem neben den Königen und deren Gemahlinnen noch der Schotte Wylie
liegt, welcher von 1845 ab 20 Jahre lang Minister des Aeusseren war.
Nach den von Fleuriais vom 19. October bis 1. Dezember 1868 zu
Honolulu angestellten Meridianbeobachtungen des Mondes ist der Meridian
von Honolulu von der betreffenden Commission des französischen „Bureau des
Longitudes“ als ein Fundamentalmeridian erklärt worden; da diese Längenbestim-
mung bisher aus der Pariser „Connaissance des Temps“ nur in wenige
ausserfranzösische Schriften übergegangen und von Raper auch erst in seiner
neuesten Ausgabe vom Jahre 1874 nur annähernd richtig angeführt ist, so thei-
len wir hier die von Fleuriais (damaligem Schiffslieutenant) gewonnenen Re-
sultate nach der „Conn. des temps“ pour l’an 1872, Additions pag. 50 und
51 mit: ;
Die geographische Lage einiger Punkte von Honolulu auf Oahu
(Hawati- oder Sandwich-Inseln) ist:
1) Katholische Kirche. . . . . . 21° 1824” Nord-Br. 157° 50‘ 30“ West-Lg.
(Fundamental-Meridian 160° 10‘ 39“ oder 10% 40= 42.6 5%. westlich von Paris.)
2) Flaggenstange auf dem Kgl. Palast 21° 18‘ 9“ Nord-Br. 157° 50‘ 29“ West-Lg.
3) Englische Kirche, .... . .21°18‘20* „ 157°50‘22%
4) Flaggenstock der Salut-Batterie auf .
Punch-Bowl-Hügel (s. S. 277). .21°18‘24“ „ 157° 49’ 50“
5) Diamantspitze (höchster u. südlich-
ster Punkt von Honolulu). . . 21°1522“
6) Signalmast . . . . 2... 0... 21°1627“
7) Altes Fort. . 2... 0... . 21°18'15“
8) Leuchtthurm auf der inneren Seite
des westlichen Riffes. . . . .21°18‘ 8“
Der Hafen von Honolulu bildet eine durch die vorliegenden Korallen-
riffe geschützte Bucht mit ungefähr 7.5 bis 11 Met. Wasser, in welcher Tiefe
die Schiffe sowohl zu Anker als an einem Bollwerk liegen können und in Lee
des hohen Landes vor den herrschenden Nordostwinden geschützt sind. Den
Zugang in den inneren Hafen bildet ein schmales, aber gut betonntes Fahr-
wasser zwischen den Riffen; nur an seinem Eingange ist es durch eine für tief
gehende Schiffe unbequeme Barre mit 6.9 Met. Wasser bei Niedrigwasser und
7.5 Met, bei Hochwasser begrenzt, über welche „Arcona“ bei dem Ein- und
Auslaufen hinweg dampfte. Da der innere Hafen zu eng ist, um ein Schwingen
grosser Schiffe vor ihrem Anker zu gestatten, legte „Arcona“ vom Heck
Zwei Trossen in südwestlicher Richtung aus, welche, auf eingegrabenen Ankern
| *) S. Findlay a. a. O. pag. 849, Rosser-Jmray a. a. O. pag. 32 ff., Jülfs u. Balleer See-
häfen der Erde Bd, I. (1870) pag. 247 ff.