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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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und dauerte, verbunden mit heftigen Erdbeben, bis in den Januar 1869; die 
grösste Eruption aber war die vom 11. August 1855. 
Nordwestlich von dem Mauna Loa ist der 4253 Met. hohe Vulkan Mauna 
Kea, welcher aber seit den ältesten Ueberlieferungen der Eingeborenen nicht 
thätig gewesen ist; überhaupt ist der ganze Theil der Insel nördlich von Mauna 
Kea frei von Lavaergüssen und Erdbeben. Auf der Insel Oaku dicht bei Ho- 
nolulu landeinwärts sind zwei erloschene Vulkane, der „Punsch-Bowlen-“ und 
der Diamanthügel (auf ersterem befindet sich eine Salutbatterie mit 4 alten 
glatten. Geschützen) und auf der Insel Maui ist der gleichfalls erloschene 
3110 Met. hohe Vulkan Mauna Hale-a-Kala oder das, „Haus der Sonne“, 
dessen Krater ebenfalls 2 Seem. breit ist und dessen unterer Umfang 12 Seem. 
eträgt. 
Der Boden der Inseln, der zum Theil aus verwitterter Lava besteht, 
ist meistens recht fruchtbar, vor allem auf der Luvseite Con den Eingeborenen 
Koolauseite genannt) der hohen Berge, da die mit dem Nordostpassate niedrig 
ziehenden Wolken’an der Nord- und Ostseite der Inseln sich als Regen nieder- 
schlagen und auf den Pflanzenwuchs einen fruchtbaren Kinfluss ausüben. Fast 
alle tropischen‘ Nutzpflanzen sind dort einheimisch und die seit Cooks Zeiten 
dorthin eingeführten Pflanzen und Thiere gedeihen vortrefflich. Welchen Unter- 
schied die Luv- und Leeseite der Inseln in dem Pflanzenwuchs und damit auch 
in dom äusseren Aussehen der Inseln zeigen, bekunden die Beschreibungen der 
Insel Oaku durch Cook und Wilkes. Ersterer sah nur die nördliche, also die 
Luvseite, und dort schien sie ihm bei Weitem die schönste der Inseln zu 
sein wegen des Grüns der Hügel und Waldungen und der reich angebauten 
Thäler. Wilkes dagegen sah zuerst nur die südliche oder Leeseite und fand 
den Anblick durchaus nicht einladend, ähnlicher der Küste von Peru als irgend 
eine der polynesischen Inseln, mit ödem, felsigem Boden. Dies ist aber gerade 
die Seite, auf welcher Honolulu liegt. 
Das Klima .der Hawali-Inseln ist der Lage derselben gemäss mitten im 
Oceane und an der Grenze des Passates ein ausgesprochenes Secklima und sehr 
angenehm und auch gesund für die Fremden zu nennen, besonders an den nörd- 
lich gelegenen Inseln, z. B. Kauai und zur Zeit dor Herrschaft des Nordost- 
passates, welcher 9 Monate hindurch weht, Thier- und Pflanzenwelt erfrischt 
und stärkt und den Aufenthalt auf diesen Inseln ausserordentlich angenehm 
macht. In dem Monaten Dezember, Januar und Februar treten südliche und 
südwestliche Winde auf und verdrängen und schwächen den Passat, dessen 
Grenze hier im Winter also bis 21° Nord-Br. vorrückt. Am meisten herrschen 
diese südlichen und südwestlichen Winde auf der Leeseite der Inseln vor, 
welche die Eingeborenen die Konaseite und die Winde die „kranken Winde“ 
nennen, weil sie, wie der Scirocco im südlichen Europa, eine Menge kleinerer 
Uebel und gastrischer Erkrankungen und intermittirende Fieber mit sich führen 
(s. Bechinger: Ein Jahr auf den Sandwich-Inseln. Wien 1869). ; ; 
Die Regenzeit beginnt im Allgemeinen im Januar und dauert bis Mitte 
April oder Anfang Mai. S. M. S. „Arcona“ kam gerade zum Schlusse der 
Regenzeit auf den Hawali-Inseln an und fand nördlich von denselben einen aus 
0SO wehenden Passat und in Honolulu selbst Regenwetter vor. Vom 4. Mai 
an aber kam der Nordost-Passat bereits stärker durch und damit erklärten die 
Einwohner die Regenzeit für beendet. | . 
Die Temperatur ist eine ziemlich gleichmässige, sowohl im Laufe eines 
Tages, als innerhalb des ganzen Jahres. Während des Aufenthaltes der „Ar- 
cona“ in Honolulu zu Anfang Mai 1875 war die Temperatur am Tage 26° C. 
Leider besitzen wir von diesen so viel besuchten und für den Verkehr wichti- 
gen Inseln nur sehr wenige meteorologische Beobachtungsresultate, welche das 
Klima derselben klar darlegen könnten. In der „Zeitschrift der sterr. 
Gesellsch. für Meteorologie“ Bd. VIII. 1873 pag. 69—71 sind die bisher bekannt 
gewordenen Beobachtungsresultate veröffentlicht, welche wir hier zur Ergänzung 
der Bemerkungen über. das Klima der Hawaii-Inseln in nachstehender Tabelle 
auszugsweise wiedergeben. 
Für Honolulu sind die Luftdruck- (1Jahr) und Temperaturmittel (3'/a Jahre) 
1821—22, 1837—39, letztere nach den Beobachtungen von de Tessan auf der 
Expedition der „Venus“ nach Dove’s Tafeln gegeben. Zu: Lahainaluna,
	        
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