accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

958 
November angestellt hat, und welche Colonel Sykes in dem Journal of the R. 
Geographical Society Vol. 23 (1853) pag. 110 zuerst veröffentlicht hat. 
Diese Beobachtungen sind nach Sykes an guten zuverlässigen Instru- 
menten und von einem geschickten Beobachter angestellt; leider hatte derselbe 
kein Barometer zur Verfügung. Um so schätzenswerther sind die Beobach- 
tungen des Luftdruckes, welche in der zweiten Tabelle mitgetheilt sind. 
Wir verdapken die bisher noch nicht veröffentlichten Zahlenangaben 
dieser zweiten Tabelle der Güte des Herrn Dr. O0. Kersten, welcher uns 
aus der noch im Laufe dieses Vierteljahres erscheinenden, von ihm herausge- 
gebenen dritten Abtheilung des dritten Bandes (Wissenschaftliche Ergeb- 
nisse) von „Baron Carl Claus von der Decken’s Reisen in Ost-Afrika 
in den Jahren 1859 bis 1861“ (Leipzig, C. F. Winter) dieselben freundlichst 
zur Verfügung gestellt hat. 
Der mittlere Luftdruck für das Jahr und die einzelnen Monate (aus den 
Beobachtungszeiten 6 Uhr, 2 Uhr, 10 Uhr genommen) stimmt ganz mit den in 
den Barometercurven von Buchan für diese Gegend gegebenen Zahlenwerthen 
überein: er beträgt im Jahr 760.0 mm. (29.95 engl. Zoll); am höchsten steht 
das Barometer im Juli und August, überhaupt in den Monaten Juni bis Sep- 
tember oder in der Zeit der Herrschaft des SW-Monsuns resp. SE-Passates; 
am niedrigsten in der Zeit des NE-Monsuns vom Dezember bis Februar; der 
Unterschied zwischen dem höchsten Monatsmittel (im Juli 764.07 mm.) und dem 
niedrigsten (im Februar 757.34 mm.), also die Jahresschwankung des mittleren 
Luftdrucks, betrug i. J. 1864 6.73 mm. Die höchsten Barometerstände wurden 
um 10 Uhr Vormittags, die niedrigsten um 4 Uhr Nachmittags beobachtet. 
Das Mittel aus den Maxima des Luftdrucks war i. J. 1864 763.04 mm. und aus den 
Minima 757.25 Mm. Das absolute Maximum war 765.98 mm. im September und 
das absolute Minimum 745.71 mm. im Februar. Dieser niedrige Barometerstand 
trat während eines heftigen Sturmes, der in Mauritius und im Indischen Ocean 
beobachtet war, ein, beeinflusste auch das Februarmittel und damit das Jahres- 
mittel und den Betrag der jährlichen Schwankung für Zanzibar. KErsteres dürfte 
demnach in Wahrheit etwas höher und letztere etwas geringer sein, als für 
das Jahr 1864 nach der zweiten Tabelle angezeigt ist. 
Die Temperaturen wurden um 6 Uhr, 2 Uhr, 10 Uhr beobachtet, die aus 
ihnen berechneten Monats- und Jahresmittel sind sämmtlich niedriger als die in 
der ersten Tabelle für das Jahr 1850 gefundenen. Die Jahresmittel weichen 
um 1° von einander ab. Grössere Uebereinstimmung zeigt sich für beide 
Beobachtungsjahre (1850 und 1864) in den äusserst geringen Wärmeschwan- 
kungen innerhalb des Jahres. Der Temperatur- Unterschied des wärmsten und 
kältesten Monats ist in beiden Jahren nur 3.5°. Die mittlere tägliche Wärme- 
schwankung betrug 1850 2°, die Monatsamplituden waren aber i. J. 1864 durch- 
weg grösser als i. J. 1850 und erreichten die Grösse von 8.3°, während sie 
1864 5° nicht überschritten. Die absoluten Maxima gingen in beiden Jahren 
kaum über 31° hinaus und sind niedriger, als sie in unseren Breiten in jedem 
der drei Sommermonate fast jedes Jahr beobachtet werden können. 
Die in dieser und den folgenden Nummern der Annalen der Hydrographie 
etc. gegebene Küstenbeschreibung der Insel Zanzibar und der ihr gegenüber- 
liegenden Küste Ost-Afrikas von 5° 30‘ bis 7° Süd-Br. (zwischen der Pangani- 
Bai und Räs Kimbiji) ist der oben erwähnten Hydrogr. Not. No. 16 entnommen. 
Wir werden in der folgenden Nummer die dazu gehörige Karte nach dem Ori- 
ginal (Brit. Adm.-Karte No. 640a und b) in verkleinertem Maassstabe bringen 
und verweisen für jetzt schon hier auf dieselbe zum näheren Vergleiche mit 
dem Texte Commander Wharton’s, welcher eine wesentliche Erweiterung der 
in dem African Pilot und anderen Segelhandbüchern gegebenen Notizen und 
Segelanweisungen ist.*) 
Die Peilungen sind sämmtlich missweisend; die Variation ist 1875 10° 
30‘ West, 
*) Siehe African Pilot for the South and East coast of Africa, %. edit, (1865) 
pag. 189—208 und Appendix pag. 290. 292. Taylor Horsbourgh „India Directory“ Part. I. 
1674) pas. 100— 102, Rosser Imray ‚Indian Ocean Directory“ (1874) pag. 339—345 und 
pag. 71.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.