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November angestellt hat, und welche Colonel Sykes in dem Journal of the R.
Geographical Society Vol. 23 (1853) pag. 110 zuerst veröffentlicht hat.
Diese Beobachtungen sind nach Sykes an guten zuverlässigen Instru-
menten und von einem geschickten Beobachter angestellt; leider hatte derselbe
kein Barometer zur Verfügung. Um so schätzenswerther sind die Beobach-
tungen des Luftdruckes, welche in der zweiten Tabelle mitgetheilt sind.
Wir verdapken die bisher noch nicht veröffentlichten Zahlenangaben
dieser zweiten Tabelle der Güte des Herrn Dr. O0. Kersten, welcher uns
aus der noch im Laufe dieses Vierteljahres erscheinenden, von ihm herausge-
gebenen dritten Abtheilung des dritten Bandes (Wissenschaftliche Ergeb-
nisse) von „Baron Carl Claus von der Decken’s Reisen in Ost-Afrika
in den Jahren 1859 bis 1861“ (Leipzig, C. F. Winter) dieselben freundlichst
zur Verfügung gestellt hat.
Der mittlere Luftdruck für das Jahr und die einzelnen Monate (aus den
Beobachtungszeiten 6 Uhr, 2 Uhr, 10 Uhr genommen) stimmt ganz mit den in
den Barometercurven von Buchan für diese Gegend gegebenen Zahlenwerthen
überein: er beträgt im Jahr 760.0 mm. (29.95 engl. Zoll); am höchsten steht
das Barometer im Juli und August, überhaupt in den Monaten Juni bis Sep-
tember oder in der Zeit der Herrschaft des SW-Monsuns resp. SE-Passates;
am niedrigsten in der Zeit des NE-Monsuns vom Dezember bis Februar; der
Unterschied zwischen dem höchsten Monatsmittel (im Juli 764.07 mm.) und dem
niedrigsten (im Februar 757.34 mm.), also die Jahresschwankung des mittleren
Luftdrucks, betrug i. J. 1864 6.73 mm. Die höchsten Barometerstände wurden
um 10 Uhr Vormittags, die niedrigsten um 4 Uhr Nachmittags beobachtet.
Das Mittel aus den Maxima des Luftdrucks war i. J. 1864 763.04 mm. und aus den
Minima 757.25 Mm. Das absolute Maximum war 765.98 mm. im September und
das absolute Minimum 745.71 mm. im Februar. Dieser niedrige Barometerstand
trat während eines heftigen Sturmes, der in Mauritius und im Indischen Ocean
beobachtet war, ein, beeinflusste auch das Februarmittel und damit das Jahres-
mittel und den Betrag der jährlichen Schwankung für Zanzibar. KErsteres dürfte
demnach in Wahrheit etwas höher und letztere etwas geringer sein, als für
das Jahr 1864 nach der zweiten Tabelle angezeigt ist.
Die Temperaturen wurden um 6 Uhr, 2 Uhr, 10 Uhr beobachtet, die aus
ihnen berechneten Monats- und Jahresmittel sind sämmtlich niedriger als die in
der ersten Tabelle für das Jahr 1850 gefundenen. Die Jahresmittel weichen
um 1° von einander ab. Grössere Uebereinstimmung zeigt sich für beide
Beobachtungsjahre (1850 und 1864) in den äusserst geringen Wärmeschwan-
kungen innerhalb des Jahres. Der Temperatur- Unterschied des wärmsten und
kältesten Monats ist in beiden Jahren nur 3.5°. Die mittlere tägliche Wärme-
schwankung betrug 1850 2°, die Monatsamplituden waren aber i. J. 1864 durch-
weg grösser als i. J. 1850 und erreichten die Grösse von 8.3°, während sie
1864 5° nicht überschritten. Die absoluten Maxima gingen in beiden Jahren
kaum über 31° hinaus und sind niedriger, als sie in unseren Breiten in jedem
der drei Sommermonate fast jedes Jahr beobachtet werden können.
Die in dieser und den folgenden Nummern der Annalen der Hydrographie
etc. gegebene Küstenbeschreibung der Insel Zanzibar und der ihr gegenüber-
liegenden Küste Ost-Afrikas von 5° 30‘ bis 7° Süd-Br. (zwischen der Pangani-
Bai und Räs Kimbiji) ist der oben erwähnten Hydrogr. Not. No. 16 entnommen.
Wir werden in der folgenden Nummer die dazu gehörige Karte nach dem Ori-
ginal (Brit. Adm.-Karte No. 640a und b) in verkleinertem Maassstabe bringen
und verweisen für jetzt schon hier auf dieselbe zum näheren Vergleiche mit
dem Texte Commander Wharton’s, welcher eine wesentliche Erweiterung der
in dem African Pilot und anderen Segelhandbüchern gegebenen Notizen und
Segelanweisungen ist.*)
Die Peilungen sind sämmtlich missweisend; die Variation ist 1875 10°
30‘ West,
*) Siehe African Pilot for the South and East coast of Africa, %. edit, (1865)
pag. 189—208 und Appendix pag. 290. 292. Taylor Horsbourgh „India Directory“ Part. I.
1674) pas. 100— 102, Rosser Imray ‚Indian Ocean Directory“ (1874) pag. 339—345 und
pag. 71.