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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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Die zweite Tabelle giebt die Resultate der Beobachtungen, welche zu 
Bua auf Vanua-Levu, 6 Secem. östlich von Dimba-Dimba-Point in 16° 48‘ Süd-Br. 
und 178° 32‘ Ost-Lg. (also um fast 1° nördlicher als Levuka gelegen), i. J. 
1873 täglich um 8 Uhr Morgens angestellt worden sind. Der Beobachtungsort 
war 1 Scem. von der Sece entfernt und 18 Met. hoch. 
Die Ablesungen des Aneroids sind leider nicht auf 0° und auf das 
Meeresniveau reducirt angegeben, und ohne Anführung über die Genauigkeit 
des Instruments, so dass diese Angaben des Luftdrucks nur einen relativen 
Werth in Bezug auf die Schwankungen des Luftdrucks innerhalb der einzelnen 
Monate und des Jahres haben können. Nach Buchans Tafeln des mittleren 
Luftdrucks etc. (Edinburg 1869) schwankt der mittlere Luftdruck in diesen 
Breiten zwischen 759,5 und 764.5 mm., während der mittlere Luftdruck 762 mm. 
(30 engl. Zoll) beträgt; nach dieser Tabelle ist das grösste Monatsmittel im 
August 772.91 mm. und das kleinste im Januar 767.ss mm.; das Jahresmittel beträgt 
770.ss mm. Das absolute Maximum des Luftdruckes war 775.19 mm. im August 
and das Maximum 759.70 mm. im Dezember 1873, so dass die jährliche Schwan- 
kung des Luftdrucks 15,5 mm. beträgt, im Jahre 1872 aber nur 11.4 mm, (zwischen 
774.c9mm. im Maximum und 763.27 mm. im Minimum). In diesemJahre war der mittlere 
Luftdruck 769.35 mm. Die jährliche Schwankung der Temperatur (die Maxima 
und Minima wurden an einem Registrirapparat abgelesen) war zu Bua i. J. 
1873 19.0° (zwischen 34.7° und 15.7° C.) und 1872 sogar 21.2° (zwischen 36.4° 
and 15.2° C.). Die mittlere Temperatur des Jahres für 8 Uhr Vormittags be- 
irug 1873 und 1872 26.1° C.; der wärmste Monat war im Jahre 1873 der De- 
zember mit einer Durchschnitts - Temperatur von 27.4° und der kälteste der 
August mit einen solchen von 24.4° C.; die jährliche Schwankung der Monats- 
mittel betrug also nur 3°, also nur etwas geringer als zu Zanzibar (s. S. 257). 
Der mittlere tägliche Gang der Temperatur bewegt sich innerhalb der Grenzen 
von 7° und 10.6° und beträgt durchschnittlich 8.s° im Jahre. 
Die dritte Tabelle enthält die Resultate der an Bord der „Pearl“ wäh- 
rend ihres Aufenthaltes bei diesen Inseln angestellten Beobachtungen. Es 
wurde Tag und Nacht von dem Navigating-Lieutnant Hosken hindurch und 
mit sehr grosser Sorgfalt beobachtet; sie können daher als sohr zuverlässig be- 
irachtet werden, 
Die vierte Tabelle giebt eine Vergleichung der drei ersten Tabellen 
und diese zeigt, dass, obgleich bei den drei Beobachtungsreihen die höchsten 
und niedrigsten Temperaturen sehr erheblich von einander abweichen, dennoch 
die Mittelwerthe ziemlich nahe übereinstimmen; zu Levuka sind namentlich im 
Januar und Februar höhere Temperaturen beobachtet worden. Die verhältniss- 
mässig niedrigen Maxima in den Beobachtungen an Bord der „Pearl“ haben 
zweifelsohne ihren Grund in der geringeren Wärmeausstrahlung an Bord des 
Schiffes, als am Lande. 
Die vorherrschenden Winde sind, wie auch schon in dem South Paecifie 
Directory (1871) pag. 565 hervorgehoben ist, vom April bis November die 
Ost-Nordost- und Südostwinde, zuweilen als frischer Passat wehend. Vom November 
bis April werden häufig ausserdem auch noch nördliche Winde beobachtet und 
in den Monaten Februar und März ziemlich häufig noch starke Stürme. Das 
Vorherrschen der frischeren Passatwinde während des grössten Theiles des 
Jahres im Verein mit der durch sie veranlassten starken Verdunstung trägt viel zur 
Mässigung der Temperatur bei, welche für das Gefühl weniger lästig ist und 
dient auch zu der verhältnissmässig grösseren Gesundheit des Klimas dieser 
Inseln, Ebenso verhindern diese Winde eine grössere Anhäufung von Miasmen 
and beseitigen die Ausdünstungen halbverwester Pflanzenreste. Von Wichtigkeit für 
die Gesundheitsverhältnisse der Bewohner und für die Wahl der N lederlassugen ist 
der bemerkenswerthe Unterschied zwischen der Luv- und Leeseite der Inseln; 
indem die ersteren mehr dem Regen ausgesetzt und bis auf die Gipfel der 
Bergrücken mit dichten und ausgedehnten Wäldern bedeckt sind, während die 
letzteren, nachdem die Berge der Inseln den Regen abgefangen. haben, einen 
ganz anderen Charakter zeigen und vorzugsweise aus grossen, trockenen Gras- 
flächen bestehen, welche nur hier und da von Pandanus-Bäumen unterbrochen 
sind (s. Hydr. Mitth. 1874 pag. 274).
	        
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