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5. Rettungsstationen an der belgischen Küste. Nach der amt-
lichen belgischen Statistik für das Jahr 1874 sind an der belgischen Küste
8 Rettungsstationen errichtet worden: je zwei‘ zu Ostende, Blankenberghe und
Nieuwport und je eine zu Adinkerke (la Panne) und Knocke. Jede Station ist
mit einem Rettungsboot, Haubitzen- und Mörserapparat, Trossen, Wurfleinen,
Rettungskörben u. s. w. versehen.
Literarisches.
Anleitung zu wissenschaftlichen‘' Beobachtungen auf Reisen. Mit
besonderer, Rücksicht auf die Bedürfnisse der Kaiserlichen Marine,
verfasst von P. Ascherson, R. Bastian, W. Förster, K, Frie-
del, G. Fritsch, A. Gerstäcker, A. Grisebach, A. Günther,
J. Hann, G. Hartlaub, R. Hartmann, H. Kiepert, W. Koner,
E. v. Martens, A. Meitzen, K, Moebius, G. Neumayer,
A. Oppenheim, A. Orth, C. A. F. Peters, F. v. Richthofen,
G. Schweinfurth, K. v. Soeebach, H. Steinthal, F. Tietjen,
R. Virchow, E. Weiss, H. Wild und herausgegeben von Dr. G.
Neumayer. 696 Seiten, 56 Holzschnitte und 3 lithographirte Tafeln.
Berlin. Verlag von Robert Oppenheim. 1875.
Schon der Titel dieses Werkes, noch mehr aber die Liste der in
der Wissenschaft — Jeder in seinem Fache — hervorragenden und als
Autoritäten wohlbekannten Verfasser desselben lassen auf eine bedeutende
literarische Erscheinung schliessen, welche das Jahr 1875 in würdiger Weise
inaugurirt und welche .die von den bowährtesten Kräften gezeitigte Frucht
des in der Wissenschaft zu Nutz und Frommen‘ derselben inmer mehr zur
Geltung kommenden Prineipes der Theilung der Arbeit ist, Nur so war
es möglich, in der verhältnissmässig kurzen Zeit von noch nicht zwei Jahren,
dieses Werk herzustellen, welches dazu bestimmt ist, „den zahlreichen Reisen-
den und in fernen Ländern lebenden Angehörigen deutscher Nation eine An-
leitung zur Betheiligung an wissenschaftlichen Arbeiten auf den verschiedenen
Gebieten der Naturforschung zu ertheilen.“
Die Zeit der grösseren geographischen Entdeckungen auf der Erde
ist vorüber: wir leben gegenwärtig in der Periode geographischer Forschung,
welche es sich zur Aufgabe stellt, theils das in allgemeinen Zügen Bekannte
in seinen Einzelnheiten. näher zu untersuchen, theils nach einem gemeinsamen,
einheitlichen Plane diejenigen Fragen an die Natur und ihre Erscheinungen auf
dem Lande und in den Meeren zu stellen, welche für die Lösung der noch so
zahlreichen Probleme der Erd- Natur- und Völkerkunde dienen können.
Erst seit‘ einigen wenigen Decennien ist die Hydrographie in die Reihe
der selbstthätig wirkenden Wissenschaften eingetreten, und schon jetzt kann
sie in Bezug auf die Erforschung aller den Verkehr zur See beeinflussenden
physikalischen Verhältnisse nicht unbedeutende, neue Errungenschaften auf-
weisen, Dank der eifrigen, mühevollen, aber erfolgreichen Thätigkeit fast aller
seefahrenden Nationen, denen sich in jüngster Zeit auch im dieser Beziehung
die deutsche Nation in würdigster Weise angereiht hat. Die wissenschaftlichen
Arbeiten der deutschen Marine, welche einen wesentlichen Antheil an den
Fortschritten der neueren Hydrographie zu nehmen berufen ist und zum Theil
auch schon. genommen hat, stützen sich zumeist auf Instructionen, welche von
Seiten des Hydrographischen Büreaus der Kaiserlichen Admiralität ausgearbeitet
sind: sie finden sich zum grossen Theile niedergelegt in dem Beitrage des
Herausgebers dieser „Anleitung zu wissenschaftlichen Beobachtungen auf Reisen“,
in dem Artikel: „Hydrographie und Oceanographie einschliesslich Winke
über Höhenmessungen und magnetische Beobachtungen zur Seo“, von
Prof. Dr. G. Neumayer, Hydrograph der Kaiserl. Admiralität; diesem Artikel
ist eine Karte zur Illustration hydrographischen Zeichnens von L. Frie-
derichsen in Hamburg (unter Anwendung der von der Kaiserl. Admiralität