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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

A 
in SzW; Gallipoli Leuchtthurm in NW'/@W; die Ruine des Leuchtthurms von 
Fanous in 0142N und die Nordtonne von der Ziedjer-Bozan-Bank in NO020'/40, 
234 Seem. entfernt, 
(Fortsetzung folgt.) 
Kleinere hydrographische Notizen. 
il. Die Strömungen im Meerbusen von Biscaya traten während der 
Reise S. M. 8. „Ariadne“ von Plymouth bis Port Said im October 1874 beson- 
ders stark hervor. Der Commandant der „Ariadne“, Corvetten-Capitain Kühne, 
berichtet hierüber Folgendes: Das erste Mittagsbesteck am 11. October in 47° 
44‘ Nord-Br. und 6° 58‘ West-Lg. nach der Abgangspeilung — am 10. October 
6 Uhr Abends Lizard-Feuer in N'/4AW in 9 Seem. Abstand — ergab eine Strom- 
versetzung von 21 Seem. nach N 73° W und das nächste Mittagsbesteck am 12. 
October in 44° 27’ Nord-Br. und 8° 10‘ West-Lg. eine Stromversetzung von 45 Seem. 
nach S87° O; diese letzte starke östliche Strömung blieb bis zum Cap Finisterre. 
2. Der Hafen von Port Said ist nach einer Mittheilung des Corvetten- 
Capitain Kühne, Commandant S. M. S. „Ariadne“, für diejenigen Schiffe, welche 
genöthigt sind, mehrere Tage an einem der beiden Ausgangspunkte des Canals 
von Swuez liegen zu bleiben, vor dem Hafen von Swez vorzuzichen, da bei diesem 
letzteren Orte das Schiff weit ab auf offener Rhede liegen muss und die Commu- 
nication mit dem Lande daher sehr schwierig, zuweilen gar nicht ausführbar ist. 
Aus diesem Grunde sind auch Wasser, Kohlen und aller Proviant theurer in Suez 
als in Port Said. So betrugen z. B. im November 1874 die Kosten für eine 
Tonne Kohlen zu Port Said 40 Schillinge, zu Suez aber 60 Schillinge. 
Der Verkehr im Suez-Canale hatte in dem Monat October cinen ungeheuren 
Aufschwung genommen. Innerhalb 40 Stunden fuhren einmal in diesem Monat 
32 grosse Schiffe von nicht unter 2000 Tons Gehalt durch den Canal; die Ge- 
bühren dafür betrugen 750,000 Frances; auch während der Anwesenheit S. M. 58. 
„Ariadne“ zu Anfang November 1874 im Hafen von Port Said führen 10 grössere 
Schiffe aller Nationen durch den Canal. 
In Uebereinstimmung mit den letzten Beschlüssen der internationalen 
Conferenz zu Constantinopel erhalten die englischen Kriegsschiffe bereits in Eng- 
land ausgestellte Vermessungsbriefe für das Passiren des Suez-Canals an Bord 
und vermeiden dadurch das lästige und zeitraubende Vermessen an Bord des 
Schiffes durch Beamte der Canalgesellschaft zur Berechnung der Canalgebühren. 
Die Gesellschaft ist nämlich verpflichtet, die in jenen Vermessungsbricfen aufge- 
führten Angaben als richtig anzuerkennen. Der Berechnung für die Canalgebüh- 
ren wird der Netto-Tonnengehalt zu Grunde gelegt und für Kriegsschiffe der Ma- 
schinenraum in Abzug gebracht. 
3. Eine Stromversetzung in der Nordsec hat S. M. S. „Hertha“ 
auf ihrer Reise von Friedrichsort bis Plymouth vom 28. October bis 6. November 
1874 erfahren. Der Commandant der „Hertha“, Corvetten-Capitain Knorr, theilt 
in seinem Berichte über die erwähnte Reise mit, dass die „Hertha“ auf der 
Strecke von dem durch gute Peilungen genau bestimmten Ausgangspunkte bei 
Norwegen (in 58° 17‘ Nord-Br. und 8° 43‘ Ost-Lg.) bis zum Feuerschiffe von 
Leman und Ower von 12 Uhr Mittags am 31. October bis 8 Uhr des Morgens 
am 2. November. um 54 Scem. in der Richtung nach S 67° W rw. versetzt worden 
ist, also 1.s Seem. die Stunde. Das Schiff lief dabei geraden Kurs bei Windstille; 
auch zeigten sich die in Kiel sehr sorgfältig und unter günstigen Umständen aus- 
geführten Deviationsbestimmungen später als durchaus richtig, so dass die That- 
sache dieser Stromversetzung als erwiesen anzuschen ist. 
4. Hafen von Gemlik (Brussa) in der Bucht von Mudania. Marmara- 
Meer. Tiefer einwärts in der Bucht von Mudanzia, als der Hafenort Mudania 
(s. Hydr. Mitth. 1874, pag. 205) liegt G’emlik, welcher Ort nach dem Berichte des 
Capitain-Lieutnant Herbig, Commandant S. M. Kbt. „Meteor“, besseren Schutz 
gegen Wind und See gewährt, als Mudania. Man findet daselbst vorzüglichen 
Ankergrund. Gemlik ist der eigentliche Hafen der Stadt Brussa und der Stapel- 
platz für Getreide und Wein der ganzen Provinz,
	        
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