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Takow wurden i. J. 1873 über 500,000 Piculs brauner und weisser Zucker und
24,000 Piculs Oelkuchen verschifft.
Das Ansteuern der Rhede von Tai-wan-fu erfordert grosse Vorsicht und
ist nur bei klarem Wetter auszuführen. Die hohen Gebirge, welche die Mitte
der Insel Formosa durchziehen, sind sehr häufig, wie es auch diesmal der Fall
war, gänzlich von Wolken verhüllt. Die Westküste bis zur Südspitze der Insel
herunter wird durch ganz niedriges ebenes Vorland gebildet, welches nament-
lich bei Tai-wan-fu und nordwärts davon weit vorliegende Sandbänke und Un-
tiefen hat, die, wıe nachweislich die ganze Westküste, in beständigem Anwach-
sen begriffen sind. Die Strömungen längs der Küste im Formosa-Kanal sind
sehr stark und unregelmässig, meistens von den herrschenden Winden be-
einflusst. Daher ist es wichtig, dass man East Island möglichst nahe ansteuert,
bis man die Nordspitze dieser Insel in mw. NW!AW peilt und von da SO!20
nach der Rhede zusteuert, so dass man die erwähnte Spitze der Insel recht in
der Kiellinie achteraus bekommt und dadurch, so lange die Insel in Sicht
bleibt, leicht die Stromversetzung beurtheilen kann. Verliert man diese aus
Sicht, so muss das Loth der hauptsächlichsto Führer sein und muss man, sobald
man weniger als 9 Met. lothet, südlich abhalten, bis man das Fort Zelandia
auf der Insel Anping in Sicht bekommt. Erst wenn man dieses O!AN peilt,
vermeidet man eine weit vorliegende Untiefe und kann sich dann auf der Rhede
heranlothen, woselbst man auf 11 Met. Wasser zu Anker geht, und zwar in der
Peilung SW von dem Fort Zelandia.
Dieses Fort, welches ungefähr 18 Met. hoch ist, ist die einzige Erhöhung
an dieser Küste und bildet die einzige Landmarke zum Ansegeln der Rhede
von Tai-wan-fu; es wird um so deutlicher und schon auf grössere Entfer-
nungen hin kennbar gemacht, da oben auf dem Fort ein sehr hoher Baum mit
yrosser breiter Krone steht. Leider wird aber wohl in der nächsten Zeit diese
Marke vernichtet werden, da die Chinesen dabei beschäftigt sind, dieses alte
Fort abzubrechen, um das dadurch gewonnene Material, welches aus vorzüglich
harten Backsteinen besteht, zum Bau des etwa 1!/z Seem. südlich von Zelandia
gelegenen neuen Forts zu gebrauchen. Wahrscheinlich auf Anrathen der den
Bau leitenden französischen Ingenieure soll auch der ganze Hügel des alten
Forts abgetragen und dabei natürlich auch der grosse Baum gefällt werden,
weil das neue Fort von dort aus dominirt werden könnte. Bei der grossen
Wichtigkeit, welcher aber dieser für die Schifffahrt, die auf diesem Platz bei-
nahe zur Hälfto von deutschen Schiffen ausgeführt wird, hat, ist der die
deutschen Interessen zugleich wahrnehmende englische Consul Mr. Gregory er-
sucht worden, seinen Einfluss hiergegen geltend zu machen, event. für die Er-
richtung einer anderen weithin sichtbaren Marke sorgen zu wollen.
Die Rhede von Tai-wan-fu bietet während der Zeit des Nordost-Monsuns,
yon Dezember bis Ende März, einen sehr schönen Ankerplatz, doch ist bei der
angefähr 2 Seem. betragenden Entfernung die Communication mit dem Lande
eine sehr beschwerliche. Vor dem Flusse, der nach dem ctwa 4 Seem. land-
einwärts liegenden Tai-wan-fu, der Hauptstadt Formosa’s führt, liegt eine Barre,
die bis vor Kurzem nur ungefähr 0.3 Met. Wasser gehabt hat, so dass die
ganze Communication mit dem Lande durch Flösse von Bambusstämmen, den
sogenannten Catmarans, auf welchen man, in einer Waschbalje sitzend, durch
die Brandung geht, hergestellt wurde. Erst im letzten SW - Monsune hat ein
Durchbruch der Barre stattgefunden, so dass jetzt eine Einfahrt von ungefähr
60 Met. Breite mit 2.2 Met. Wasser besteht, welche selbst grösseren Dschunken
das Passiren gestattet, und es auch möglich war, mit der Dampfpinasse an
Land zu fahren. Doch von Bestand wird diese Einfahrt nicht sein, da schon
häufiger eine derartige entstanden und wieder versandet ist. Hinter der Barre
Ändet wieder eine Vertiefung des Flusses statt, in welcher zahlreiche Dschunken
zu Anker liegen, die indessen nicht weiter als bis zu der ersten Landungsstelle,
der kleinen, das nördliche Ufer der Flussmündung bildenden Insel Anping, ge-
langen können, von wo aus die weitere Wasserverbindung mit Zaz-wan-fu durch
grosse Bambusflösse hergestellt wird. Auf Anping befindet sich ausser einem
elenden chinesischen Flecken und den Ueberresten des schon mehrfach erwähn-
ten Forts Zelandia, nur das von englischen Beamten verwaltete Zollamt,