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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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zu finden ist, und von 4.4° (40° F.) bei 500 Faden oder 914 Met. Tiefe. Unter- 
halb von 500 Faden oder 914 Met. ist aber die Temperatur in der China-See 
kälter als in der Celebes-See, weil diese schon bei 700 Faden oder 1280 Met. 
Tiefe von der Verbindung mit dem Stillen Ocean abgeschlossen ist. Die 
hohe Temperatur von 10.2° C. in der Sulu-See, welche mit dem Stillen Ocean 
unmittelbar nur durch die engen Strassen, welche die Philippinen von einander 
trennen, in Verbindung steht, findot sich schon bei 200 Faden oder 366 Met. 
in der China-See und bei 170 Faden oder 311 Met. in der Celebes- See. Der 
untersceische Bergzug, welcher die Sulu- von der China-See und dadurch auch 
vom Stillen Ocean trennt, ist nicht tiefer als 366 Met., und der zwischen Sulu- 
und Celebes-See nicht tiefer als 311 Met. Da die Banda-See mit der Arafura- 
See in freier Verbindung steht und nur durch enge Kanäle mit dem Stillen 
Ocean verbunden ist, so wird ihre Temperatur, die im Allgemeinen höher ist 
als die der Celebes-See (beide sind 5° vom Aequator entfernt) mehr von jener 
als von diesem becinflusst. 
Kleinere hydrographische Notizen. 
i‘. .Ueber die Japanische Inlandsec zwischen Nzipon und den Inseln 
Sikok und Kiusiw und die in ihr laufende Ebbe- und Fluth-Strömung haben wir 
schon in No. 6 der Hydr. Mitth. 1875 pag. 94 einige Angaben nach dem Be- 
vichte des Capt. z. S. Livonius von S. M.S. „Elisabeth“ mitgetheilt. Sie wurden 
durch nachstehende Beobachtungen und Erfahrungen bestätigt und vervollständigt, 
welche Corv.-Capt. Frhr. v. Reibnitz während der Fahrt S. M. S. „Arcona“ von 
Nagasaki nach Yokohama (vom 23 bis 28. März 1875) durch diese. Inlandsee 
hindurch gemacht hat. Auf den Reisen durch die Inlandsee können die Ebbe- 
und Fluth-Strömungen derartig benutzt werden (s. a. a. O. pag. 95), dass ein 
Schiff, welches 7 Seem, Fahrt dampft, oft 11—12 Stunden lang einen günstigen 
Strom hat. Die Fluth setzt an der Westküste von Kzusiw nach NNW durch 
die Hirado- Strasse nach NO, während die Ebbe in entgegengesetzter Richtung 
setzt. Die Geschwindigkeit dieser Gezeiten ist verschieden und ganz vom Winde 
abhängig. Bei NNW-Winden ist die Ebbe am stärksten und hat alsdann eine 
Geschwindigkeit von 2 bis 2.5 Knoten die Stunde. In dem westlichen Eingange in 
dio Znlandsee bei Simonoseki setzt die Ebbe nach Osten, die Fluth nach Westen; 
die Strömungen erreichen bei Springfluth an der engen Stelle, wo das Tele- 
EN liegt, eine Geschwindigkeit von 10 Knoten die Stunde. In der 
nlandsee selbst kommt die Fluth aus dem Boungo-Canal vom Süden, theilt 
sich innerhalb der Inseln in einen West- und in einen Oststrom und erreicht 
bei Springfluth eine Geschwindigkeit von 6 Knoten. Die Stromscheide der 
Inlandsee liegt bei der kleinen Insel Udoi-Sima in der Bingo-Nada, von wo 
— ähnlich wie im Englischen Canal bei Dungeness — die Ebbe nach Westen 
und Osten hin abfliesst. Aus diesem Grunde ist in dem Theile der Inlandsee, 
welcher Bingo-Nada genannt wird, kein Strom zu bemerken. In der Zgo-Nada, 
sowie in der Harima-Nada setzt dagegen der Strom 2 bis 2.5 Seem. die 
Stunde. Im Canal von Ki setzt die Ebbe nach Süden und die Fluth nach 
Norden. In der Naruto - Passage Jäuft bei Springfluth eine Strömung von 
9 Seom., in der /sumi-Passage eine solche von 5 Seem. die Stunde. 
Nachdem S. M. S. „Arcona“ das Feuer von Oosima (in 33° 28’ Nord-Br. 
und 135° 52‘ Ost-Lg.) passirt hatte, kam das Schiff in die Strömung des 
Kuro-Siwo, dessen Einfluss bis zu einigen Seemeilen westlich von den Redfield- 
Rocks merklich war. Der Kuro-Siwo versetzte vom 26. März Abends 10 Uhr 
bis zum 27, März 5 Uhr Nachm., also in 19 Stunden die „Arcona“ um 49 Seem, 
und zwar zuerst nach ONO bis zum Mittag des 27. März und von da nach 
Osten bis 5 Uhr Nachm. Von den Redfield - Rocks (von denen der südlichste 
in 33° 56‘ Nord-Br. und 138° 48'/4 Ost-Lg. liegt) an bis zur Vries-Insel (in 
34° 39’ 30“ Nord-Br. und 139° 28‘ 0“ Ost-Lg.) war eine Stromversetzung des
	        
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