accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

2924 
(der oberen Grenze des das Scebecken abschliessenden Barriere-Riffes) und mit 
der dieser Tiefe zukommenden Temperatur von 1.7° C. ersetzt *); hierdurch 
wird die gleichmässige Temperatur dieses Secbeckens von 2380 Met. an bis 
zum Grunde erklärt. 
Der Boden der Melanesia-See besteht im Allgemeinen aus rothem Thon 
mit wenigen Foraminiferen-Schalen, Die Bedingungen für die Entwickelung 
eines reicheren organischen Lebens sind in ihr, wie in jedem vom offenen 
Ocean abgschlossenen Secbecken, in grösseren Tiefen ungünstig. 
Bei der Annäherung an die Raine- Insel Üachte der Mecresboden des 
Seebeckens allmälig ab bis zu der Tiefe des Berricre -Riffes; am 30. August 
langte der „Challenger“ bei dieser Insel an, und Capt. Nares sowie die Öfß- 
ziere und Gelehrten der Expedition besuchten am 31. August diese Insel; sie 
fanden dieselbe ganz entsprechend der Beschreibung von Jukes auf der Reise 
der „Fly.“ Auf der Insel Raine gicbt es keinen Proviant, auch scheinen nur 
wenige Schiffe das Fahrwasser zwischen ihr und der Halbinsel von Cap York, 
die Raine-Island-Entrance, der südlichste der Eingänge zu der Torresstrasse, 
zu benutzen. Bei dem Ankern südöstlich von Cockburn-Riff fand Nares, dass 
auf der brit. Adm.-Karte No. 2354 (Tit. XII. No. 265) die Ashmore Bank und 
die Inselchen bei dem Cockburn-Riff, sowie Sir Charles Hardy-Island nicht 
richtig placirt sind. 
Am 1. September kam der „Challenger“ in Somerset auf der Halbinsel 
Cap York an; während des dortigen Aufenthaltes bis zum 8. September wurde 
in der Nähe des Z-Riffes eine neue Korallenuntiefe aufgefunden und ihre Po- 
sition bestimmt (s. „Nachr, f. Seef.“ 1874 No. 741). Ueber die Niederlassung 
zu Somerset, sowie über die Arrou-Gruppe und die Inseln zwischen der Ara- 
fura- und Banda-See, welche der „Challenger“ vom 8. bis 28. September auf 
seiner Fahrt durch die Torresstrasse und den Arafura-See besucht hatte, theilen 
wir unten in den Kleinen Hydrographischen Notizen pag. 227 u. 228 einige 
vom Capitain Nares gemachte Angaben mit. 
In der Arafura-See bis zu den Arrou- Inseln wurde keine Tiefe von 
mehr als 90 Met. gefunden, und durchschnittlich nur 45—55 Met.; der Grund 
war ein grünlicher Schlamm, welcher wahrscheinlich grösstentheils von den 
Ablagerungen der grossen Flüsse von Neu-Guinea und den in den Golf von 
Carpentaria strömenden Flüsse von Nord - Australien herrührt. Der Charakter 
der Meeresfauna war der eines Hafens oder eines Aestuarium. Das specifische 
Gewicht des Oberflächenwassers war ungewöhnlich klein und sank am 23. Sep- 
lember bei Dobbo auf der Insel Wamma der Arrou-Gruppe bis zu 1.0505 
s. Tab.). 
( en 28. September machte der „Challenger“ die erste Lothung in der 
Banda-See und fand bei einer Tiefe von 5120 Met. oder 2800 Faden dieselbe 
Temperatur von 3.1° C., als in der Tiefe von 900 Faden oder 1646 Met.; dies 
zeigt, dass die Banda-See ebenfalls ein vom offenen Ocean abgeschlossenes 
Seecbecken ist; das sie einschliessende unterseeische Barriere-Riff ist also 
sa. 1650 Met. unter der Meeresfläche. Dieses Secbecken ist im Norden 
durch Taliabo, Buruw und Ceram, im Osten durch die Arrou-Inseln, durch 
Timor und die Tenimber-Inseln im Süden und im Westen durch Celebes und die 
Untiefen der Flores-See begrenzt. Am 29, September kam der „Challenger“ 
auf der Insel Banda an und fand nur 15 Seem. von der Stelle, wo man vor 
20 Jahren, allerdings mit unzuverlässigen Apparaten, 7300 Met. (4000 Faden) 
yelothet haben wollte, nur 2650 Met. 
Am 4. October langte „Challenger“ auf Amboina an, füllte dort Kohlen 
auf aus dem englischen Depot und ging am 10. October nach Ternate (einer 
kleinen Insel dicht westlich bei DJilolo) ab, wo er mit nordwestlichem Kurs 
lurch die Manipa- Strasse und die Molucca- Passage am 14. October eintraf. 
Da die tiefste vom „Challenger“ in dieser letzteren gelothete Stelle 2195 Met. 
(s. Tabelle) beträgt, und die Temperatur mit der Tiefe allmälig abnahm, 
*) Diese selbe Temperatur von 1.7° C. in 2380 Met, Tiefe hat der „Challenger“ am 16., 
19. und 21, Juni 1874 zwischen Australien und Neuseeland gefunden (s. Hydr. Mitth. 1875, p. 32), 
ferner am 17. Juli in 25° 5‘ Süd - Br. und 172° 56‘ West - Lg. und endlich schon früher am 10. 
März in 47° 93‘ S3d-Br.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.