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Südlich. des Aequators hat die Wärme überall durchschnittlich um 0.5°
zugenommen. und zwar nahezu im selben Verhältnisse im östlichen und west-
lichen Theile, so dass in den Isothermen nur eine Verschiebung nach Südost statt-
gefunden hat. ,
Im Jahresmittel zeigt sich, dass die grösste Wärme im Golf von
Guinea von 2° bis 5° Nord-Br., wo während des ganzen Jahres eine östliche Strö-
mung vorherrscht, vorhanden ist. Die Temperatur nimmt auf diesen Breiten von
Ost nach West ab bis nahe an die brasilianische Küste, wo die Aequatorial-
strömung nahezu ‚dieselbe Wärme erlangt hat, wie die rückkehrende Ostströ-
mung im Golf von Gwinea. .
Zwischen 30° und 35° West-Lg. finden wir von 10° Süd-Br. bis 8° Nord-Br.
nahezu dieselbe Temperatur von 26.7°, während sich im östlichen Theile des atlan-
tischen Oceans zwischen den Meridianen 5° bis 15° West die grössten Differenzen
von Süd nach Nord zeigen, eine Folge der kalten von Süden heraufkommenden
Strömung. Der Unterschied zwischen dem wärmsten und kältesten Monate ist
ebenfalls im. Golf von Gwinea an der Grenze der beiden Strömungen, die sich
auf etwa 2° Breite in den verschiedenen Monaten gegen einander verschieben,
am stärksten; sie beträgt zwischen 0° und 2° Breite nach den vorliegenden
Beobachtungen im Maximum 7,3° (s. April und August), während im Mittel
aus allen Zanen” nur eine jährliche Schwankung von 2.3° stattfindet.
Wie aus der Zusammenstellung der Temperaturmittel der Zwei-Grad-Zonen
hervorgeht, ist zwischen 8° und 10° Nord-Br. der kälteste Monat der Februar und
März, der wärmste Monat der October , entsprechend dem Winter und Sommer
der nördlichen Hemisphäre. Nur im August findet ein zweites kleineres Mini-
mum statt, dessen wahrscheinliche Ursache schon bei der Besprechung der ein-
zelnen Monate hervorgehoben wurde, Zwischen 6° und 8° Breite treten in der
, Jahresperiode zwei Maxima und zwei Minima auf, nämlich die ersteren.im Octo-
Allem ber und Apeil, die letzteren im August und M6i. Die jährliche Schwankung, +
d. h. der Unterschied zwischen dem wärmsten und kältesten Monate ist hier
am geringsten, nämlich nur 1.7°, ein Zeichen, dass die Scheidung der südlichen
und nördlichen Hemisphäre in Bezug auf die Wasserwärme in diesen Breiten
stattfindet. Weiter südwärts ist denn auch bis. 6° Süd-Br. der April der
wärmste und der August der kälteste Monat, welcher letzterer von 6° bis 10°
Süd-Br. mehr gegen den Frühling der südlichen Hemisphäre, nämlich dem
October, rückt. Der Unterschied zwischen dem wärmsten und kältesten Monate
ist unter dem Aequator grösser als weiter südlich und nördlich, nämlich 3.8°,
was entschieden den starken Strömungen in unseren Sommermonaten Juni, Juli
und August zuzuschreiben ist.
Ur
Die Tiefseeforschungen I. Br. M. S, „Challenger“ im Stillen Ocean
während der Reise von Neuseeland bis Hongkong, vom Juli bis
November 1874.
Von Wellington auf Neuseeland aus setzte der „Challenger“ seine wissen-
schaftliche Untersuchungsfahrt (s. „Hydr. Mitth.“ 1874,. pag. 49, 82, 102, 263
und 1875, pag. 32) bis zu den Fiüi-Inseln fort, von da über die Ratne-Insel durch
die Torresstrasse in die Arafura-, Banda-, Celebes- und Sulu- See bis in das
Südchinesische Meer. Ueber die Hauptergebnisse der unter der Leitung von
Wyrille Thomson und des Capitain Nares (welcher letztere gegenwärtig als
Leiter der englischen arktischen Expedition mit den beiden Schiffen: „Alert“ und
„Discovery“ ‘schon unterwegs nach dem Smithsunde ist) ausgeführten ‚Tiefsee-
forschungen und hydrographischen Arbeiten hat Capt. Nares einen offiziellen
Bericht an das Hydrographische Amt in London eingesendet, welcher in den
amtlichen Hydrographic Proceedings No. 35870 veröffentlicht worden ist und
dem wir hier folgende Einzelnheiten entnehmen mit Benutzung einiger anderen