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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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Südlich. des Aequators hat die Wärme überall durchschnittlich um 0.5° 
zugenommen. und zwar nahezu im selben Verhältnisse im östlichen und west- 
lichen Theile, so dass in den Isothermen nur eine Verschiebung nach Südost statt- 
gefunden hat. , 
Im Jahresmittel zeigt sich, dass die grösste Wärme im Golf von 
Guinea von 2° bis 5° Nord-Br., wo während des ganzen Jahres eine östliche Strö- 
mung vorherrscht, vorhanden ist. Die Temperatur nimmt auf diesen Breiten von 
Ost nach West ab bis nahe an die brasilianische Küste, wo die Aequatorial- 
strömung nahezu ‚dieselbe Wärme erlangt hat, wie die rückkehrende Ostströ- 
mung im Golf von Gwinea. . 
Zwischen 30° und 35° West-Lg. finden wir von 10° Süd-Br. bis 8° Nord-Br. 
nahezu dieselbe Temperatur von 26.7°, während sich im östlichen Theile des atlan- 
tischen Oceans zwischen den Meridianen 5° bis 15° West die grössten Differenzen 
von Süd nach Nord zeigen, eine Folge der kalten von Süden heraufkommenden 
Strömung. Der Unterschied zwischen dem wärmsten und kältesten Monate ist 
ebenfalls im. Golf von Gwinea an der Grenze der beiden Strömungen, die sich 
auf etwa 2° Breite in den verschiedenen Monaten gegen einander verschieben, 
am stärksten; sie beträgt zwischen 0° und 2° Breite nach den vorliegenden 
Beobachtungen im Maximum 7,3° (s. April und August), während im Mittel 
aus allen Zanen” nur eine jährliche Schwankung von 2.3° stattfindet. 
Wie aus der Zusammenstellung der Temperaturmittel der Zwei-Grad-Zonen 
hervorgeht, ist zwischen 8° und 10° Nord-Br. der kälteste Monat der Februar und 
März, der wärmste Monat der October , entsprechend dem Winter und Sommer 
der nördlichen Hemisphäre. Nur im August findet ein zweites kleineres Mini- 
mum statt, dessen wahrscheinliche Ursache schon bei der Besprechung der ein- 
zelnen Monate hervorgehoben wurde, Zwischen 6° und 8° Breite treten in der 
, Jahresperiode zwei Maxima und zwei Minima auf, nämlich die ersteren.im Octo- 
Allem ber und Apeil, die letzteren im August und M6i. Die jährliche Schwankung, + 
d. h. der Unterschied zwischen dem wärmsten und kältesten Monate ist hier 
am geringsten, nämlich nur 1.7°, ein Zeichen, dass die Scheidung der südlichen 
und nördlichen Hemisphäre in Bezug auf die Wasserwärme in diesen Breiten 
stattfindet. Weiter südwärts ist denn auch bis. 6° Süd-Br. der April der 
wärmste und der August der kälteste Monat, welcher letzterer von 6° bis 10° 
Süd-Br. mehr gegen den Frühling der südlichen Hemisphäre, nämlich dem 
October, rückt. Der Unterschied zwischen dem wärmsten und kältesten Monate 
ist unter dem Aequator grösser als weiter südlich und nördlich, nämlich 3.8°, 
was entschieden den starken Strömungen in unseren Sommermonaten Juni, Juli 
und August zuzuschreiben ist. 
Ur 
Die Tiefseeforschungen I. Br. M. S, „Challenger“ im Stillen Ocean 
während der Reise von Neuseeland bis Hongkong, vom Juli bis 
November 1874. 
Von Wellington auf Neuseeland aus setzte der „Challenger“ seine wissen- 
schaftliche Untersuchungsfahrt (s. „Hydr. Mitth.“ 1874,. pag. 49, 82, 102, 263 
und 1875, pag. 32) bis zu den Fiüi-Inseln fort, von da über die Ratne-Insel durch 
die Torresstrasse in die Arafura-, Banda-, Celebes- und Sulu- See bis in das 
Südchinesische Meer. Ueber die Hauptergebnisse der unter der Leitung von 
Wyrille Thomson und des Capitain Nares (welcher letztere gegenwärtig als 
Leiter der englischen arktischen Expedition mit den beiden Schiffen: „Alert“ und 
„Discovery“ ‘schon unterwegs nach dem Smithsunde ist) ausgeführten ‚Tiefsee- 
forschungen und hydrographischen Arbeiten hat Capt. Nares einen offiziellen 
Bericht an das Hydrographische Amt in London eingesendet, welcher in den 
amtlichen Hydrographic Proceedings No. 35870 veröffentlicht worden ist und 
dem wir hier folgende Einzelnheiten entnehmen mit Benutzung einiger anderen
	        
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