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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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schwindigkeit erreicht, namentlich in den Quadraten 2 und 1, doch auch die 
Guineaströmung ist im Golf von Gwinea, wenn auch in engeren Grenzen ein- 
geschlossen, am stärksten; die Unterschiede in der Temperatur der beiden 
Strömungen betragen in den Mitteln bis zu 3.0°. 
Südlich des Aequators hat sich die Richtung der Isothermen, d. h. die 
relative Vertheilung der Wärme nicht geändert; die Temperatur hat im Mittel 
um 0.3° abgenommen. 
Monat August. Derselbe ist überall mit Ausnahme der nördlichsten 
Zonen der kälteste Monat des Jahres. Im Golf von Gwinea unter dem Aequa- 
tor und südlich des Aequators unter der brasilianischen Küste hat die Tempe- 
ratur ihr Minimum erreicht. Der jetzt stark entwickelte SW-Monsun nördlich 
des Aequators, der seine grösste Ausdehnung nach Norden erreicht hat, kühlt 
Luft und Wasser ab und wirkt dem stärkeren Einflusse der Sonne in der nörd- 
lichen Hemisphäre entgegen. Wir finden daher auch zwischen 8° und 10° Breite- 
wo im übrigen die kältesten Monate Februar und März sind. und der wärmst, 
Monat October ist, im August ein zweites, wenngleich kleineres relatives Minie 
mum der Temperatur, Weiter südlich ist in allen Zonen August der absolut 
kälteste Monat des Jahres. 
Die Richtung der Isothermen hat sich gegen Juli nicht wesentlich ge- 
geändert, dieselben haben sich nur etwas nach Nordwest verschoben. Zwischen 
10° und 20° West-Lg. finden sich an der Grenze der beiden entgegengesetzten 
Strömungen wie vorhin die grössten Temperaturdifferenzen, 
Monat September. In diesem Monate zeigt sich in der nördlichen 
Hälfte der Quadrate 3 und 4 eine bedeutende Zunahme der Wärme, auch im 
Golf von Guinea und unter dem Aequator ist die Temperatur höher und nicht 
mehr, wie in den vorhergehenden Monaten, kälter als weiter nach Süden, so 
dass südlich des Aequators die Isothermen wieder nahezu von Nord nach Süd 
längs der brasilianischen Küste verlaufen. Nur allein in dem südöstlichen Vier- 
iel des Quadrats 301 hat die Temperatur um etwas abgenommen. Nördlich 
vom Aequator verlaufen die Isothermen ziemlich gleichmässig von Ostnordost 
nach Nordnordwest und treten, wie im vorigen Monate, in der südlichen Hälfte 
des Quadrats 2 am nächsten zusammen. 
Monat October. An der Nordküste von Brasilien zwischen 45° und 
60° West-Lg. ist in diesem Monate die grösste Wärme, 28° bis 28.5°, und 
nimmt dieselbe von hier aus ziemlich regelmässig nach Südost zu ab, so dass, 
wenn man die Isothermen zieht, diese im Allgemeinen von Südwest nach Nordost 
streichen würden; die niedrigste Isotherme, 23.5°, findet sich im südöstlichen 
Viertel des Quadrats 301. Im Ganzen hat die Temperatur gegen den Monat 
September nördlich des Aequators um 0.6° zugenommen, und zwar mehr in der 
nördlichen als in der südlichen Hälfte, wogegen südlich des Aequators die 
Wärme nahezu dieselbe geblieben ist. 
Monat November. Im nördlichen und westlichen Theil der Qua- 
ärate 3 und 4 hat die Temperatur abgenommen, während im südlichen und 
östlichen Theile eine Zunahme eingetreten ist. Die Vertheilung der Tempera- 
tur nördlich des Aequators hat dadurch eine wesentliche Aenderung erfahren; 
wir finden die Isotherme 27.5° jetzt wieder im östlichen Theile des Oceans, im 
Golf von Guinea, während dieselbe Wärme nur noch nördlich der brasilianischen 
Küste, wo indess die Temperatur in der Abnahme begriffen ist, vorkommt. 
Da südlich des Aequators im östlichen Theile die niedrigsten Temperaturen 
vorkommen, und diese seit October sich nicht wesentlich geändert haben, so 
finden wir zwischen den Meridianen 15° und 20° West von Süd nach Nord 
eine rasche Zunahme der Temperatur; der Unterschied beträgt 3.4°, während 
zwischen 30° und 35° West-Lg. derselbe nur 0.9° ist. 
Monat Dezember. Die Gegend der höchsten Erwärmung der Gewässer 
ist jetzt wieder im Golf von Gwinea, wo die Temperatur gegen November zu- 
genommen hat, während nördlich der brasikanischen Küste der mehr nach 
Süden reichende und auffrischende Nordostpassat das Wasser abkühlt. Ebenso 
macht sich in den nördlichen Theilen der Quadrate 3 und 4 eine Abnahme der 
Wärme bemerkbar, so dass jetzt die Isotherme von 26.5° bis auf 9° Breite 
herunterreicht; in den südlichen Theilen dieser Quadrate ist die Temperatur 
nahezu dieselbe geblieben.
	        
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