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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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Grenze erreicht; in allen übrigen Monaten liegen die Stellen der grössten Er- 
wärmung der Gewässer auf der nördlichen Hemisphäre. Nach Norden zu er- 
folgt die Abnahme der Temperatur verhältnissmässig rascher, nach Süden da- 
gegen sehr langsam. . 
Monat April. April ist der wärmste Monat des Jahres nicht allein 
südlich des Aequators, wo die Isotherme von 28° längs der brasilianischen 
Küste verläuft und selbst im südöstlichen Theile des Quadrats 301 noch .26.5° 
bis 27° beobachtet ist, sondern auch nördlich. des Aequators im Golf von 
Guinea, wo im südlichen Theile des Quadrats 1 sogar 30° im Mittel aus mehr 
als 30 Beobachtungen sich ergeben. Auch im nördlichen Theile der Qua- 
drate 3 und 4, obwohl hier das Wasser relativ am kältesten ist, macht sich 
der Einfluss der. nach Norden gehenden Sonne gelten, und ist die Wasserwärme 
im Zunehmen begriffen. Wie in den vorigen Monaten ist auch in diesem an 
der nordwestlichen Grenze der Guineaströmung im Nordost-Viertel des Qua- 
drats 2 die Abnahme der Temperatur am stärksten und liegen hier die Isother: 
men am nächsten zusammen. ; 
Monat Mai. In diesem Monate macht sich, ausser in der nördlichen 
Hälfte der Quadrate 2, 3 und 4, wo die Wärme zunimmt, überall eine Ab- 
nahme der Temperatur bemerkbar. Im Golf von Guinea, obgleich hier das 
Wasser: relativ noch immer am wärmsten ist, kühlt bereits die beginnende 
Regenzeit die. Meeresoberfläche ab. 
Südlich vom :Aequator ‚ist namentlich unter der brasilianischen Küste die 
Abnahme der Wärme ziemlich bedeutend, sie beträgt zwischen den Meridianen 
30° und 35° West 0.8°. Unter dem Aequator ist auf den westlichen Längen 
die Temperatur um etwas geringer, als weiter südlich und nördlich, ein Zeichen, 
dass der an Intensität zunehmende Aequatorialstrom bereits die kälteren Ge- 
wässer aus den südöstlichen Gegenden des atlantischen Oceans heraufbringt. 
Monat Juni. In der nördlichen Hälfte der Quadrate 3 und 4 hat die 
Wasserwärme gegen Mai nicht unbeträchtlich zugenommen, die Isotherme von 
27° ist von 6° nach 8° Nord-Br. gerückt, während in der südlichen Hälfte 
dieser Quadrate eine noch grössere Abnahme eingetreten ist. Namentlich ist 
dies unter dem Aequator zwischen 2°. Süd und 2° Nord der Fall, woselbst 
der Unterschied zwischen 1° und 1.s° beträgt. Ebenso ist im Golf von Guinea 
das Wasser bedeutend kälter geworden. Südlich des Aequators hat im Gan- 
zen die Temperatur, um 0.8” abgenommen und zwar mehr auf den niederen 
Breiten des westlichen Theiles als auf den höheren, so dass zwischen 20° und 
30° Länge auf 8° Breite die Temperatur um 1° höher ist als unter dem 
Aequator. Die Vergleichung mit den Strömungen zeigt, dass das kalte Wasser 
dem Aequatorialstrome angehört, welcher an Intensität in diesem Monate so 
beträchtlich zugenommen hat. Es ist:nicht unwahrscheinlich, dass, je stärker 
dieser Strom ist, der unstreitig längs der afrikanischen Küste das kalte 
Wasser des südatlantischen Oceans heraufbringt, um so niedriger auch die 
Temperatur der Oberfläche des Meeres gefunden werden wird. In wie weit 
ein unter dem Aequator aufsteigender kalter Strom, dessen Existenz aus 
den gefundenen Tiefentemperaturen vermuthet wird, die Temperatur der Ober- 
fläche beeinflusst, kann hier nicht‘ weiter erörtert werden, da die niedrigeren 
Wärmegrade, die wir in unseren Sommermonaten unter dem Aequator an- 
treffen, an sich wie oben bemerkt, im Wesentlichen den Oberflächen-Strömungen 
zuzuschreiben sind. Wäre ein aufsteigender Strom die Hauptursache, so 
müssten wir auch in unseren Wintermonaten die Oberflächentemperatur gegen 
Nord und Süd erniedrigt sehen, was unseren Tabellen gemäss nicht der Fall 
ist. Das wärmste Wasser nördlich des Aequators im Quadrat 3 gehört dem 
Guineastrom an, der sich in diesem Monate weiter nach: Westen ausgebreitet hat- 
Monat Juli. In diesem Monate finden wir nur im nördlichsten Theile 
der Quadrate 3 und 4’ und den westlichsten Theilen im Norden der brasilktanischen 
Küste eine geringe Zunahme der Wärme, sonst hat die Temperatur überall ab- 
genommen und zwar ist diese Abnahme am stärksten unter dem Aequator, wo 
dieselbe im Durchschnitt der ganzen Zone über einen Grad beträgt. Auf den öst- 
lichen Längen zwischen 5° und 15° sind sogar Temperaturen von nur 22,3° und 22.5° 
im Mittel beobachtet, doch liegen hier nur wenige Beobachtungen vor. Die 
Aeauatorialströmung hat in diesem Monate (vgl. pag. 166) ihre grösste Ge-
	        
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