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andererseits die Uebersicht um so mehr erleichtert, so dass die Gesetze der
periodischen Veränderungen leichter erkannt werden können. Ueberdies wür-
den die Beobachtungen der Seewarte für sich allein für eine detajillirtere
Behandlung und Darstellung nicht ausreichend sein.
In den unten beigefügten Tabellen sind deshalb für jede Zone von 2° Breite
und 5° Länge die aus den holländischen, englischen und deutschen Beobachtungen
berechneten Monatsmittel und daneben die Anzahl der Beobachtungen, aus
denen diese Mittel hervorgegangen sind, gegeben, wobei zu bemerken ist, dass
für den Golf von Gwinea nur allein die Beobachtungen der Seewarte benutzt wer-
den konnten, da holländische für diese Gegend nicht vorhanden sind, und auch
die in den „Currents and Surface temperatures for the North Atlantic“ gege-
benen wegen der 2'2 Grad-Felder nicht zu verwerthen waren.
Monat Januar. Nördlich vom Aequator finden sich die höchsten Tem-
peraturen von 28.0° und 28,s° C im Golf von Gwinea. Die Wärme hat hier
gegen Dezember um etwas zugenommen, während wir weiter westlich, nördlich
von 6° Breite, eine nicht unbeträchtliche Abnahme derselben beobachten;
namentlich ist dies in der nördlichen Hälfte des Quadrats 3 der Fall, wo sich
die Temperatur um einen ganzen Grad verringert hat. Der Winter der nörd-
lichen Halbkugel macht sich hier geltend und die grössere Stärke des Nordost-
Passates bringt wahrscheinlich den kalten nordafrikanischen Strom mit herunter.
Unter dem Aequator hat die Wärme von 0° bis 2° Nord im Quadrat 3 noch
etwas zugenommen, während wiederum unter der brasilianischen Küste das
Wasser kälter geworden ist.
Südlich vom Aequator bringt der antarktische Sommer überall eine
Steigerung der Wärme hervor und zwar ziemlich gleichmässig im östlichen und
westlichen Theile, durchschnittlich 0.1° C. Der Unterschied der Temperaturen
ist in diesem wie auch in allen übrigen Monaten grösser von Ost nach West
als von Süd nach Nord, d. h. das kältere Wasser befindet sich in der östlichen
Hälfte des Oceans,*) und ist besonders in der westlichen Hälfte von 0° bis
10° Süd keine Aenderung der Temperatur zu bemerken, so dass die Isothermen
hier im Allgemeinen eine südliche Richtung längs der brasilianischen Küste haben.
Monat Februar. Die Temperaturen im Golf von Guinea zeigen noch
immer eine Zunahme, während nördlich von 8° Breite die Wärme gegen den
vorigen Monat noch um einen halben Grad abgenommen hat. Es findet sich
demgemäss zwischen den Meridianen 15° und 20° West nördlich von 6° Breite
auf verhältnissmässig kurzer Entfernung eine Temperatur-Differenz, die bis über
3° steigt, was jedenfalls eine Folge der warmen Gwineaströmung ist, die im
Quadrat 2 (vgl. den Aufsatz über die Strömungen pag. 137) bis 7° Nord-Br.
vorherrscht, während nördlich und westlich davon die afrikanische Strömung
kälteres Wasser mit sich führt. In der südlichen Hälfte des Quadrat 3 südlich
von 4° Breite hat die Temperatur von 26.7° bis 27.0° zugenommen, doch ist
sie im Quadrat 4 nahezu dieselbe geblieben und scheint noch weiter westlich
gegen die brasilianische Küste sogar etwas abgenommen zu haben.
Südlich vom Aequator beträgt die Zunahme der Temperatur nahezu
einen ganzen Grad und streicht die Isotherme von 27.5° C längs der brasilia-
nischen Küste herunter. Das kälteste Wasser findet sich auch hier im südöst-
lichen Theile. .
Monat März. Nördlich vom Aequator ist in der Vertheilung der
Wärme wenig Aenderung eingetreten; nur im Golf von Guinea ist noch eine
geringe Zunahme der Temperatur bemerkbar, ebenso in der Zone 0°—2° Nord.
Südlich vom Aequator findet sich westlich von 15° West-Lg. nahezu
überall dieselbe Temperatur von 27.5°, nur unter der brasilianischen Küste ist
eine geringe Zunahme bemerkbar. In diesem Monate fällt der Wärmeäquator
nahezu mit dem geographischen Aequator zusammen und hat seine südlichste
%*) In den „OnderzoeKingen mit den Zeethermometer“ heisst es pag. 50: „Es verdient be-
sonders bemerkt zu werden, dass der Südatlantische Ocean östlich vom Meridian von 20° West-Lg.
viel kälter ist, als westwärts davon, Alle Isothermen nehmen in der Nähe dieses Meridianus
plötzlich eine südliche Richtung an; dies ist auch im Sommer der Fall, doch liegt dann die
Aenderung der Richtung mehr westwärts nahe dem Meridian von 25°.“ Wir haben hier also
wieder einen nordwärts gerichteten kalten Strom längs der Küste von Afrika und einen warmen
längs der Örasılianischen Küste.