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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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schnell nach Norden zu gelangen wünschen, ist das Beste, wenn sie nach einem 
der, 24—36 Stunden wehenden, Stürme mit voller Kraft nordwärts dampfen, 
wobei ich bemerke, dass die See, welche verhältnissmässig schnell aufkommt, 
sich ebensobald wieder beruhigt. . 
Bei der Ansegelung des Landes in der Nähe vom Cap Shantung markirte 
sich bei Tage der Berg Wade, nordwestlich von diesem Cap gelegen, auf weite 
Entfernung. Bei Nacht ist das jetzt brennende neue Feuer auf Cap Shantung, welches 
20 Seem. weit sichtbar ist, von grossem Werth, da es sehr gut und hell brennt.“ 
Oberflächentemperaturen in den Aequatorialgegenden des 
Atlantischen Oceans, 
Von C. Koldewey.. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,) 
Im engen Zusammenhange mit den Strömungen des Oceans stehen un- 
streitig die Temperaturen der Oberfläche der Meere; dieselben sind, ganz ab- 
yesehen von der grossen Wichtigkeit, die ihre genaue Kenntniss für die Klima- 
tologie der Erde überhaupt hat, für den Seemann schon deshalb von unmittel- 
barem praktischen Werthe, als derselbe oftmals allein mit Hülfe des Thermo- 
meters die Strömung, in welcher er sich befindet, in Bezug auf ihre Richtung 
erkennen. kann. Namentlich ist dieses der Fall, wo zwei entgegengesetzte Strö- 
mungen, mit verschiedener Temperatur je nach der Gegend, woher sie kommen, 
nahe bei einander vorbeifliessen, wie z. B. der Golfstrom und der an der Ost- 
küste von Nordamerika herunter kommende kalte arktische Strom und ebenso 
im gsequatorialen Theile des atlantischen Oceans die warme Guineaströmung 
und der kalte, von Südost heraufkommende Aequatorialstrom, aus deren Tem- 
peraturverschiedenheit man sofort erkennt, ob man sich in dem einen oder dem 
anderen Strome befindet. . 
Im Anschluss und gleichsam als Ergänzung zu den in den beiden vorigen 
Heften dieser Annalen gegebenen Aufsätzen über die Strömungen in den 
Aequatorialgegenden des atlantischen Oceans erschien es daher zweck- 
mässig, auch die Oberflächentemperaturen, soweit es das vorhandene Material 
gestattet, einer eingehenden Untersuchung und Besprechung zu unterziehen. 
Gerade für diesen Theil des atlantischen Öceans liegen eine verhältnissmässig 
grosse Anzahl von zuverlässigen Beobachtungen vor, welche von dem König- 
lich Holländischen meteorologischen Institut in Utrecht, dem meteo- 
rologischen Amte in London und der früheren norddeutschen Seewarte 
seit einer Reihe von Jahren gesammelt sind, so dass für die meisten Felder 
nicht allein zuverlässige Mittelwerthe für die verschiedenen Monate gewonnen 
werden können, sondern dass man auch im Stande ist, die periodischen Ver- 
änderungen in der Wasserwärme, die Jahresschwankungen, Sowie den Einfluss 
kalter und warmer Strömungen überall deutlich zu erkennen, 
Die Vergleichung der in den „Onderzoekingen mit den Zeethermometer, 
Utrecht. 1861,“ gegebenen holländischen Beobachtungen mit den in den „Charts 
of Meteorological Date for Square 3“ veröffentlichten englischen Beobachtungen 
einerseits und den aus den Wetterbüchern der Seewarte extrahirten anderer- 
seits ergab eine so grosse Uebereinstimmung in den: Mitteln (der Unterschied 
betrug selten mehr als + 0.2° bis + 0.s° ©), dass dieselben unbedenklich als 
von gleicher Güte und gleichem Gewicht im Verhältniss der Anzahl der Beob- 
achtungen zusammengestellt werden konnten. Da indess in den holländischen 
Untersuchungen die Mittel für Zonen von 5° Länge und 1° Breite, in den 
englischen Karten für Felder von 2° Breite und 2° Länge und Zonen von 
2° Breite und 5° Länge gegeben sind, während die Beobachtungen der See- 
warte für Ein-Grad-Felder extrahirt wurden, so mussten die letzteren, sowie 
die holländischen Daten ebenfalls in Zonen von 2° Breite und 5° Länge zu- 
sammengezogen werden. Dadurch werden allerdings einzelne Details, sowie 
auch manchmal die genauen Grenzen verschiedener Strömungen verwischt, aber
	        
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