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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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mann ist zum Dirigenten der -Ostsoe-Vermessungen ernannt und hat‘ bereits 
die Arbeiten bei Memel in Angriff genommen, 
Da die einfachen Küstenverhältnisse an der Preussischen Küste den im 
südwestlichen Theile der Ostsee angewendeten Maassstab von 1: 100,000 für 
die Sectionskarten als zu gross erscheinen lassen, so ist für die Soctionon IV 
bis. VII ein solcher von I: 150,000 und für die zu der Section gehörigen Spo- 
cialkarten ein Maassstab von 1: 75,000 in Aussicht genommen. ; 
Im Anschluss an diese Arbeiten, die voraussichtlich einen Zeitraum von 
34 Jahren in Anspruch nehmen werden, soll alsdann eine neue Segellkarte 
des mittleren Theiles der Ostsee, und zwar, da sich der Maassstab der Segel- 
karte des Preussischen Seeatlasses von 1: 400,000 für den praktischen Gebrauch 
an Bord als zu gross und bei dem hier einfachen Fahrwasser als nicht noth- 
wendig herausgestellt hat, im Maassstabe von 1: 600,000, und eine Segelkarto 
des südwestlichen Theiles der Ostsee im Maassstabe von 1:300,000, da die 
engen Wasserstrassen hier einen grösseren Maassstab bedingen, herausgegeben 
worden. Die ungefähren Grenzen dieser projectirten Karten sind ebenfalls aus 
der beigegebenen Skizze ersichtlich. 
Da die dänischen Gewässer die deutschen Meerestheile der  Ost- 
und Nordsee verbinden und Deutschland auf dieser so wichtigen Verbindungs- 
strasse in keinerlei Weise vom Auslande abhängig sein darf, so erscheint 
es dringend nothwendig, dass Deutschland nicht nur auf demjenigen See- 
gebiet, das seine eigenen Küsten umspült, in Bezug auf das kartographische 
Material sich selbstständig stellt, sondern dass auch deutsche Seckarten von 
den dänischen Gewässern, vom Sund, den Belten, dem Kattegat, dem Skagerrak 
und auch von den russischen Gowässern der Ostsee herausgegeben werden, 
Das Bedürfniss der Uebertragung der russischen Karten wird durch die auf 
denselben gebräuchlichen, für die , Allgemeinheit unverständlichen. russischen 
Schriftzeichen bedingt. 8 
Das Hydrographische Bureau der Kaiserlichen Admiralität wird diese 
Arbeit in Angriff nehmen, sobald die oben entwickelten näher liegenden Auf- 
gaben vollendet sein ‚werden. Seine Thätigkeit ist somit noch auf längere Zeit 
in Anspruch genommen, und so wünschenswerth wie es nun auch sein würde, 
sich deutscherseits den Bestrebungen der Engländer, Amerikaner und Franzosen 
auf dem internationalen Gebiete der Seevermessungen anzuschliessen und der 
Schifffahrt jene noch so zahlreichen und nur ungenau dargestellten Wasser- 
strassen und Küstenstrecken durch eigene Aufnahmen zu eröffnen, so hat doch 
bei den beschränkten Mitteln und bei den noch auszuführenden so bedeutenden, 
Arbeiten hiervon im Allgemeinen vorläufig Abstand genommen werden müssen. 
Die Forschungsreise S, M. S. „Gazelle“ wird zwar voraussichtlich auch auf die- 
som Gebiete manches Erspriessliche leisten und stehen uns namentlich wichtige 
Arbeiten. aus dem südlichen Indischen und Stillen Ocean in Aussicht. Ebenso 
finden schon seit längerer Zeit gelegentliche Küsten-Aufnahmen und hydrogra- 
phische Ermittelungen seitens aller im Auslande befindlichen deutschen Kriegs- 
schiffe statt und zwar; hauptsächlich von solchen Plätzen und Häfen, in denen 
die. deutsche ‚Schifffahrt beginnt, heimisch zu werden. I 
_ Bereits liegen einige Resulate dieser gelegentlichen Arbeiten vor; SO or- 
schienen: - ) 
1) 1873 der Hafen von Sabanilla, 1:50,000, nach Aufnahmen der Ofß- 
ziere des Geschwaders unter dem Commando des Capitain z. S. Werner. 
=", 2) 1874 eine Karte von Puerto Plata, Westindien, Domingo, 1: 10,000, 
nach Aufnahmen S. M. Kbt. „Albatross“, Corv.-Capt. Stenzel, und 
3) in diesem Jahre ein Plan von Santorna, Nordküste von Spanien, im 
Maassstabe von 1:+%2%°, nach Revisionspeilungen S. M. Kbt. „Nautilus“, Corv.- 
Capt. Zembsch. . a Sa . 
Letztere Karte ist auch als Beilage dem Maiheft der „Annalen der Hy- 
drographie otc.“, beigolegt. . ; 
Was nun zum Schluss die Darstellungsweise der vom Hydrographischen 
Bureau der Kaiserlichen Admiralität herausgegebenen Karten anbetrifft, so ist für 
die deutschen Küsten neuerdings der Kupferstich in Anwendung gekommen, 
und zwar hauptsächlich deshalb, weil, abgesehen von der besseren Herstellung
	        
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