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Nord-Br. erstreckt, im Maassstabe von 1: 800,000 schon so weit vorgeschritten,
dass dem Erscheinen der Karte noch in diesem Herbste, spätestens im Beginne
des nächsten Jahres entgegen geschen werden kann. Daran wird sich dann im
nächsten Jahre die Karte des nördlichen Theiles der Nordsee von 56°
bis 64° N im Maassstabe von 1: 1,000,000 anschliessen.
Damit würde der Cyclus des Deutschen See-Atlasses der Nordsee
geschlossen sein und es nun darauf ankommen, diese Karten zu jeder Zeit cor-
rect zu halten. Wie schon oben angedeutet, bedingen die Vermessungen des
Fahrwassers an den Küsten der Nordsee cine stetige Revision. Um num jeder
Zeit im Besitz richtiger Seckarton dieses Gebietes zu sein, ist es seitens der
Kaiserlichen Admiralität in Aussicht genommen, für das gesammte Gebiet der
Deutschen Nordseeküste einen fünfjährigen Revisions-Turnus beziehentlich der
Vormessungen einzuführen, wonach diese Küste in fünf Theile getheilt ist, von de-
nen alljährlich einer revidirt und die betreffende Karto in ‚verbesserter Auflage
herausgegeben werden soll. Mit dem wichtigsten Theile der Küste, den Jade-,
Weser- und Elbmündungen, ist in diesem Jahre schon begonnen, so dass auch
im nächsten Jahre voraussichtlich eine neue Auflage dieser Karte erschei-
nen wird,
In der Ostsee wurde nach Beendigung des Krieges 1870/71, im Anschluss
an den Preussischen See-Atlas, die Aufnahme des südwestlichen Theiles der
Ostsee angeordnet. Die Arbeiten begannen im Frühjahre 1872 unter Leitung
des Capt.-Lieut, Heusner und wurden 1873 und 1874 unter Leitung des Capt.-
Lieut. Hoffmann fortgesetzt. Von diesem Theile der Ostsoce, der zum grössten
Theil die Deutschen Küsten bespült, existirten bisher nur dänische Aufnahmen
aus der Zeit, wo die Herzogthümer Schleswig und Holstein noch unter dänischer
Herrschaft standen. Das Gebiet wurde in drei Sectionen eingetheilt, von denen
Section I.den nördlichsten Theil — Schleswig —, Section II den mittleren
Theil — Holstein, — und Scetion III den westlichen Theil — Grossherzogthum
Mecklenburg — umfasst. Zunächst wurde die Scetion II, als das Gebiet des
Reichskriegshafens Kiel umfassend, in Angriff genommen und konnte eine vorläufige
Karte hiervon (im Maassstabe von 1: 100,000), — die jedoch leider noch keine
topographischen Angaben an den Küsten enthält, da die betreffenden Aufnahmen
seitens des Königlich Preussischen Generalstabes erst für die Zukunft in Aus-
sicht genommen sind — bereits in diesem Frühjahre publieirt werden. Zu dieser
Section gehören ferner eine Specialkarte des Fehmarn-Sundes, (1: 40,000), die
sbenfalls bereits erschienen ist, ferner die Specialkarten der Eckernförder und
Kieler Bucht, im Maassstabe von 1: 50,000, die in wenigen Wochen der Oeffent-
lichkeit übergeben werden sollen. ,
Zum Stich fertig ist des Weiteren die Section III (1:100,000) und die
zu dieser Section gehörige Specialkarte der Neustädter Bucht (1:50,000). Die
Aufnahmen der Section I sind ebenfalls im Jahre 1874 beendet; die Zeich-
nung dieser Karte ist zur Zeit in Angriff genommen. Die topographischen
Angaben auf den Karten der Sectionen I und III sind aus dem oben für die
Karten der Section II angeführten Grunde noch nicht ganz vollständig und cor-
rect und werden dieselben boi einer späteren Auflage dieser Karten mehr Be-
rücksichtigung finden.
Die Anforderungen der Neuzeit, der grosse Aufschwung, welchen der
deutsche Sechandel genommen hat, die Einführung des Metermaasses liessen
88 als sehr wünschenswerth erscheinen, die bisherigen Preussischen Karten der Ost-
see einer neuen Rovision zu unterwerfen, und zwar um so mehr, als die Grund-
lage der Karten des Preussischen Sceatlasses, in Folge der durch den Preussi-
schen Generalstab bewerkstelligten Landestriangulation eine andere geworden
war. Eine neue Triangulation des Preussischen Staates war allerhöchsten
Ortes befohlen und so wurde es von der Kaiserlichen Admiralität ebenfalls für
zweckmässig erachtet, Revisionsarbeiten des Seogebietes an der Preussischen
Küste anzuordnen. In Uebereinstimmung mit den Arbeiten im südwestlichen
Theile der Ostsee wurde das ganze Gebiet in weitere fünf Sectionen eingetheilt,
wie sie die anliegonde Skizze ersichtlich macht, und da die Detailtriangulation
von Osten angefangen und dort erst vollständig vollendet ist, so musste auch
mit dieser Arbeit im Osten begonnen werden. Der Corvetten-Capitain Hoff-