Annalen der-Hydrographie
und
maritimen Meteorologie.
Organ des Hydrographischen Bureaus und der Deutschen Seewarte.
Herausgegeben
von der
Kaiserlichen Admiralität.
IL Jahrgang der Hydrographischen Mittheilungen 1875. No. 11 und 12.
Gedruckt und in Kommission bei E. S. Mittler und Sohn, Königl. Hofbuchhandlung, Kochstr, 69,
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EI
Die Vermessungsarbeiten an den deutschen Küsten.
Von Corvetten - Capitain Jung. ;
(Mit einer Skizze,)
Einen wichtigen Theil der Aufgaben und der Thätigkeit des Hydrogra-
phischen Bureaus der Kaiserlichen Admiralität bilden die Vermessungs-
arbeiten an den deutschen Küsten und in den umliegenden Gewässern, welche,
wie in dem Artikel „Das Hydrographische Bureau der Kaiserlichen Admiralität“
in dem letzten Hefte dieser Annalen pag. 146 hervorgehoben ist: „die genaue
Aufnahme unserer Küsten und Fahrwasser zum Gegenstand haben, damit dar-
nach Karten für die weitergehenden Anforderungen der Kriegsmarine, die vor
Allem eine gründliche Kenntniss der heimischen Fahrwasser besitzen muss,
und für den Gebrauch der Handelsschiffe entworfen werden können.“. Und in
der That ist die Herstellung und Herausgabe eines geeigneten Seekarten-
Materials, auf Grund dessen der Seemann seinen Kurs bestimmen und sein
Schiff möglichst gefahrlos von einem Hafen zum andern führen kann, ein
wesentliches und gebieterisches Erforderniss jedes Staates, dessen Gebiet vom
Meere bespült wird, Bei der früheren Zerrissenheit unseres deutschen Vater-
landes, welche auch den nautischen Interessen hindernd in den Weg trat, konnte
allerdings ein einheitliches, allen berechtigten Anforderungen entsprechendes
Karten-Material nicht geschaffen werden, und unsere deutsche Schiffahrt war
leider auf den Gebrauch der im Auslande herausgegebenen Karten der eigenen
Küsten und Häfen beschränkt, so auf die englischen und dänischen Karten
für die Nordsee und. die dänischen für die Ostsee.
Auch waren nur wenige der deutschen Uferstaaten in der Lage, wirk-
lich Erspriesliches in dieser Beziehung leisten zu können. Die Grossherzog-
thümer Mecklenburg und Oldenburg haben, auf diesem Gebiete nicht gearbeitet
und die Hansestädte beschränkten sich darauf, Karten des eigenen See-
gebietes mit der allernächsten Umgebung desselben zu veröffentlichen. Das
ehemalige Königreich Hannover, seiner Rolle als deutscher Admiralstaat ein-
gedenk, veranlasste allerdings in den Jahren 1862 — 66 eine Aufnahme der