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Kleinere hydrographische Notizen.
Versandungen der Häfen und Anwachsen des Festlandes von
Kleinasien, Ueber die Versandung des Hafens von Smyrna durch die Ab-
lagerungen von Sand und Schlamm, welche der in dem nördlichen Theile der
Bucht von Smyrna sich ergiessende Sarabat oder Gedyse (Hermos der Alten)
mit sich führt, haben wir in den diesjährigen „Hydr. Mitth.“, pag. 93, eine
kurze Notiz gebracht. Zur Ergänzung derselben fügen wir num hier nach den
Mitthoilungen des russischen Geographen Wenjukoff, welcher im April und
Mai 1874 die Häfen von Kleinasien besucht und über diese und das fortschrei-
tende Zurückweichen des Meeres an der Küste von Kleinasien in der Russischen
Revue berichtet hatte, noch hinzu, dass schon jetzt alle Schiffe, welche von NW
kommen, einen grossen Bogen nach Süden beschreiben müssen, um die Sand-
bänke zu umgehen, welche in einem breiten Streifen vor der Mündung des
Gedyse liegen. Das Fahrwasser bei der Festung Sandjak-Kalessi ist nicht tiefer
als öshetons 13.7 Met., bei einer Breite von 730 Met., und macht solche Win-
dungen, dass das Befahren desselben die grösste Aufmerksamkeit, besonders
bei grösseren Schiffen, erfordert. Periodisch wiederholte Ausbaggerungen des
Fahrwassers sind für den Bestand des Hafens von Smyrna von dringender
Nothwendigkeit geworden.
Auch noch andere Häfen Kleinasiens erleiden eine solche Versandung.
So ist bei Alexandretta (Iskenderun) das Meer im Laufe von 12 Jahren 18 bis
27 Met. zurückgetreten und bei Mersina müssen gegenwärtig die Dampfschiffe
eine Meile vom Lande vor Anker gchen. Uebrigens verdankt dieser Hafen
aur dem Umstande seine commercielle Bedeutung, dass der andere, näher nach
Tarsus zu gelegene Hafon von Kazalu, welcher in der ersten Hälfte des vori-
gen Jahrhunderts noch benutzt werden konnte, gegenwärtig vollständig versan-
det ist. Die Thatsache, dass die alten Seestädte Tarsus, Milet und Ephesus
zegenwärtig 1 bis 2 geogr. Meilen vom Meere ab licgen, zeigt, dass das Fest-
land Kleinasiens auf Kosten des Mittelmeceres in den historischen Zeiten bedeu-
btend zugenommen hat. Auch an der Küste des Schwarzen Meeres zeigt sich
cine sehr ähnliche, auffallende Erscheinung. Bei der an der Grenze von Zrans«
kaukasien liegenden Stadt Batum wächst die im Westen des Hafens liegende
Sandbank zusehends, und wenn auch in Folge davon der Umfang der Bucht
sich von. Jahr zu Jahr vergrössert, so wird damit zugleich die Stadt selbst
immer mehr und mehr von der nördlichen Einfahrt zurückgedrängt, Bei der
in der Nähe von Batum liegenden Stadt Pott wächst das Festland in erstaun-
licher Schnelle in Folge der Anschwemmungen des Flusses Riont, (Deutsches
Postarchiv No. 8, 1875.)
Die Mündung des Gaboonflusses und die Inseln Prince und Anno
Bom an der Westküste von Afrika sind im Jahre 1874 von I. Br. M. S. „Spiteful“
besucht worden. Nach dem Berichte des Stationschefs an der Westküste von Afrıka,
Commodore Sir William N. W. Howett, über die von der „Spiteful“ aus-
geführten Untersuchungen, welcher in den „Hydrographie Notice“ N 9 (1875)
mitgetheilt ist, sind nachstehende Ergänzungen zu dem African Pilot, West
Coast, Part II. (1868) für die Schifffahrt an diesem Küstentheile von West-
Afrika zu beachten,
Gaboon River. Die früher in die Augen fallenden Bäume auf den Bergen
Bouet und Baudin (s. a, a. O0. pag. 17) sind nicht mehr zu erkennen, da die
Bäume des dieselben umgebenden Waldes so gewachsen sind. dass sie gleiche
Höhe mit den ersteren erlangt haben.
Penelope Pass. Die Caraibe- und SO-Bänke au der NO-Seite des
Penelope - Passes (s, a. a. O. p. 23) sind jede durch eine rothe spitze Tonne
mit Stange und Kugel gekennzeichnet, Nachdem die Tonne der SO-Bank in
einer Entfernung von ungefähr 64 Met. umsteuert war, wurden bei halber Fluth
A N Br. M. S. „Spiteful“ im October 1874 an mehreren Stellen 9 Met. Wasser
gefunden.
Mouche Bank. An der SW-Seite des Penelope Passes ist die Mouche
Bank (s. a, a. 0. pvp. 22) an ihrer nördlichen Seite durch eine schwarze stumpfe