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genauer untersucht hat, Vertrauen verdienen und einen Vergleich mit dem Klima
anderer Küstenpunkte von Japan erleichtern. ;
Die Stadt Yokohama liegt an der Westseite der Bai von Yedo, ungefähr
90 Seem. von der Stadt Yedo, welche an der Spitze der Bai liegt“), und unge-
fähr 37 Seem. vom Cap King im Stillen Ocean. Bei Yokohama selbst ist die
Bai 12 Seem. breit; die Stadt ist zum grossen Theil auf einer Ebene erbaut,
ungefähr 3,3 Met. über der Hochwassermarke, an der Mündung eines in die
Bai sich öffnenden Thales. Dieses Thal ist hier eine engl. Meile breit und er-
streckt sich 3 Meilen weiter in das Land hinein nach Westen, wobei. es immer
enger wird bis !/a Meile Breite. Es ist von beiden Seiten durch eine niedrige
Hügelkette von 36 Met. Höhe begrenzt und ist mit Reisfeldern bebaut, daher
nass und sumpfig. Die Stadt Yokohama ist daher wegen ihrer Lage den nord-
östlichen und Ost - Winden, welche von der Bai her, und den SW- und West-
winden, welche von dem Thale aus wehen, ausgesetzt. Die Nordost- und Süd-
west-Monsune, welche an der Küste von China bekanntlich so regelmässig
wehen, werden an dieser Küste von Japan als weniger beständige Winde be-
merkt; auch sind die Winde häufig plötzlichen Aenderungen unterworfen. Die
Nordost- und Ostwinde (hier Seewinde) sind im Allgemeinen von Regen beglei-
tet, gewöhnlich nicht stark und bei hohem, aber fallendem Barometerstande.
Die Südwest- und Westwinde (hier Landwinde) sind im Allgemeinen stark, oder
selbst heftig, und von niedrigem Luftdruck begleitet. Aus SW kommen fast
regelmässig alle Cyclonen, von denen jährlich 1 bis‘ 2 vorkommen. An klaren
und schönen Tagen, welche an Zahl die anderen überwiegen, wehen zu allen
Jahreszeiten regelmässige Land- und Seebrisen.
Das beständig heisse Wetter beginnt im Allgemeinen erst in der letzten
Dekade des Juni, oder in der ersten des Juli, und endet oft sehr plötzlich Mitte
September. Der Regenfall ist im Durchschnitt sehr bedeutend, aber in den
einzelnen Jahren sehr verschieden (s. Tabelle I). Der Schneefall ist meistens
sehr gering und übersteigt selten 50 mm. (im Winter 1861 allerdings erreichte‘
er die Tiefe von fast 0.5 Met.). Das Eis erreicht selten die Dicke von 30 mm.
Nebel sind selten, ebenso Hagel. Gewitter sind weder häufig (s. Tab. IIT), noch hef-
tig. Dagegen treten Erdbeben häufig auf; im Durchschnitt ereignet sich jeden Mo-
nat. ein solches, aber bis jetzt ist seit der ersten Ansiedelung der Fremden in
Yokohama noch kein starkes Erdbeben von zerstörender Wirkung eingetreten.
Die zweite Tabelle giebt 'für einige Jahre, welche ausserhalb des sie-
benjährigen Cyclus von 1863 bis 1869 des Dr. Hepburn liegen, nämlich für
1860, 1870,. 1873 und 1874 einige klimatologische Angaben, welche die
der ersten Tabelle nicht unwesentlich ergänzen, Für das Jahr 1860 sind die
Angaben den Beobachtungen des Dr. Hepburn, damals Missionar in Kanagawa
(35° 30‘ Nord - Br. und 139° 20‘ Ost-Lg.) **), entnommen (8. Petermann’s -Mit-
{heilungen etc. 1867, pag. 118), für das Jahr 1870 den Beobachtungen von Dr.
Gratama (s; Zeitschr. d. österr. Ges. f. Met. 1872, pag. 361) und für die Mo-
nate Januar bis Dezember 1873 und Januar bis September 1874 den Beob-
achtungen von Dr. Knipping zu ‚Yokohama (s. Mitth. der Deutschen Ges: für
Natur- und Völkerkunde Östasiens, Heft 1 bis 6, Mai 1873 bis Dezember 1874).
Die Beobachtungen des Luftdruckes und des Dunstdruckes für 1865 rühren von
Dr. Mourier her (s. Zeitschr. d. österr. Ges. f. Met. 1872, pag. 47); bei .dem
grossen Mangel an zuverlässigen derartigen Beobachtungen in Ost - Asien sind
jede. derartige Beobachtungsreihen von grossem Interesse, wenn. Sie auch erst
später werden vollständig verwerthet werden können. Dr. Knipping beöb-
achtete dreimal täglich um 7. Uhr Morg., 2 Uhr Nm. und 9 Uhr Ab. im Hofe
des Kaisegakko in 35° 41‘ Nord-Br. und etwa 189° 47’ Ost-Lg. — Wet
j Fedo heisst in deutscher Sprache „Thor der Bucht“ und wird mit diesem Namen
von den Fremden so genannt. Der Ortsname im Lande ist seit 1868 Tokio a, h, Östlighe
Hauptstadt; Yedo. war i, J. 1660 nur ein kleines Schloss von Dörfern umgeben, hatte aber
i. 9. 1872 728,000 Einwohner, Der europäische Stadttheil, 7sukjz, liegt südöstlich von der
Eisenbahnstation und in der Nähe derselben; es leben dort 250 Fremde, meist Engländer und
Amerikaner (s. Ausland 1874 Nr. 45). A.qad.R.
*#*) Kanagawa liegt an der Nordseite der Spitze der Bai und war früher einer der ‚den
Fremden geöffneten Häfen Japans; wegen seiner für eine Niederlassung unvortheilhaften .Lage
wurde statt Kanagawa das nähere Yokohama an der Südseite dieser Spitze der Bai für die euro-
päische Niederlassung gewählt.‘ Kanagawa heisst „Fluss des goldenen Feldes“, Ad, R,