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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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häufig aus Osten einsetzen. Kriegsschiffe bezahlen keine Lootsen-Gebühren, doch 
ist es Sitte, dafür dem Regierungs-Lootsen 1 Pf. Sterl. zu geben, 
Handel. Der Hafen von Aden ist von den Engländern zum Frei- 
hafen gemacht und hat sich daher der Hauptmarkt des Mokka-Kaffee hierher- 
gezogen. Der Import ist gering. Seine Hauptbedeutung aber hat Aden als 
Kohlenstation für alle das Rothe Meer passirenden Dampfer. Die regelmässigen 
Dampferlinien, wie die P, & 0. Compagnie, die Messagerie Maritime etc., haben 
bier ihre eigenen bedeutenden Kohlenlager. Ausser diesen befinden sich hier 
noch 2 Firmen, die grosse Kohlenlager haben, nämlich Luke Thomas & Co 
Limited und die Aden Coal Compagnie, deren Vertreter der Kaiserlich 
Deutsche Consul Herr Gänslandt ist. Beide Firmen haben im vorigen Jahre 
einen Umsatz von 60,000 Pf. Sterl. gehabt und machen sich vorläufig noch viele 
Concurrenz, wodurch häufig die Kohlen unter dem Marktpreise zu haben sind. 
Die von der „Ariadne“ gekauften Kohlen zu 45 sh. die Tonne, waren sehr gut. 
Andere Artikel für Schiffsausrüstung und Verproviantirung sind hier nur 
in geringen Quantitäten zu haben; es ist daher auf deren Vorhandensein nicht 
mit Bestimmtheit zu rechnen. Betreffs des frischen Proviants ist zu bemerken, 
dass Rindfleisch sehr theuer und kaum zu geniessen ist, dagegen ist Hammel- 
fleisch hier sehr schön und sehr billig zu haben. Es wurden 5 Pfund englisch 
mit einer Rupie bezahlt, derselbe Preis aber auch für das Pfund frisches Brod 
gegeben, 
Ueber die Strömungen in den Aequatorialgegenden des Atlantischen 
Dceans. 
Von C. Koldewey. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte, Schluss v. Seite 141.) 
Monat Juli. Die Stärke der Strömungen hat in diesem Monat noch 
mehr zugenommen. Die Aequatorialströmung erreicht in diesem Monat 
die grösste Geschwindigkeit (zwischen 0° und 2° 29 Secm.). Dieselbe erstreckt 
sich (im Quadrat 3) bis 4° Nord- Br. und ihre Richtung zwischen West und 
NW ist sehr regelmässig. Weiter östlich scheint die Stärke der Strömung, de- 
ven Grenze hier nicht nördlicher als 3° und 2° Nord - Br. liegt, noch bedeu- 
tender zu sein. Unsere Wetterbücher geben in den Quadraten 2 und 1 im Mittel 
aus 11 Beobachtungen eine Geschwindigkeit von 33,5 Seem., der stärkste Strom 
setzt nach W!LN 64.2 Seem. 
Die Guineaströmung nimmt die ganze nördliche Hälfte des Quadrats 3 
von 4° bis 10° Nord-Br. ein. Die herrschende Richtung ist zwischen Ost und 
NO mit oiner durchschnittlichen Geschwindigkeit von 20 bis 25 Meilen. Weiter 
westwärts sind die Beobachtungen nur schr vereinzelt, doch scheint nach den- 
selben‘ die Ausdehnung der östlichen Strömung bis 44° Länge wahrscheinlich. 
Unsere Wetterbücher geben folgende Beobachtungen: 
In 7° Nord-Br. u. 43° West-Lg. 1 Beob. NOzN 16.7 Seem. 
„ 5° » „ 42° » 1 „ Ost 33.9 
„4° » „ 42° » 1. 0S0O 180 
„ 3° » „ 41° ” 1  S0OUS 385 
und die englischen Karten in den „Currents and Surface Temperatures of the 
North Atlantic“ zeigen in 42° Länge sogar 2 Beobachtungen in nordöstlicher 
Richtung von 68 Secem. Geschwindigkeit. In den Quadraten 2 und 1 finden 
wir aus den Wetterbüchern der Seewarte über Richtung und Stärke der Strö- 
mung folgende Angaben: 
20° — 10° West. 
10° — 0° West, 
Breite 
Anzahl d, 4 Anzahl d. 4 
Beobach- Mittlere |Stärkster Siam Beh Mittlere |Stärkster Strom. 
tungen. Richtung Stärke tungen. 'Richtung Stärke| 
2 
305°] {6 
50— 70| 19 
010° | 13 
WNWIZW 15.6 _ 
N03/40 12,6'N01/40 23. 
9NÖO 19.7N020%%40 32.7 
N0z03/40 15.5/01/4N 27,3 
14 
ON sem 66.2
	        
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