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fähr 5 Seem. tief in das Land erstreckt und bis zur Stadt Santander südwest-
lich, von da mehr südlich läuft. Der grösste Theil dieser Bucht ist durch Sand
und Schlammbänke ausgefüllt, die bei Niedrigwasser zum Theil trocken fallen.
Nur an der Nordküste führt ein schiffbarer Canal bis ziemlich an das Ende der
Bucht; diese Nordküste wird durch eine bei Cabo-menor beginnende Hügelreihe be-
grenzt und. bildet. dann die Bucht von Sardinero; hier ankern Schiffe, welche
während der Nacht in den Hafen kommen und den Tag.oder den einlaufen-
den Strom daselbst abwarten wollen; sie bietet Schutz bei Winden von Süd
bis NW. Die Bucht erstreckt sich bis zur Punta Caballo, auf welcher . die
Signalstation liegt, die nach dem neuen internationalen Signalsystem Signale
giebt und empfängt. . Drei Kabel.von der Punta Caballo liegt die Punta del
Puerto mit einem grünen Hafonfeuer. Dieser gegenüber befindet sich die Insel
Muros (oder Mouro), eine Felseninsel mit einem Leuchtthurm, welche. die Ein-
fahrt in eine westliche und eine östliche theilt (s. „Hydr. Mitth.“ 1875, pag. 21).
Die Insel selbst fällt nach dem Wasser zu und unter Wasser steil ab und man
kann mehr an sie herangehen; nur im Westen von ihr in einer Entfernung von
1/2 Kblg. befindet sich ein Stein, auf welchem bei Niedrigwasser nur etwas über
5 Met. Wasser sind. Von der Punta del Puerto aus erstreckt sich die Küste
nach SW, . biegt sich alsdann scharf nach Norden hin und bildet eine Bucht;
in dieser liegen die Inselchen Orodada (Horrodada) und Latorre, welche das
Fahrwasser nach Norden begrenzen. Auf Orodada steht ein weisses Thürmchen,
ähnlich einem Leuchtthurm; von der Insel Latorre muss man ein Kabel weit
abbleiben, da südwestlich von derselben ein Stein sich befindet, anf welchem
bei Niedrigwasser nur 3 Met. Wasser angetroffen werden; sonst kann man überall
bis auf ungefähr !/a Kblg. herangehen; dasselbe gilt von der weiter folgenden
Punta San Martin und einigen. noch bei Hochwasser sichtbaren Felsen, Las
Hermanas genannt; nicht ganz !/2 Seem. weiter westlich beginnt der Kai aus
Sandstein (s. a. a. O., pag. 20). Von diesem Kai aus -erhebt sich die Stadt
Santander vom Abhange des Hügels. ;
Die Südküste der Bucht wird durch eine Hügelkette gebildet und beginnt
bei der Insel Santa Marina, welche durch einen, für Boote passirbaren Canal
vom Festlande getrennt ist; ihr gegenüber erstreckt sich die Sandbank Arenal
del Puntal von Osten nach Westen, sie bleibt selbst bei Hochwasser sichtbar
und endigt gegenüber der Punta del Puerto. In der Mitte ist die Quebrantos-
Bank, welche sich 4 Kblg. weit nach NW erstreckt; auf ihr ist bei Niedrig-
wasser nur 1.8 bis 5 Met. Wasser; hier ist'die gefährlichste Stelle für das Ein-
Jaufen in den Hafen, da die Ebbe gerade auf die Bank zusetzt und zu Zeiten
hier eine Geschwindigkeit von 4 Seem. hat; fast jedes Jahr gehen Schiffe hier
verloren; auch ist die Bank im steten Wachsen begriffen. Von dem Arenal del
Puntal aus weiter nach Innen bildet der Fluss Cubas eine tief nach Süden ein-
dringende Bucht.‘ Im Winter (in der Regenzeit) reisst dieser Fluss viel Sand
und Schlamm mit sich fort und bildet dadurch gegenüber von San Martin eine
Bank, .deren Gestalt und Grösse sich fortwährend ändert. Am linken Ufer des
Cubas liegt der Berg Ruballo, ein flacher Hügel, der mit dem 4 Seem. südlicher
liegenden Monte Cavada (Cabado) die Einsegelungslinie für die westliche Einfahrt
oder Barra bildet. —-
Ansegelung. Wenn man die Küste nicht ganz genau kennt, so ist es
schwierig, von See kommend, sich‘ zu orientiren, da die Formation der Nord-
küste an vielen Stellen eine ähnliche ist. Oft ist auch das Hinterland verdeckt
und das Vorland. hat dadurch ein ganz anderes Ansehen, andererseits kommt
es vor; dass das Vorland verdeckt und das Hinterland sichtbar ist, wodurch
die Ortsbestimmung noch schwieriger wird. Bei grösserer Annäherung an die
Küste hat man aber eine Anzahl recht guter Merkmale und zunächst Cabo
Mayor mit seinem 31.4 Met. hohen Leuchtthurm, an welchem ein weisses Haus
angebaut ist mit einem 20 Seem. weit sichtbaren Drehfeuer mit Intervallen von
1 Minute; alsdann die Alameda alta, eine von Osten nach Westen auf den
Gipfeln der Hügel sich erstreckende Baum-Allee; ferner die Felseninsel Muros,
deren weisser Leuchtthurm. bei Tage weithin sichtbar ist, endlich die Berge
Cavada und Pena Castillo, welche sich durch ihre konische Form und dunkle
Farbe gut abheben und leicht zu erkennen sind.