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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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dieses Institutes. Hierher gehören besonders auch Beobachtungen und Discus- 
sionen . über das Gezeitenphänomen, über Strömungen und Temperaturen des 
Meeres an der Oberfläche und in der Tiefe. a 
Es darf nicht unerwähnt bleiben, ‚dass der physikalischen Soction des 
Hydrographischen Bureaus, als ein wesentliches Mittel zum Studium und zur 
Ausbildung von Beobachtern physikalischer Erscheinungen von nautischem In- 
teresse, eine Modellsammlung unterstellt ist, in welcher Apparate zu. den ver- 
schiedenen Zwecken der Forschung, und solche wieder von verschiedener Con- 
struction, aufbewahrt und für die Arbeit zur Verfügung gehalten werden. . 
_ Als ausübendes Organ für die Bearbeitung aller astronomischen und 
physikalischen Fragen, welche für die Marine oder auch die nautische Wissen- 
schaft von Interesse sind, ist das Observatorium in Wilhelmshaven für 
ein. erfolgreiches Wirken des Hydrographischen Bureaus von ganz besonderer 
Bedeutung. In demselben werden nebst den systematischen Beobachtungen aus 
dem Bereiche der Astronomie, der Meteorologie und des Krdmagnetismus, auch 
einschlägige Versuche von begrenzter Dauer ausgeführt werden, sowie anderer- 
seits die Untersuchung der Chronometer mit Rücksicht auf Temperatur-Compen- 
sation, Isochronismus der Schwingungen der Spirale, und auf ihre allgemeine 
Tauglichkeit, Das Observatorium, welches gegenwärtig im Bau begriffen ist, 
wird für die verschiedenen Zwecke mit guten und erprobten Instrumenten aus- 
gerüstet werden, wobei besonders noch der Gesichtspunkt maassgebend ist, dass 
gain Theil der Einrichtungen ausschliesslich dazu bestimmt sein wird, Öfficieren, 
welche sich in astronomischen oder geodätischen Arbeiten ausbilden wollen, 
Gelegenheit zur gründlichen Uebung zu geben. Für die Marine- Station der 
Ostsee ist mit Rücksicht auf den zuletzt erwähnten Punkt, die Königl. 
Sternwarte in Kiel schon seit mehreren Jahren thätig und werden von der- 
sb auch die Chronometer - Untersuchungen mit aller Schärfe durch- 
geführt. 
Wir werden in diesen Blättern über Errichtung und Organisation des 
Observatoriums in Wilhelmshaven erst eingehender berichten, wenn dasselbe in 
allen. seinen Theilen fertig gestellt und.in seine Thätigkeit eingetreten sein 
wird und erwähnen jetzt nur noch, dass die praktische Ausführung aller Ope- 
rationen, die zur Bestimmung der Deviation an Bord der Panzerschiffe eine 
Beziehung haben, durch den Vorstand des Observatoriums unterstützt werden 
wird, sowie er auch der correcten Aufbewahrung‘ der nautischen Instrumente 
auf der Kaiserl. Werft seine Aufmerksamkeit zuzuwenden hat. Die Berathungen 
über Wasserstandsverhältnisse und die Gezeitenerscheinungen an der deutschen 
Küste, wofür selbstregistrirende Apparate errichtet werden, finden im Obser- 
vatorium eine Sammelstelle und Bearbeitung. 
Damit ist der Gesammtrahmen gegeben, imnerhalb dessen die hydro- 
graphischen Arbeiten des Institutes, dessen Organisation wir hier erörterten, 
ausgeführt werden. Ein Vergleich mit den in der vorhergehenden Nummer 
dieser Zeitschrift dargelegten Zielen und der. Organisation der Deutschen See- 
warte zeigt alsbald die Unterschiede zwischen beiden Instituten, aber auch 
deren Verwandtschaft, und erweist ferner, dass die Eingangs dieses Artikels 
präcisirten und an die Organisation hydrographischer Einrichtung in einem 
Staate zu stellenden Anforderungen im vorliegenden Falle ihre Anwendung ge- 
funden haben. ; 
Obgleich das Hydrographische Bureau in seiner gegenwärtigen Gestal- 
tung ein noch jugendliches Institut ist, da seine Geschichte nicht über die 
ersten Monate des Jahres 1872 zurückreicht, ‚so hat es sich doch schon unter 
ähnlichen Instituten anderer seefahrender Nationen durch seine Arbeiten eine 
geachtete Stellung erworben. Mit Umsicht und nach einem festen Systeme wird von 
demselben nach den verschiedenen Richtungen seiner Thätigkeit in die Bear- 
beitung der wichtigsten Fragen eingetreten. ‘ Allerdings tragen diese Fragen 
zunächst noch den Charakter der Organisation der eigenen Arbeit; allein viele 
derselben gehen in ihren Zielen über die nationale, die heimische Abgrenzung 
hinaus und sind deshalb von allgemeinerem Interesse. Dahin gehören die nun 
in Angriff genommenen . Vermessungen an unseren Küsten und in den anliegen- 
Meeren, die rege und einflussreiche Thätigkeit, welche die Kaiserl. Admiralität 
durch ihre Vertreter bei. den verschiedenen Conferenzen in Leipzig, Wien und
	        
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