accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

116 
nicht ausschliesst, dass seine Arbeiten auch der Seefahrt im Allgemeinen und 
der Kauffahrteimarine zu Gute kommen: vielmehr liegt in einer geregelten 
wissenschaftlichen Thätigkeit innerhalb einer Kriegsmarine, wofür das Hydro- 
graphische Bureau das Organ ist, der kräftigste Impuls für eine gediegene 
Entwickelung nautischer Wissenschaft und Erkenntniss überhaupt. In dem Er- 
kennen und der Realisirung dieser Wahrheit liegt in erster Linie die Bedin- 
gung für ein segensreiches Zusammenwirken der verschiedenen Factoren der 
Organisation des wissenschaftlichen Theiles nautischer Bestrebungen in einem 
Staate, und zwar muss sich dieser Einfluss, den wir hier im Auge haben, in 
directer wie in indirecter Weise zur Geltung bringen. Wir werden im Verlaufe 
dieser Auseinandersetzungen da, wo es sich um die Förderung einzelner Zweige 
handelt, auf diesen Gegenstand zurückkommen und wollen nun zunächst die 
innere Gliederung des Hydrographischen Bureaus näher ins Auge fassen. 
Dasselbe zerfällt in zwei Abtheilungen, von welchen eine jede wieder 
in mehrere Sectionen getheilt wird. Die erste Abtheilung, die technische 
genannt, hat deren zwei. Die eine derselben bearbeitet die Küstenvermessungen, 
das Lootsen-, Betonnungs- und Beleuchtungswesen für die deutschen Kriegshäfen, 
während der anderen, der kartographischen, die Anfertigung, Reproduction und 
Correcetur der Karten und die Ausrüstung der Schiffe der Kaiserlichen Marine 
mit nautischen Werken und Karten übertragen ist. Die zweite Abtheilung, 
die wissenschaftliche genannt, umfasst zwei Sectionen, die literarische und 
das Redactionsbureau für die Annalen der Hydrographie und der Nachrichten 
für Seefahrer, und sodann die physikalische, welche sich mit nautisch-astrono- 
mischen und meteorologischen Fragen, welche die Marine betreffen, zu be- 
schäftigen hat. Dazu kommt noch, gleichsam als dritte Section, das Kaiser- 
liche Observatorium in Wilhelmshaven und überdies das Chronometer- 
Prüfungsinstitut in Verbindung mit der Königl. Sternwarte in Kiel. 
Die Leitung des Instituts auf den verschiedenen Arbeitsgebieten ist einem 
Vorstande anvertraut; jede der Abtheilungen steht unter einem Abtheilungs- 
Vorstande, welcher gleichzeitig Decernent in der Admiralität ist. Die Sections- 
Vorstände, der Leiter des Vermessungswesens, der Kartograph, der Redacteur 
der Annalen der Hydrographie und der Nachrichten für Seefahrer, der Physiker 
und der Vorstand des Observatoriums, leiten die Thätigkeit der denselben 
unterstellten Hülfskräfte nach den bezw. verschiedenen Richtungen. Ausser den 
genannten Vorständen umfasst das Personal des Hydrographischen Bureaus sechs 
Hülfsarbeiter und mehrere Zeichner, einen Mechaniker und die erforderlichen 
Bureaubeamten. 
Aus dieser gedrängten Darlegung der allgemeinen Eintheilung erhellt 
zur Genüge der Umfang des dem Institute zufallenden Arbeitsgebietes und des 
Personales und wollen wir nun auf die Charakterisirung der auszuführenden 
Arbeiten etwas näher eingehen. 
Wie bereits hervorgehoben, wird in der technischen Abtheilung des 
Hydrographischen Burcaus das Lootsen- und Leuchtfeuerwesen der deutschen 
Kriegshäfen bearbeitet. Alle hierher gehörigen Apparate zum Leuchten und 
zum Signalisiren durch Schall, sowohl einheimische als auch fremdländische, und 
nautische Erfindungen und Verbesserungen finden hier eingehende Pflege, Be- 
achtung und beziehungsweise Studium, damit Zweckmässigkeit und Tüchtigkeit 
den eigenen Einrichtungen sowohl für Friedens- als auch für Kriegszwecke 
gesichert werden. 
Die Veränderungen in den Tiefenverhältnissen und die Verschiebungen 
der Sände, Bänke u. s. w. in den Fahrwassern zu den Kriegshäfen werden von 
den Lootsencommandos ununterbrochener Beobachtung und Prüfung unter- 
worfen, damit die Navigirung in denselben stets mit der grössten Sicherheit 
und für die grössten Schiffe ausführbar bleibe. Die hierfür erforderlichen Ar- 
beiten, die Controle über Tüchtigkeit des Lootsencorps u. s. w. sind dem 
Hydrographischen Bureau unterstellt und finden in der ersten Abtheilung ihre 
eingehende Bearbeitung. 
Die Vermessungsarbeiten, welche gegenwärtig an den deutschen 
Küsten und den umliegenden Gewässern durch das Hydrographische Bureau 
ausgeführt werden, haben die genaue Aufnahme unserer Küsten und Fahrwasser 
zum Gegrenstande, damit darnach Karten für die weiter gehenden Anforderungen
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.