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nicht ausschliesst, dass seine Arbeiten auch der Seefahrt im Allgemeinen und
der Kauffahrteimarine zu Gute kommen: vielmehr liegt in einer geregelten
wissenschaftlichen Thätigkeit innerhalb einer Kriegsmarine, wofür das Hydro-
graphische Bureau das Organ ist, der kräftigste Impuls für eine gediegene
Entwickelung nautischer Wissenschaft und Erkenntniss überhaupt. In dem Er-
kennen und der Realisirung dieser Wahrheit liegt in erster Linie die Bedin-
gung für ein segensreiches Zusammenwirken der verschiedenen Factoren der
Organisation des wissenschaftlichen Theiles nautischer Bestrebungen in einem
Staate, und zwar muss sich dieser Einfluss, den wir hier im Auge haben, in
directer wie in indirecter Weise zur Geltung bringen. Wir werden im Verlaufe
dieser Auseinandersetzungen da, wo es sich um die Förderung einzelner Zweige
handelt, auf diesen Gegenstand zurückkommen und wollen nun zunächst die
innere Gliederung des Hydrographischen Bureaus näher ins Auge fassen.
Dasselbe zerfällt in zwei Abtheilungen, von welchen eine jede wieder
in mehrere Sectionen getheilt wird. Die erste Abtheilung, die technische
genannt, hat deren zwei. Die eine derselben bearbeitet die Küstenvermessungen,
das Lootsen-, Betonnungs- und Beleuchtungswesen für die deutschen Kriegshäfen,
während der anderen, der kartographischen, die Anfertigung, Reproduction und
Correcetur der Karten und die Ausrüstung der Schiffe der Kaiserlichen Marine
mit nautischen Werken und Karten übertragen ist. Die zweite Abtheilung,
die wissenschaftliche genannt, umfasst zwei Sectionen, die literarische und
das Redactionsbureau für die Annalen der Hydrographie und der Nachrichten
für Seefahrer, und sodann die physikalische, welche sich mit nautisch-astrono-
mischen und meteorologischen Fragen, welche die Marine betreffen, zu be-
schäftigen hat. Dazu kommt noch, gleichsam als dritte Section, das Kaiser-
liche Observatorium in Wilhelmshaven und überdies das Chronometer-
Prüfungsinstitut in Verbindung mit der Königl. Sternwarte in Kiel.
Die Leitung des Instituts auf den verschiedenen Arbeitsgebieten ist einem
Vorstande anvertraut; jede der Abtheilungen steht unter einem Abtheilungs-
Vorstande, welcher gleichzeitig Decernent in der Admiralität ist. Die Sections-
Vorstände, der Leiter des Vermessungswesens, der Kartograph, der Redacteur
der Annalen der Hydrographie und der Nachrichten für Seefahrer, der Physiker
und der Vorstand des Observatoriums, leiten die Thätigkeit der denselben
unterstellten Hülfskräfte nach den bezw. verschiedenen Richtungen. Ausser den
genannten Vorständen umfasst das Personal des Hydrographischen Bureaus sechs
Hülfsarbeiter und mehrere Zeichner, einen Mechaniker und die erforderlichen
Bureaubeamten.
Aus dieser gedrängten Darlegung der allgemeinen Eintheilung erhellt
zur Genüge der Umfang des dem Institute zufallenden Arbeitsgebietes und des
Personales und wollen wir nun auf die Charakterisirung der auszuführenden
Arbeiten etwas näher eingehen.
Wie bereits hervorgehoben, wird in der technischen Abtheilung des
Hydrographischen Burcaus das Lootsen- und Leuchtfeuerwesen der deutschen
Kriegshäfen bearbeitet. Alle hierher gehörigen Apparate zum Leuchten und
zum Signalisiren durch Schall, sowohl einheimische als auch fremdländische, und
nautische Erfindungen und Verbesserungen finden hier eingehende Pflege, Be-
achtung und beziehungsweise Studium, damit Zweckmässigkeit und Tüchtigkeit
den eigenen Einrichtungen sowohl für Friedens- als auch für Kriegszwecke
gesichert werden.
Die Veränderungen in den Tiefenverhältnissen und die Verschiebungen
der Sände, Bänke u. s. w. in den Fahrwassern zu den Kriegshäfen werden von
den Lootsencommandos ununterbrochener Beobachtung und Prüfung unter-
worfen, damit die Navigirung in denselben stets mit der grössten Sicherheit
und für die grössten Schiffe ausführbar bleibe. Die hierfür erforderlichen Ar-
beiten, die Controle über Tüchtigkeit des Lootsencorps u. s. w. sind dem
Hydrographischen Bureau unterstellt und finden in der ersten Abtheilung ihre
eingehende Bearbeitung.
Die Vermessungsarbeiten, welche gegenwärtig an den deutschen
Küsten und den umliegenden Gewässern durch das Hydrographische Bureau
ausgeführt werden, haben die genaue Aufnahme unserer Küsten und Fahrwasser
zum Gegrenstande, damit darnach Karten für die weiter gehenden Anforderungen