Annalen der Hydrographie
und
maritimen Meteorologie.
Organ des Hydrographischen Bureaus und der Deutschen, Seewarte.
Herausgegeben
von der
Kaiserlichen Admiralıtät.
Il. Jahrgang der Hydrographischen Mittheilungen 1875. No. 9 und 10.
Gedruckt und in Kommission bei E; S. Mittler und Sohn, Königl. Hofbuchhandlung, Kochstr. 69.
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Das. Hydrographische Bureau der Kaiserlichen Admiralität.
In der letzten Nummer dieser Zeitschrift haben wir den Plan, nach
welchem die deutsche Seewarte eingerichtet ist und arbeitet, in allgemeinen
Zügen besprochen und uns vorbehalten, demnächst auch die Methode der Arbeit
für die einzelnen Zweige der Thätigkeit zu erörtern. Ehe dies geschieht, ist es
wohl von Interesse, ein anderes Institut, ‚welches denen der Seewarte verwandte
Ziele verfolgt, nämlich das „Hydrographische Bureau der Kaiserlichen
Admiralität“ zum Gegenstande einer Besprechung zu machen, Durch eine
solche wird es möglich, den Einblick in die hydrographische Arbeit innerhalb
der maritimen wissenschaftlichen Einrichtungen des Reiches zn vervollständigen,
in gewissem Sinne überhaupt zu gestatten, weil dadurch erst der innere Zusam-
menhang der beiden Institute dargelegt wird, deren Aufgabe es ist, die wissen-
schaftliche Arbeit in den beiden Factoren der Marine, der Kriegs- und der
Handelsmarine, zu organisiren und die durch dieselben gewonnenen Resultate
theils zu iheoretischen, vorzugsweise aber zu praktischen Zwecken zu ‚ver-
werthen. Wie dies schon in dem Artikel über die deutsche Seewarte hervor-
gehoben wurde, ist es von Wichtigkeit, dass die zu bearbeitenden Gebiete für
beide Institute: möglichst abgegrenzt werden, damit in keiner Richtung ‘ein
Uebereinandergreifen, aber auch keine Lücke wahrzunehmen sei; es werden
alsdann, wenn dies bei der Einrichtung beachtet wird, die betreffenden In-
stitute gleichsam wie aus. einem Gusse hervorgegangen erscheinen. Durch
Einheitlichkeit in der Organisation ist vor Allem auch darauf hinzuwirken, dass
solche Institute nicht, wıe es leider zum Nachtheile der Sache, um deren För-
derung es sich handelt, nur allzuhäufig der Fall ist, durch ein antagonistisches
Verhalten ‚ihre Thätigkeit gegenseitig beeinträchtigen. Mit Recht: erblickte
man an maassgebender Stelle in dem Vermeiden und Unmöglichmachen eines
solchen Zustandes gleich bei der ersten Einrichtung. des Hydrographischen
Bureaus und der. deutschen Seewarte eine der wesentlichsten Garantien für ein
erfolgreiches Wirken beider wissenschaftlichen Institutionen.‘
„... Seinem“ Berufe nach hat das Hydrographische Bureau zunächst und
vorzugsweise den Interessen.der Kaiserlichen Marine zu dienen, was natürlich