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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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Ausser diesen synoptischen Wetterkarten sind im vorliegenden Werke 
Mohn’s noch mehrere Karten der isothermischen und isobarischen Linien nach 
Dove und Buchan und einige neue über den Druck der Wasserdämpfe und 
über die Temperatur der Meeresoberfläche im Februar und Augusi beigefügt. 
Die Bedeutung und der Werth dieser synoptischen Karten für die theo- 
retische und praktische Meteorologie sind heutigen Tages allgemein anerkannt, 
es genüge deshalb hier vorläufig anzudeuten, dass zum. Theil auf Grundlage 
derselben der Verfasser dieses Buches, Prof. Mohn, als ein Hauptvertreter 
der neueren Schule der Meteorologie, seine Ansichten über die allgemeinen 
Bewegungen der Luft und deren Ursachen im Gegensatz zu den früheren An- 
schauungen der älteren Schule. ausgeführt und näher zu begründen versucht 
hat. Während die bisher bei uns in Deutschland erschienenen Lehr- und Hand- 
bücher der Meteorologie nur die Ansichten der älteren, durch Dove so meister- 
haft repräsentirten älteren Schule darstellten und wiedergaben, ist dies vor- 
liegende Werk das erste seiner Art, in welchem rückhaltlos die Ansichten der 
neueren Schule vertreten werden. Es ist — abgesehen davon, ob man sich 
für oder wider dieselbe erklärt — ein nicht geringes Verdienst des Verfas- 
sers, dass er sich vollständig objectiv bei seiner Darstellung und Entwickelung 
der neueren Ansichten verhalten und es dem Leser überlassen hat, „lieber die 
Gründe der entgegengesetzten Anschauungen zu prüfen und demnach zwischen 
beiden zu wählen, als den Versuch zu machen, eine Uebereinstimmung zu Wege 
zu bringen, die doch nicht bestehen kann.“ Hierdurch wird sicherlich dies 
Buch auch bei den Gegnern der in ihm vertretenen neueren Anschauungen 
der meteorologischon Vorgänge und ihrer Ursachen Anerkennung in Bezug auf 
die Methode der Darstellung finden, welche die sicheren Schlüsse von den blos 
losen Vermuthungen durch eine scharfe Grenzlinie zu trennen bemüht ist. Da 
diese neueren metoorologischen. Theorien grossentheils auf den Beziehungen 
zwischen den Unterschieden des Luftdrucks an verschiedenen Orten und den 
daselbst vorgefundenen Richtungen und Stärken des Windes und der daraus 
resultirenden Witterung beruhen, so ist es wohl erklärlich und gerechtfertigt, 
dass diesen Verhältnissen in dem vorliegenden Werk eine grössere und ein- 
gehendere Beachtung geschenkt worden ist, als dies bisher in unseren deutschen 
meteorologischen Lehr- und Handbüchern der Fall gewesen ist. 
Die ‚ersten 5 Kapitel lehren. uns die wichtigsten Theile der allgemeinen 
Klimatologie kennen, nämlich die Erscheinungen der Wärme der Luft, des 
Meeres und der Erde, der Wasserdämpfe in der Luft, des Druckes und der 
Bewegung der Luft (welche letztere man als Winde kennt) und endlich der Nie - 
derschläge.‘. Ueberall hat der Verfasser die für die Beobachtung dieser Er- 
scheinungen nöthigen Instrumente und Methoden eingehend und allgemein ver- 
ständlich beschrieben und durch Beispiele erläutert, so dass der Leser in den 
Stand gosetzt wird, selbst zuverlässige meteorologische Beobachtungen anzu- 
stellen und dieselben mit Hülfe der beigegebenen 6 zwar knappen, aber für die- 
sen Zweck doch völlig ausreichenden Tabellen selbst discutiren und verwerthen 
zu können, 
Das sechste Capitel behandelt das Wetter als das Ergebniss des Zu- 
sammenwirkens der verschiedenen, in den vorigen Capiteln betrachteten moeteo- 
rologischen Elemente, Aus dem Studium der gegenseitigen Einwirkung dieser 
verschiedenen Bestimmungsstäfke des Wetters gelangt man zum Erkenntniss 
der Gesetze, nach welchen die verschiedenen Zustände der Atmosphäre (gemein- 
hin das Wetter genannt) entstehen und abwechseln. 
Mohn sagt über diese noch zu lösende Aufgabe der Meteorologie 
a. 8. O0. pag. 168: „Die Beschaffenheit des Wetters an einem bestimmten Orte 
beruht hauptsächlich auf der jedesmaligen Richtung des Windes, denn 
durch den Wind werden die Eigenschaften, welche die Luft an dem Ausgangs- 
punkte des Windes hat, auf andere Punkte übertragen und somit die Witte- 
rung dos einzelnen Punktes von dem Zustande der Atmosphäre an andern 
Punkten abhängig gemacht. Die Windrichtung wird aber wieder durch die 
Vertheilung des Luftdrucks bedingt, Auf diesen wird man demnach zuerst 
3ein Augenmerk zu richten haben, wenn man die Ursachen des an einem be- 
stimınten Orte eintretenden Wetters erforschen will. Somit wird die Haupt- 
a
	        
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