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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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Die Strömungen zwischen 0° und 2° Süd-Br. sind sehr veränderlich und 
im östlichen Theile ist sogar eine nach Osten gerichtete Bewegung der Gewässer 
vorherrschend, während in der westlichen Hälfte östliche und westliche Rich- 
tungen nahezu gleich vertheilt sind. Die Vergleichung der meteorologischen 
Daten zeigte, dass die Nordgrenze des SO-Passats in diesem Monate am weite- 
sten nach Süden zu liegt und ein durchstehender Passat sehr häufig erst auf 
3° bis 4° Südbreite angetroffen wird. Südlich von 4° Süd ist die durchschnitt- 
liche Richtung der Strömung nach WSW, doch hat im Ganzen die mittlere 
Geschwindigkeit gegen Februar etwas abgenommen und die Einzelbeobachtungen 
zeigen weniger Regelmässigkeit. 
Monat April. In diesem Monate scheint sich die Aequatorialströ- 
mung, deren vorherrschende Richtung ebenfalls NW ist, wieder otwas mehr 
nach Norden auszudehnen als im vorigen Monate, und die Geschwindigkeit 
etwas zuzunehmen, doch kommen im Quadrat 3 zwischen 20° und 24° West-Lg., 
mehrfach selbst unter dem Aequator östliche Strömungen von bisweilen be- 
trächtlicher Geschwindigkeit vor (z. B. 1 Beobachtung OzN 46 Seem.), wäh- 
rend weiter östlich in den Quadraten 2 und 1 von 0°- 2° Nord-Br. durchgehends 
starke Westströmungen von 20 bis 40 Meilen beobachtet sind. 
Die Guineaströmung ist westlich von 24° nicht mehr erkennbar, 
nimmt aber von hier rasch an Breite zu und ist auf dem 20. Meridian im 
Allgemeinen zwischen 2° und 6° herrschend. In den Quadraten 2 und .1 sind Rich- 
tung und Geschwindigkeit nicht wesentlich von der für Monat März gefunde- 
nen verschieden, doch zeigen die Beobachtungen im Ganzen weniger Regel- 
mässigkeit und scheint es überhaupt, als ob in diesem Monate der Strom die 
geringste Ausdehnung und Intensität erreicht. Die grösste Stärke ist zwischen 
0° und 5° West beobachtet, wo Geschwindigkeiten bis zu 42 Meilen bemerkt 
sind, sonst übersteigt dieselbe selten 20 Meilen. Uebrigens sind die Beobach- 
tungen in diesem Monate wenig zahlreich und gestatten kein sicheres Urtheil. 
Im nördlichen Theile des Quadrat 3 sind ebenso wie im März südwest- 
liche Strömungen vorherrschend und ist die mittlere Geschwindigkeit wenig 
von der vörigen verschieden. Die Karten geben: 
zwischen 0°-— 2° Nord mittlere Geschw. 18.1 Seem. 
2°— 4° » ” 1610 
4°— 6° „ x» # 130 
6°— 8° » ” 10.5 
” 8°—10° » » 91 
Der stärkste Strom wurde zwischen 1° und 2° NNWzW 79 Seem. be- 
obachtet, doch dürfte dieses wohl nur als eine Ausnahme zu betrachten sein, 
da: eine Geschwindigkeit über 40 Seem, selten beobachtet wurde. ; 
Südlich des Aequators sind noch immer die Strömungen von 0° bis 2° 
Breite, wie aus der folgenden Zusammenstellung hervorgeht, veränderlich und 
östliche Strömungen nicht selten, wenn auch nicht so überwiegend, wie im 
Monat März; sonst unterscheidet. sich die Tabelle nicht wesentlich von. der vor- 
hergehenden. 
Westliche Hälfte, 
Mittlere [Stärkstor Strom. Mittlere Searkster Strom. 
”ichtung Stärkel “Richtung Stärke 
96— 20] (2 3 Ha 3 iS 's0z0 15.0025 30.0 
15 WIN 14.2|W1/2N 28. 21 02 9 on CO m 
, . % SO0ML/% ‚61SOZ 0 
2°— 4°] 25 WS. 16.1 West 6L0 1; WzS 15. WSW1L4W 1.1 
4°— 6°] 20 WYYN. 19.01WNW344W 37.0 bh WSWIAW 13.3|WSWIAW 178 
69— 8° 18 NSWI/aW 14.9NW1/aW 44.5) 4 WzS 10.5|WzS 18,6 
8°—10° ; 16 WNWIAW 8.21N1/4W 18.0 6 SWzW 9 3| W345 19.0 
° » ‘ * Mh 1 + KK an 
Hierbei verdient bemerkt zu werden, dass namentlich in der Nähe der 
brasilianischen Küste nordwestliche Strömungen von manchmal beträchtlicher 
Stärke beobachtet sind, während weiter auf See die Strömung im Allgemeinen 
in westsüdwestlicher Richtung läuft. Bei Cap St. Roque ist wie früher der 
Weststrom von der grössten Intensität. 
Breite, 
Oestliche Hälfte.
	        
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