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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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Monat Januar. Die Karten zeigen zunächst, dass die westliche 
Aequatorialströmung über den ganzen Atlantischen Ocean von 20° West-Lg. 
an (weiter ostwärts fehlen uns Beobachtungen) zwischen den Parallelen von0° und 3° 
ziemlich regelmässig sich ausbreitet. Die Richtung ist durchschnittlich von West 
bis WNW; die Geschwindigkeit schwankt zwischen 17 und 49 Meilen per Tag, 
und beträgt im Mittel etwa 24 Meilen. Westwärts von 40° West an der Nord- 
küste von Brasilien scheint die Intensität des Stromes zuzunehmen, es sind hier 
Geschwindigkeiten bis zu 70 Meilen beobachtet. Der Guineastrom scheint in 
etwa 27° West und 5° Nord seinen Ursprung zu nehmen; westlich von diesem 
Meridian sind östliche Strömungen sowohl nach den englischen Karten, als auch 
nach denen der Seewarte nur äusserst selten beobachtet.‘ Bis Cap Palmas ist 
dieser Strom sowohl in Richtung als Stärke“ veränderlich, er ist namentlich 
zwischen 4° und 6° Breite beobachtet; die Geschwindigkeit schwankt zwischen 
11 und 24 Meilen. Südlich vom Cap Palmas wird die Intensität des Stromes 
grösser und seine Richtung ist ziemlich constant längs der Küste. Die Journale 
der Seewarte geben folgende Beobachtungen: 
Anz, d, 
Beob. 
zwischen 4° und 5° Nord 8 
3 „ 4° 8 
Mittlere 
Richtung u, Stärke, 
ONO 23.0 Seem, 
ı Ost 280 
Die grösste Geschwindigkeit war 33.6, die geringste 19.0 Seem. Weiter 
züdwärts fehlen Beobachtungen. 
Im nördlichen Theile der Quadrate 3 und 4 ist wieder die westliche 
Strömung vorherrschend, doch weder so regelmässig noch so intensiv, wie unter 
dem Aequator. Die Richtung schwankt zwischen SO und NW und die mittlere 
Geschwindigkeit beträgt zwischen 6° und 10° Nord, nicht mehr als 9 Meilen 
in 24 Stunden (die grösste Geschwindigkeit ist 29 Meilen, wobei zu berück- 
sichtigen ist, dass unter 42 Beobachtungen 13 sind, bei denen kein Strom nach- 
gewiesen wurde. Die mittlere Geschwindigkeit der Strömung nimmt vom Aequa- 
tor nach Norden hin überhaupt beträchtlich ab, wie aus folgenden Zahlen aus 
Quadrat 3 ersichtlich ist: 
zwischen 0°— 2° ist die mittlere Geschwindigkeit 24.9 Seem. 
2°— 4° „ % # 150» 
4°— 6° „ » » 135 
6°— 8° » rn 9.0 ” 
8°—10° » Y Pr Do 
Südlich vom Aequator geben uns die Beobachtungen aus den Wetter- 
büchern der Seewarte den gewünschten Aufschluss über Richtung und Stärke 
der allgemeinen Westströmung, die hier durchschnittlich über die ganze Breite 
des Atlantic, so weit die Beobachtungen reichen, die herrschende ist. "Theilt 
man mit dem Meridian von 25° West diesen Meerestheil in eine Ost- und West- 
hälfte und fasst Zonen von 2° Breite zusammen, so ergeben die Beobachtungen 
folgende Mittelwerthe, denen noch der stärkste beobachtete Strom beigefügt ist. 
Die Stärken sind in dieser und den folgenden Tabellen stets in Seemeilen aus- 
gedrückt. 
Breite, 
38° — 25° West, 
Anzahl d. ü 
Beobach-" Mittlere [stärksten Strom. 
tungen, Richtnng Stärke 
0°— 2° 21 
20— 4° 16 
4°— 6° 14 
5°— 8° B 
39.109 cn 
5WzW1/2W 15,6/W1/45S Ba 
West 17.9/WSW1/2W 48. 
W148 19.2/ West 30.9| 
3W1/4W 1L4SW 19. 
W148 16.6152 W1/2W 19,9 
Anzahl d. z 
Beobach-. Mittlere Stärkster Strom, 
tungen. Richtung Stärke _ 
NWzZWI/2W 21.8 West 28.0 
WNW 18.0|\| WSW1AW 22.1 
WSW 12.0 WNW 20.0 
W1/45 9.71 W1/25 14.1 
WNWILW 11.5|W1/2N 25.0
	        
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