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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

Neu-Guinea. Capitain Moresby und Navigating-Lieutnant T. L. Mou- 
rilyan von I. B. M. S. „Basılisk“ haben unsere Kenntniss der Südostküste 
von Neu-Guinea wesentlich bereichert (s. Hydr. Mitth. 1873, pag. 311). Zwi- 
schen. Redscar-Bai und Point Hood wurden einige Küstenpunkte bestimmt und 
an der SO - Küste ein geräumiger Hafen, Port Moresby, genau aufgenommen. 
Weiter nach Osten bis zu der noch ziemlich unbekannten Gegend zwischen Neu- 
Guinea und der Lutsiaden-Gruppe fortschreitend, fand Capitain Moresby eine 
freie Durchfahrt nach Norden, welche er Chinastrasse nannte; sie liegt dicht bei 
dem Ost-Ende von Neu-Guinea, welches hiernach ganz anders gestaltet ist, als 
bisher in den Karten angegeben war. : 
(A. d. R. Bald nachdem die ersten Nachrichten über die Entdeckungen 
des Capitain Moresby in England bekannt wurden, sondete die britische Ad- 
miralität den Vermessungs - Offizier Lieutnant Dawson nach dem Schauplatz 
derselben, um sich mit Capitaia Moresby zu gemeinsamen Arbeiten zu verbin- 
den. Ueber die von Lieutenant Dawson ausgeführten Arbeiten über die Inseln 
an der Ostküste von Neu-Guinea werden wir in der nächsten Nummer der Hydr. 
Mitth. einen eingehenden Bericht bringen. Beide Offiziere haben das grosse 
Verdienst, durch das Aufschliessen der oben erwähnten Chinastrasse, welche zu 
einem nach Norden zu offenen Fahrwasser, der Goschen-Strasse, führt, den See- 
fahrern einen neuen Seeweg zwischen Australien und China nachgewiesen zu 
haben. 
Der „Basilisk“ ist im Dezember 1874 nach England zurückgekehrt, nach- 
dem er fast vier Jahre lang in der Torres - Strasse und bei Neu-Cuinea zuerst 
die ungesetzmässige Verwendung der eingebornen Polynesier zur Perlfischerei 
in der Torres-Strasse beseitigt und nach rascher Vollendung dieser Aufgabe die 
früher durch Capitain Owen Stanley begonnene, aber nicht vollendete Ver- 
messung der Küsten von Neu-Guinea an der Torres-Strasse vervollständigt hatte. 
Die hauptsächlichsten Entdeckungen und Vermessungen sind von Capitain Mo- 
resby und seinen Offizieren in kleinen offenen Booten gemacht worden, die von 
dem Hauptschiffe oft für mehrere Wochen getrennt blieben, und in stetem Ver- 
kehr mit Wilden, welche nie zuvor einen Weissen erblickt hatten. Capitain 
Moresby fand, dass diese östlichen Papuas von Neu-Guinea von verschiedener 
Neon und weit milderer Gesittung seien, als die feindseligen, wilden Papuas im 
esten. 
An der Nordostküste von Neu-Guinea entdeckte Capitain Moresby zwei 
hohe Berge von 3350 Met. Höhe, welchen er die Namen Mount Gladstone und 
Mount Disraeli gab.) 
Magellan - Strasse. Die sichero Navigation durch den westlichen 
Theil der Magellan-Strasse ist durch Lieutnant Lecky R. N. R., welcher den 
Pacifie-Mail-Dampfer „Auracania“ führte, wesentlich gefördert worden, indem er 
bei seinen mehrfachen Reisen sorgfältige Peilungen der verschiedenen Vorge- 
birge zwischen Cap Cross-Tides und Cap Pillar (welche ungefähr 100 Seem. von 
einander entfernt sind) ausführte. Die von ihm ausgeführten Bestimmungen der 
Lage aller irgendwie vorspringenden Küsten- und Gebirgspunkte in bestimmten 
Entfernungen von dem Schiffscurse haben schätzenswerthe Daten geliefert, um 
die vereinzelten Arbeiten von King, Fitz-Roy, Stokes und Mayne (1825—- 
1869) mit einander zu verbinden und für die Navigation in dieser neu entstan- 
denen und an Bedeutung fortwährend steigenden Handelsstrasse nutzbar zu 
machen. 
Ebenso hat Lieutnant Lecky für die Küste von Süd-Amerika zwischen 
Cap Pillar und Callao werthvolle Notizen gegeben, so u. A. über eine Vermes- 
sung der Tongay-Bai, cinem neu entstandenen Hafen bei Coquimbo. 
Die Tiefseeforschungen des „Challenger“ im Atlantischen 
Ocean i. J. 1873. Diese sind in den Hydr. Mitth. 1874, pag. 49, 82, 102 ein- 
gehend besprochen und bearbeitet worden. Capitain Evans giebt in seinem 
Berichte an die R. Geographical Society cine nicht uninteressante statistische 
Uebersicht über die Tiefsee-Arbeiten des „Challenger“ im Atlantischen Ocean, 
aus welchem wir hier das Wesentlichste mittheilen. 
Von England bis zum Cap der guten Hoffnung hat der „Challenger“ bei 
seiner viermaligen Durchkreuzung des Atlantischen Oceans im Ganzen 18610
	        
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