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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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ist, nordwärts zu gelangen, bis man den 10° Breite erreicht hat; so hat z. B. 
ein Schiff, welches 75 Tage für diese Reise brauchte, 14 Tage vergebens ver- 
sucht, westwärts zu kommen, da es daselbst zwischen dem Aequator und 5° 
Nord-Br. leichte NW-Winde angetroffen hatte. 
Während der Monate October, November und Dezember betrug 
die durchschnittliche Reisedauer bei Benutzung der östlichen Route 67 Tage; 
die längste Reise 74 und die kürzeste 60 Tage. Die durchschnittliche 
Reisedauer bei Benutzung der mittleren Route betrug 44 Tage; die längste 
Reise 49 und die kürzeste 39 Tage. Die westliche Route und diejenige durch 
die Torresstrasse wurden in dieser Jahreszeit nicht ausgeführt. 
Sehr viel hängt von der Tüchtigkeit eines Segelschiffes ab, aber im All- 
gemeinen sollten die Schiffe, welche in den Monaten Januar, Februar und März 
Australien auf der Reise nach China oder Japan verlassen, die mittlere Route 
einschlagen und können dann hoffen, die Reise in 40 Tagen zu machen. Die 
Schiffe, welche in den Monaten April, Mai oder Juni diese Reise antreten, 
sollten die westliche Route einschlagen und können die Reise in ungefähr 
36 Tagen machen. Die Schiffe, welche in den Monaten Juli, August oder 
September diese Reise unternehmen, sollten, wenn sie die Torresstrasse vor 
Ende August erreichen können, durch diese gehen, oder, wenn dieses nicht 
mehr sein kann, entweder die westliche oder mittlere Route einschlagen. 
Durch die Torresstrasse kann die Reise in 40 Tagen und bei den andern Routen 
in 55 Tagen gemacht werden. Die Schiffe schliesslich, welche in den Monaten 
October, November und Dezember dieselbe Reise unternehmen, sollten die 
mittlere Route einschlagen und können erwarten, sie in 44 Tagen zu machen. 
Die Reise nach China südlich um Australien ist für Segelschiffe nur in 
den Monaten Dezember, Januar und Februar ausführbar, weil alsdann nur 
östliche Winde zu erwarten sind. Diese Route ist indessen für Schiffe, welche 
nach Orten nördlich von Singapore bestimmt sind, nicht zu empfehlen, da in 
den Monaten November, Dezember, Januar, Februar und März nördliche Winde 
und südlicher Strom in der Sunda-, Banka-, Gaspar- und Carimata-Strasse vor- 
herrschen und es nicht anzunehmen ist, dass ein Schiff unter solchen Umständen 
mit Vortheil nordwärts gelangen kann. So hat z. B. ein Schiff von der Sunda 
Strasse bis Singapore, eine Entfernung von 500 Seem., 30 Tage gebraucht. 
Von den 4 Routen hat die östliche Route die wenigsten Untiefen, doch 
ist die mittlere Route fast ebenso frei von Untiefen, als die östliche. 
Die westliche Route ist bis jetzt die am wenigsten bekannte, aber sie 
ist zwischen den Solomon Inseln an der Ostseite und dem Lousiade Archipel und 
Neu-Irland an der Westseite breit und anscheinend frei von Untiefen, mit Aus- 
nahme des Pocklington Riffes; ausserdem trifft man auf derselben in den Monaten 
April, Mai und Juni, welche Zeit für die Reise am günstigsten ist, gutes Wetter, 
80 dass kein Grund vorhanden ist, dass Schiffe diese Route vermeiden, ‚nur ist 
es nothwendig, guten Ausguck auf derselben zu halten. . 
Die Route durch die Torresstrasse ist, obgleich nicht frei von Untiefen, 
von Capitainen, welche schon häufig zwischen Korallenriffen gefahren haben, 
mit Leichtigkeit zu verfolgen, da solche Riffe leicht vom Topp aus erkannt 
werden, Hat man die Strasse durchsegelt, so befinden sich nur noch wenige 
Untiefen auf dem Wege bis China; obgleich die Lage vieler Inseln nicht genau 
bestimmt ist, so sind dieselben doch verhältnissmässig hoch und leicht zu sehen,
	        
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