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4. Meteorologische Beobachtungen an Bord S. M. S. „Gazelle“
südlich von 45° Süd-Breite und zwischen 40°—70° Ost-Länge in
den Monaten October 1874 bis Februar 1875.
Aus dem meteorologischen Journal der „Gazelle‘‘ hat der Lieut. z. See
Rittmeier eine Zusammenstellung aller meteorologischen Angaben für die Tage,
an welchen sich die „Gazelle“ südlich vom 45° Süd-Br. befunden hat, bearbeitet.
Diese Beobachtungen, welche während des längeren Aufenthaltes der „Gazelle*‘
in südlichen Breiten angestellt sind, können allerdings bei dem steten Orts-
wechsel des Schiffes erst durch anderweit angestellte Beobachtungen die nö-
thige Grundlage für eine wissenschaftliche Vergleichung geben, sind aber schon
jetzt zum Vergleich mit den an Land gemachten Beobachtungen (s. S. 118) von
hohem Interesse,
Für jede Windrichtung nach den 32 Strichen der Windrose (welche im
Original alle missweisend angegeben sind bei 32°-—34° westlicher Variation)
ist die Anzahl der Stunden berechnet worden, in welchen die verschiedenen
Winde geweht haben; die Stärke des Windes ist sowohl nach der vorgeschrie-
benen Beaufort-Skala, als durch die Geschwindigkeit des Windes in Metern für
eine Sekunde gegeben, welche nach den Umdrehungen des an Bord befindlichen
Anemometers von Kraft in Wien berechnet worden ist. Die Mittelwerthe aus
sämmtlichen für eine Windrichtung in dem betreffenden Monat beobachteten
Windstärken und die Geschwindigkeiten nach den bei diesen Stärken meist vor-
gekommenen Messungen geben den Durchschnitt für Stärke und Geschwindig-
keit der betreffenden Windrichtung. ;
Die Maxima und Minima der Windstärken und Geschwindigkeiten sind
direct aus dem Beobachtungsjournal der „Gazelle“ entnommen.
Die Angaben für den Barometerstand, die Temperatur und die Spann-
kraft der Dämpfe sind die Durchschnittswerthe für die betreffenden Windrich-
tungen.
Bei dem Niederschlag wurde die Dauer und Art desselben nach folgen-
den Bezeichnungen angegeben. Die Zahlen bedeuten die Anzahl der Stunden,
während deren irgend welcher Niederschlag stattgefunden hat; ferner bedeutet
A = Nebel, B = Regen, C = Schnee, H = Hagel, ! = leicht, in Klammern
gesetzt = vorübergehend und 8 = Böen.
Auf den Monat October fallen 16 Tage, auf den November 30, den
Dezember 27, den Januar 26 und den Februar 7 Tage (im Ganzen also 106 Tage),
an welchen die betreffenden Beobachtungen angestellt worden sind.
Aus -den für die einzelnen Monate sich ergebenden Zahlenwerthen sind
nun in folgender Tabelle I. für die ganze Beobachtungsdauer die entsprechen-
den Angaben zusammengestellt, wobei zu bemerken ist, dass die Windrichtun-
gen nach den 32 Strichen des Compass rechtweisend geordnet sind, unter Be-
rücksichtigung der westlichen Missweisung von drei Strich und dass die Mittel-
werthe stets im Verhältniss zu der Stundenzahl für die betreffenden Monate
berechnet sind.
In der Tabelle II. sind die Mittel aus sämmtlichen in den betreffenden
Monaten angestellten Beobachtungen des Barometerstandes, der Temperatur und
der Spannkraft der Dämpfe gegeben; die Maximal- und Minimalwerthe mit den
dazu gehörenden Windrichtungen (in rechtweisend umgesetzt) sind aus dem
Beobachtungsjournal entnommen, die mittleren Niederschlagsmengen per Tag
sind aus der Summe der in einem Monat gefallenen und gemessenen Nieder-
schläge dividirt durch die Anzahl der Beobachtungstage erhalten; die Rubrik
Maximum des Niederschlags per Tag enthält den höchsten, in 24 Stunden
gefundenen Niederschlag für den betreffenden Monat.
Kine Untersuchung der täglichen Schwankungen des Barometers ergab
zunächst als mittleren Barometerstand 750.7443 mm., die Abweichung von 0.os mm.
gegen das in Tabelle II. gefundene Mittel von 750.69 hat darin seinen Grund,
dass bei der Schwankungsberechnung nur diejenigen Tage benutzt sind, an
welchen Beobachtungen zu allen Beobachtungsstunden vorhanden waren; an
einigen Tagen (vom 13-—15. Dezember und 29—30. Januar) war das Schiffs-
barometer zur Vergleichung mit dem Barometer auf der Beobachtungsstation