Annalen der Hydrographie
und
maritimen Meteorologie.
Organ des Hydrographischen Bureaus und der Deutschen Seewarte,
Herausgegeben
von der
Kaiserlichen Admiralität.
Ill. Jahrgang der Hydrographischen Mittheilungen 1875. No. 7 und 8.
Gedruckt und in Kommission bei E. S. Mittler und Sohn, Königl. Hofbuchhandlung, Kochstr. 69.
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Die deutsche Seewarte in Hamburg.
Die Zeiten, in welchen man der Pflege nautisch - meteorologischer und
hydrographischer Wissenschaft bei uns in Deutschland eine nur untergeordnete
Aufmerksamkeit zuwendete, oder dieselbe doch einzelnen Staaten und Institu-
tionen derselben überliess, gehören der Vergangenheit an.‘ Der Grundgedanke,
dass sich die Staatsregierung der gewissenhaften und strengen Pflege auch Alles
dessen anzunehmen>habe, was die Wissenschaft der Navigation, auch über die
Lehranstalten hinaus, zu fördern berufen ist, hat sich heute eine nahezu all-
gemeine Würdigung und Geltung erworben, wie sich dies in dem Bestreben aus-
spricht, Centralstellen für maritigeMeteorologie zu errichten, wo sie die
Verhältnisse erheischen und wo solchenoch nicht bestehen. Schon auf der im August
1872 in. Leipzig abgehakterfen. Meteorologen - Conferenz und noch in nach-
drucksamerer Weise auf dem Wiener Meteorologen-Congresse (1873) wurde
die Nothwendigkeit solcher Centralstellen betont und die einzelnen Abgeordneten
bei dem Congresse übernahmen die Verpflichtung, in ihren resp. Bezirken und
Ländern für deren Errichtung zu wirken. . Durch die Beschlüsse jenes Con-
gresses, der in der Geschichte der Entwickelung meteorologischer Forschung
von epochemachender Bedeutung ist, wurde auch noch in anderer Weise die
Errichtung von Centralstellen für maritime Meteorologie gefördert, indem diesel-
ben in ihren Zielen definirt wurden und in der Organisation meteorologischer Ein-
richtungen ihre Stelle angewiesen erhielten. Die Delegirten des Deutschen Reiches
bei dem Meteorologen-Congresse konnten denn auch in Folge jener Beschlüsse im
Oetober 1873 einen Bericht an das Reichskanzleramt über ihre in Wien ent-
wickelte Thätigkeit einreichen, dem ein motivirter Antrag auf die Organisation
meteorologischer Einrichtungen für das Deutsche Reich, worin die Errichtung
einer Centralstelle für maritime Meteorologie eine hervorragende Stelle einnahm,
beigegeben war. Sowohl im Reichskanzleramte, als auch. vorzugsweise in der
Kaiserlichen Admiralität, fand diese Eingabe, wenigstens sofern sich dieselbe
auf das maritime Institut bezog, eine ermuthigende Aufnahme, so dass alsbald
mit den Entwürfen zur Organisation vorgegangen werden konnte.