la
es anzurathen, einen Lootsen zu nehmen, weil derselbe den Strom besser kennt
und ausnutzen kann,
Etwa drei Seem. von dem Leuchtthurm (welcher an der Ostseite der
Einfahrt in 6°19‘20” Nord-Br. und 58°11‘30“ West-Lg. gelegen ist), liegen zwei
Tonnen, eine schwarze und eine weisse; dieselben bezeichnen die Grenze des
weichen Grundes, gleichsam die Fortsetzung des Flussbettes, während östlich
und westlich von diesen Bojen harter Sandgrund ist. —
Leider ist ganz Britisch Guyana wegen des flachen Wassers grossen
Schiffen nicht zugänglich, aber nicht so ungesund, als man es vielfach geschil-
dert hat. CGeorgetown ist seit vielen Jahren frei von jeder Epidemie gewesen,
trotz der Hitze, welche durch beständige frische Brisen gemildert wird. Die
Stadt selbst ist ganz ausserordentlich rein gehalten und überall von Canälen
durchzogen, deren Schleusen bei Niedrigwasser geöffnet werden und alle Un-
reinigkeiten abführen. Die Häuser an den sehr breiten Strassen sind alle von
Gärten umgeben und gewähren einen überaus schönen Anblick. Ganz George-
town und viele Meilen weit das umliegende Land liegen unter dem Meeres-
spiegel und müssen gegen die Fluth durch Deiche geschützt werden.
10. Verbesserungen im Hafen von Ensenada de Barragan. Rio de
la Plata. Nach Berichten des Commander C. R. Buckle R. N. von I Br.
M. S. „Cracker“, 1874, und des Commandanten des Französischen Kanonen-
bootes „Lamothe Piquet“, 1874, veröffentlicht die Britische Admiralität, in der
„Hydrographic Notice“ No. 3 Nachstehendes über den Hafen von Knsenada de
Barragan, in der Barragan-Bucht.
Eine Gesellschaft hat beschlossen, den Hafen von Ensenada (Doterel-reach)
so zu verbessern, dass grosse Schiffe in demselben zu jeder Zeit laden
und löschen können. Zu diesem Behufe wird die begonnene Eindeichung
des linken Ufers des Santiago-Flusses beendet und eine neue Kindeichung
des rechten Ufers, welches durch eine Brücke mit dem ersten verbunden
werden soll, in Angriff genommen werden. Ausserdem soll das Fahrwasser
des Santiago- Flusses so vertieft werden, dass Ensenada de Barragan und der
Santiago-Fluss die Seehäfen von Buenos-Aires werden. Am 9. Juli 1874 wurde
der Hafen von Ensenada als Nothhafen eröffnet. Zum Laden und Löschen der
Schiffe ist 3 Seem. westlich des Hafens, mithin ungefähr in der Mitte zwischen
ihm und der Spitze Lara, eine 1000 Met. lange Mole erbaut worden, dieselbe
hat den Namen „Punta Lara Pier“ erhalten. Am äusseren Ende der Mole sind
bei Niedrigwasser 4,3 Met. oder weicher Schlammgrund, aber starke südwest-
liche Winde lassen das Wasser bis zu 4.9 Met. Tiefe abnehmen. Da sich längs
der Mole 1.s2 Met. Wasser und weicher Schlammgrund befinden, so können
4.:s Met. tief gehende Schiffe ungeladen daselbst anlegen (s. No. 145 der
„Nachr. f. Seef.‘“ 1875). *)
Man beabsichtigt aber noch einen Wellenbrecher zum Schutz der Mole
zu erbauen. Die Rhede von Punta Lara befindet sich zwischen der gleich-
namigen Landspitze und der Mole, und hat Wassertiefe von 4.9 bis 5.5 Met.;
dieselbe gewährt Schiffen von mässigem Tiefgange einen guten Ankerplatz für
den Winter und ist gegen die grösstentheils an dieser Küste so gefährlichen
Winde von Ost oder Süd bis West geschützt. Nördliche Winde haben dem
Anschein nach wenig oder gar keinen Binfluss, da die See sich auf den ausser-
halb liegenden Bänken bricht. Schiffe mit 4 Met. Tiefgang können bei Niedrig-
wasser die Rhede anlaufen. Die Hafenzeit bei der Mole ist 12", die Fluthhöhe zur
Springzeit beträgt 1.5 bis 2.7 Met. und die Variation ist in diesem Jahr 9° 30’ Ost.
*) Eine nach Schluss der Redaetion hier eingetroffene Nachricht der „Hamburgischen
Börsenhalle“ 19530 vom 24, März d. J. enthält über den Hafen von Ensenada nachstehende
Notiz von Lloyd’s Agent in Buenos Aires unter dem 15, Februar: „Da es zu unserer Kunde ge-
kommen, dass viele von den Schiffen, welche an der Punta Lara Pier zu Ensenada gelöscht
haben, beträchtlichen Schaden gelitten, wie z. B. die englischen Barken „Avery“ und „Ceylon“,
50 halten wir es für angemessen, die Aufmerksamkeit des Schifffahrt treibenden Publikums auf
den obigen Umstand hinzulenken, und unterlassen wir nicht hinzuzufügen, dass nach Aussage
von Schiffseapitainen die obige Mole, namentlich bei NO- und NW-Winden, zu sehr exponirt
ist, um Schiffen zu gestatten, sicher an derselben zu liegen,“ A, d. R.