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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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die Aequatorial-Regionen zu durchschneiden und dass sie dies -auch mit Erfolg 
ausgeführt hat. ; 
Die Richtung der Meeresströmungen fand Capitain Knorr im Allgemeinen 
übereinstimmend mit der in den englischen Stromkarten angegebenen, In dem 
Gebiete zwischen 10° und 5° Nord. machte sich cin im Allgemeinen rw, NNW 
mit ‚0.5 Knoten Geschwindigkeit setzender Strom bemerklich, welcher an der 
Grenze des südlichen Aequatorial-Stromes westlicher wurde und sich. schliess- 
lich mit diesem vereinte. . Ferner fand Capitain Knorr in 31° West-Lg. zwi- 
schen 10° und 11° Süd-Br. einen mit einer Geschwindigkeit von 0.5 Knoten 
nach 0SO setzenden Strom, wobei die Oberflächentemperatur des Wassers gleich- 
zeitig um 2° C. niedriger als nördlich und südlich davon gemessen wurde, 
8. Ueber die Wind- und Strömungsverhältnisse zwischen Rio de 
Janeiro und Barbadoes, welche S. M. ‘Br. „Undine“ vom 6. November 
bis 11..Dezember v. J. vorfand, berichtete der Capitain - Lieutenant Köster, 
Commandant der „ Undine“; dass wegen.des starken Ost- und NO-Windes und 
um dem unter der Küste stark nach SW setzenden Strom zu entgehen, „Undine“ 
zunächst bis 29° Süd- Br. und 38° West- Lg. ging, von da aber ungefähr auf 
derselben Länge nördlichen Kurs einschlug. Trotz der starken Böen und dem 
fast ununterbrochenen Regen war der. Barometerstand hoch - zwischen. 769.5 
und 764.1 =®; die Temperatur war mässig und überschritt kaum 22° C, Am 
17. November in 26° Süd-Br. und 35° West - Lg. ging der Wind bei stark fal- 
lendem Barometer nach Nord und schliesslich. nach NNW, aus welcher Richtung 
er mehrere Stunden sehr hart und mit anhaltendem Regen wehte, Alsdann 
flaute der Wind ab und wechselte bis zum 21. November zwischen SO über Süd 
bis NW, nahm dabei an Stärke ab, bis er schliesslich beinahe ganz still wurde. In 
19° Süd-Br. und 32° Wost-Lg. setzte der ursprüngliche NO-Wind wieder ein und 
ging alsdann allmälig in den SO - Passat über. Am 30. November passirte S. 
M. Br. „Undine“ Cap St. Roque auf ca. 50 Seem. Abstand; der SO-Passat wehte 
in gleichmässiger Stärke bei klarem Wetter und hoher Temperatur (33°—35° 0.). 
Am 2, Dezember wurde ‘der Aequator in 43° West - Lg. geschnitten; SO- und 
NO-Passat wechselten fortan, bis letzterer die Oberhand gewann und bis. Bar- 
badoes in _gleichmässiger Stärke wehte, wo S. M. Br. „Undine“ am 11. Dezem- 
ber ‚eintraf, . , 
Während der Fahrt der „Undine“ ‚war meist eine Stromversetzung nach 
SW bemerkbar, welche, je näher an der brasilianischen Küste, desto stärker 
war. ‘Bis zum Cap St. Rogue stimmen die von der „Undine“ beobachteten 
Stromverhältnisse mit den Segelanweisungen und den‘ Maury’schen Stromkarten 
überein, dagegen weichen sie von diesen an der NO-Küste von Brasilien etwas 
ab. ‚Der Strom setzte an derselben anfänglich in der nur geringen Stärke von 
6 bis 21 Seem. in 24 Stunden und nahm erst vor dem Amazonenstrom an Stärke 
bedeutend zu, bis 46 Seem. den Tag, jedoch in mehr nördlicher Richtung, als 
in den Karten verzeichnet ist. In einer Entfernung von 130 Seem. von Barba- 
does setzte der Strom dagegen nach Süden mit einer Stärke von 19 Seem, den Tag. 
9. Die Einsegelung in den Demerara-Fluss in. Britisch Guyana ist 
van S. M, S. „Augusta“ im October v. J. näher untersucht worden. Trotzdem 
Augusta nicht bei der höchsten Fluth, sondern nur bei steigendem Wasser über 
die sogenannte Barre des Demerara-Flusses hinweg ging, fand sie als die ge- 
ringste Wassertiefe auf dieser Barre 5.2 Met. KEigentlich giebt es keine wirk- 
liche Barre, denn das Wasser nimmt allmälig und ganz gleichmässig an Tiefe 
ab und ist 5 bis 6 Seom. weit gleich tief; nur in dem Flusse: selbst findet man 
wieder tieferes Wasser. S. M. S. „Augusta“ ankerte im Flusse vor der Stadt 
Georgetown in 9.1 Met.; hier ist‘ ein Ankerplatz für Kriegsschiffe und Post- 
dampfer offen gehalten. Der Strom ist ganz ausserordentlich stark und wurde 
von der „Augusta“ zu 3—3'/2 Knoten laufend ermittelt; in der Regenzeit soll 
seine Geschwindigkeit noch grösser soin. — 
Das Landmachen. bei dem Demerara-Flusse ist. nicht schwer, da hier 
überall das Loth ein guter Führer ist und das Land stets in genügend tiefem 
Wasser in Sicht kömmt. . . 
Das Ein- und Aussegeln bietet ebenfalls keine Schwierigkeiten, doch ist
	        
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