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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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dig gefahrlos, als keine Untiefen irgend welcher Art sich vorfinden, ebensowenig 
unter Wasser gelegene Felsen, während das überall hohe Land ganz steil aus 
den Tiefen aufsteigt. Ausserdem ist reichliche Gelegenheit vorhanden, ge- 
schützte Ankerplätze zu finden,. wenn man des Nachts ankern will. Die grossen 
Postdampfer gehen oft mitten in der Nacht durch die.oft engen Strassen und 
durch das — allerdings nur scheinbar —' Labyrinth von Inseln. ; 
Die Ebbe- und Fluth-Strömung läuft ungefähr so, dass in der Mitte der 
Inlandsee die Strömungen aufeinanderstossen, so dass es bei zweckmässiger 
Benutzung dieses Umstandes möglich ist, zwei: in gleicher Richtung setzende 
Gezeiten hintereinander mitlaufend. zu haben. In der Simonoseki-Strasse zwi- 
schen Nipon und Kiusiw ist die Strömung sehr stark, an den schmalsten Stel- 
Jen nicht unter 5—6 Seem. die Stunde; bei Springfluth soll sie ‘sogar bis 
10 Seem. die Stunde laufen. ; 
4. Die Sendai Bucht, an der Ostküste von Nipon ist nach einem 
Berichte des Capitain H, C. St. John R. N., .an das Hydrographische Amt zu 
London (s. Hydrographie Notice 270 1874), welcher zugleich die „China Sea 
Cirectory“ Vol. IV. pag. 197, 198 vervollständigt, im Laufe des Jahres 1874 näher 
untersucht worden. Ve 
. Wenn man sich der Sendai Bucht nähert, so bildet der spitze bewaldete 
Gipfel der Insel Kingkasan, welcher 305 Met. hoch ist, eine gute Landmarke. 
Der Inselgruppe, welche in der NW-Ecke der Sendai Bucht liegt, sollte 
man sich nicht mehr, als auf 2 Seem. nähern, weil sich von derselben Riffe und 
Klippen bis zu einer beträchtlichen Entfernung erstrecken und sich daselbst 
kein Ankerplatz befindet, mit Ausnahme für kleine Fahrzeuge, die an der 
Westküste der Bucht einen solchen finden. ; . . 
Das Cap Amitschama wird durch die Ostspitze der Sendai Bucht ge- 
bildet und ist bis dicht an dasselbe tiefes Wasser, so dass Schiffe, welche 
dasselbe passiren bis auf 2 Kblg. heran gehen können. Zwischen -diesem Cap 
und der Insel Nagasima findet man 29 bis 35 Met, Wassertiefe, bei dem Nord- 
ende dieser Insel können die. grössten Schiffe in 22 bis 16 Met. Wassertiefe und 
Sandgrund ankern. 
__ Gegenüber des Nordendes der Insel Nagasima, an der Küste des Fest- 
landes, ist, eine halbe Seem. links, eine Bucht, in welcher in 13 bis 16 Met. 
Wassertiefe und Schlammgrund Schiffe gleichfalls geschützt zu Anker liegen 
können. Diese Bucht ist an dem sandigen weissen Strande, der.in der Um- 
gend von hier allein ist, und an einem kleinen bewaldeten Inselchen, welche 
bei der Nordspitze liegt, zu ‚erkennen. 
Diese beiden Ankerplätze bieten Schutz gegen Nord- wie Ost-Winde, 
aber bei Winden von Ost durch Süd bis NW steht eine hohe See daselbst. 
Die Insel Kingkasan ist steil aufsteigend und kann. dicht bei passirt 
werden, auch ist ein Fahrwasser zwischen derselben und dem Festlande. 
Die Insel Nagasami hat an ihrem südlichen Ende einen einzelnen Felsen, 
welcher trocken fällt. Derselbe liegt Ost 2 Kblg. von der Insel entfernt. 
_ Das Leuchtfeuer von Kitakami besteht aus einer Laterne, ähnlich den 
Topplaternen von: Schiffen‘ und befindet ‘sich vor der Stadt, wodurch‘ es 
schwierig von dem Lichte der Häuser oder Junken unterschieden werden kann. 
(Peilungen missweisend, Variation 3°20, West 1874.) 
5. Vulkanische Eruption auf der Insel Schiaschkotan (Kurilen- 
Gruppe). Die von dem hydrographischen Departement des Kaiserl. Russischen 
Marine-Ministeriums herausgegebenen Lootsen-Notizen vom October 1874 : ent- 
halten nachstehende beachtungswerthe Notiz über einen Ausbruch eines bis jetzt 
für erloschen gehaltenen Vulkans auf der zu der Kurilen-Gruppe gehörigen 
Insel Schiaschkotan. Dem Kaufmann Philipeus wurde bei seiner Ankunft im 
Monat Juni 1873 an der SW-Küste der zu den Kurilen gehörigen Insel Schiasch- 
kotan von den Bewohnern der auf der SW-Seite der Insel gelegenen Nieder- 
lassung die Mittheilung gemacht, dass. am 29. August 1872 ein Ausbruch des 
an der Nordseite derselben Insel gelegenen bereits erloschenen Vulkans. statt- 
gefunden habe. Aus einer grossen Spalte seien, dieser Mittheilung zufolge, 
Flammen ausgebrochen‘ und ein Lavastrom hätte das an der Nordseite der 
Insel befindliche. Nomadenlager verschüttet, wobei 15 Menschen umgekommen
	        
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