3f
baren Hauptströmung über Stag geht; dieselbe ist im Allgemeinen ungefähr
1% Seem. von der gegenüberliegenden Küste entfernt.
Bei Annäherung an die Spitze Kephez ist es wahrscheinlich, dass die
Strömung zu stark sein wird, als dass ein Schiff gegen ankreuzen kann, aber
wenn solches möglich ist, so muss ein Schiff in der Sari- Siglar Bucht, welche
der Kephez-Bucht vorzuziehen ist, da dieselbe einen bequemeren Ankerplatz be-
treffs des leichteren Bootverkehrs mit Chanak bietet, ankern. Zu Chanak so-
wohl wie in der Kephez-Bucht, als auch auf der europäischen Seite in Souandere
oder Avouzlar, kann man dann einen Schleppdampfer erhalten.
Bei Gegenwind ist es unmöglich, durch den engen Theil bis zur Spitze
Nagara durchzukreuzen und muss ein Schiff entweder einen Schleppdampfer an-
nehmen oder auf guten Wind, möglicherweise lange Zeit, warten; dabei müssen
Schiffe bereit sein, beim ersten Anzeichen günstigen Windes Anker aufzugehen,
da solcher zuweilen nur wenige Stunden anhält.
Häufig gehen die Schiffe durch den engen Theil der Strasse mit gün-
stigem Winde und kommen dann in Verlegenheit zurückzutreiben, in solchem
Falle ist es rathsam, wenn das Schiff überhaupt gut kreuzt, unter der asiati-
schen Küste einen Versuch zu machen; dabei müssen bis zur Spitze Nagara
aber ganz kurze Schläge gemacht werden, und sobald man sich bei derselben
befindet, muss man nach der Khelia-Bucht zu liegen und dann an der Seite,
bis man bei der Spitze Abydos hinweg biegen kann, kreuzen, da man dort
das in NO der Spitze befindliche Stillwasser erreicht.
Von der Ak-Bashi Bucht muss man mit einem Schlage nach der asiati-
schen Seite hinüberstehen und daselbst kurze Schläge bei der Tonne der Ay-
Jani und Moussa-Bänke machen. Hier kommt es häufig vor, dass Schiffe bei
dem Verlangen mehr Nutzen von der Gegenströmung zu erhalten, auf den
Bänken festkommen.
Wenn die Hauptströmung sehr stark ist, so muss man sich an der
asiatischen Seite bis Saltik-Liman-Burnu, eine weisse Felsspitze, halten, aber
wenn die Strömung nur leicht ist, so kommt es häufig vor, dass man dann
nichts gewinnt und sollten dann die Schiffe nach der europäischen Seite hin-
über stehen, welche man bis auf 1!/2 Kblg. Abstand ansegeln kann.
Zwischen Kodjauk-Burnu und der Gallipoli Bucht ist keine Gegenströ-
mung. Bei der Bergaz- Tonne müssen kurze Schläge gemacht werden; die Tonne
bei der Spitze Galata kennzeichnet keine Untiefe, sondern ist nur eine Marke
für die niedrige Küste.
An der asiatischen Seite darf man sich der Spitze Lampsaki, auf welcher
5 Windmühlen stehen, nicht innerhalb 1'/3 Kblg. Abstand nähern, und auf die
Landäspitze Tschardak Ova im NO muss man gut aufpassen, da dieselbe sehr
niedrig ist, aber sehr weit hervorspringt; bei dieser Spitze liegt eine Tonne.
In der Gallipoli- Bucht darf man sich nicht innerhalb 4 Kblg. Abstand der
Küste nähern.
Aus diesem Grunde ist es besser, ein Schiff kreuzt in diesem Theil
der Strasse an einer der Seiten, da die Strömung dort viel schwächer ist, als
in irgend einem andern Theil der Strasse.
Gegenüber von Gallipoli ist die Strömung wieder stärker und sollte des-
halb ein Schiff sich dicht an der europäischen Seite halten, wo sich keine Un-
tiefen bei 1 Kblg. Abstand befinden.
An der asiatischen Seite kann ein Schiff sich dicht längs der SW-Seite
der Tschardak Sandzunge halten, aber so bald es sich bis oberhalb des Leucht-
thurms von Tschardak aufgekreuzt hat, muss es kurze Schläge an dieser Küste
machen, um die gefährliche Zindjir Bozan Bank, für welche eine Anweisung
vorher schon gegeben ist, zu vermeiden.
Ein Schiff mit weniger als 4.5 Met. Tiefgang kann !/2 Seem. inner-
halb der nördlichen Tonne von Zindjir Bozan passiren, aber solches ist nicht
anzurathen, da die Strömung bei dieser Bank sehr stark ist.
Nachdem die Spitze Eski-Fanar passirt ist, darf ein Schiff nicht gleich
mit einem Schlage nach NW liegen, damit es nicht zu tief in die Bucht ein-
dringt, in welcher das Wasser bei 3'/2 Kblg. von Land ab sehr flach wird.
Bei starker Strömung thut man besser, sich in diesem Theil der Strasse an der
europäischen Seite zu halten.