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Full text: 44: System Nordsee - Zustand 2005 im Kontext langzeitlicher Entwicklungen

3.3 Seegang 
System Nordsee 
95 
Konfiguration der Nordsee aus, die nach Norden hin durch zunehmende Wassertiefen 
und eine weite Öffnung zum Nordatlantik wesentlich bestimmt ist. 
Die Winterverteilung zeichnete sich gegenüber derjenigen der Vorjahressaison durch 
deutlich höheren Seegang aus. Dieser Befund steht im Einklang mit einer Häufung 
von Stürmen und NW-Wetterlagen im Januar (vgl. Tab. 2-1,5.45 und Abb. 2-7,5.49). In 
den übrigen Jahreszeiten unterschieden sich die mittleren Wellenhöhen nur wenig von 
den Verhältnissen im Vorjahr. 
Die Dünung hatte in allen Jahreszeiten NW-liche Richtung, denn sie läuft zumeist aus 
dem Nordostatlantik heran. Im flacheren Wasser schwenkt sie infolge Refraktion auf 
die britische und dänische Küste zu. Die Richtung der Windsee stimmt generell mit der 
Windrichtung überein; demzufolge kam die Windsee im Jahr 2005 im Herbst aus SW 
und in den übrigen Jahreszeiten aus W bis NW (vgl. Abb. 2-8,5.52). 
Einen Eindruck von unter Sturmeinwirkung möglichen synoptischen Wellenhöhen bie 
tet Abb. 3-10. Im Verlauf des 20. Januar 2005 zog das Orkantief >lngo< bei leicht anstei 
gendem Kerndruck auf 970 hPa von der Norwegischen See nach Südschweden. In 
der Deutschen Bucht erreichten die WNW-Winde mittlere Geschwindigkeiten von etwa 
22 m/s (9 Btt), in Spitzenböen bis 35 m/s 1 . Verglichen mit gemessenen Wellenhöhen 
bei Helgoland (2.5 - 4.2 m) und Ekofisk (4 - 8 m) erwiesen sich die simulierten Wel 
lenhöhen zeitweilig als deutlich zu hoch (Abb. 3-10). Dennoch dürften in der nördlichen 
Nordsee und vor der Südwestküste Norwegens signifikante Wellenhöhen von über 
10 m aufgetreten sein. 
Jahresstatistiken der signifikanten Wellenhöhe sind für drei Positionen in Tab. 3-2 der 
WASA-Langzeitstatistik gegenübergestellt (Günther et al. 1997). Zur geographi 
schen Lage der ausgewählten Stationen in der südlichen, zentralen und nördlichen 
Nordsee vgl. Abb. 3-9, JFM-Quartal. Alle statistischen Maßzahlen für das Jahr 2005 la 
gen unter den klimatologischen Werten des WASA-Modells, jedoch - außer für die 
südliche Station - meist über denjenigen der ebenfalls sturmschwachen Jahre 2002 
bis 2004 (vgl. Abb. 2-16,5.68). Die jährlichen Maxima unterliegen als Einzelereignisse 
WAM-Model 
Euro@ 51N/1.5E 
MEAN p g0 MAX 
Ekofisk @ 56.5N/3.2E 
MEAN p g0 MAX 
Brent @ 61 N/1.5E 
MEAN P go MAX 
2002 
1.2 
2.4 
8.6 
1.9 
3.6 
13.2 
2.3 
3.9 
11.2 
2003 
1.0 
2.1 
5.9 
1.7 
3.3 
8.9 
2.3 
4.0 
8.5 
2004 
1.2 
2.5 
6.4 
1.9 
3.6 
7.8 
2.4 
4.3 
10.8 
2005 
1.2 
2.3 
6.1 
2.1 
3.9 
9.7 
2.7 
4.8 
12.8 
WASA-Model 
1955-1994 
1.2 
2.4 
6.5 
2.3 
4.1 
10.5 
3.2 
5.6 
12.9 
Tab. 3-2: Wellenhöhenstatistik (Modelldaten, alle Angaben in m). Das Zentil P 90 unterteilt die 
Menge der nach aufsteigendem Wert sortierten Wellenhöhen im Verhältnis 9:1. Zur Lage 
der Stationen s. Abb. 3-9, S. 94. 
Table 3-2: Wave height statistics (model data, all entries in m). The 90th percentile divides the 
waveheight distribution 9:1. For a location map cf. Fig. 3-9, p. 94. 
7. ln Cuxhaven-Steubenhöft führte >lngo< zu einem Hochwasserstand von 3.43 m über NN und 
damit der stärksten Sturmflut des Jahres 2005 (s. a. Abschnitt 3.4,S. 104).
	        
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