3 Meeresphysik
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System Nordsee
terbrochener Sequenzen o. a. >Runs< gleicher Länge der drei Zirkulationsformen er
gibt.
Runs mit einer Dauer von 8 Tagen und länger traten nur 2 (2004: 6) mal ein und waren
auf das C-Muster beschränkt. Der längste C-Run setzte Ende Oktober ein und dauerte
infolge einer persistenten SW-Wetterlage bis Mitte November an (s. 5. 50). Eine ähnlich
beständige (kaum unterbrochene) C-Phase erstreckte sich von der letzten Dezember-
Dekade des Vorjahres bis in die dritte Januarwoche. Ursache hierfür war eine Vielzahl
von Sturmtiefs, die in rascher Abfolge die Nordsee erreichten (Tab. 2-1,5.45).
Insgesamt 14(16) Runs dauerten länger als 4 Tage an und deckten 93 (112) Tage bzw.
25 % (31 %) des Jahres ab. Auf den sehr unbeständigen Zeitraum Juni bis Oktober
(Tab. 3-1,5.88) entfielen lediglich 3 dieser Runs. Unter 78 (72) Eintagsereignissen er
wies sich der V-Typ mit 39 (36) Ereignissen abermals als typische Übergangsform, zu
der auch die individuellen Richtungsmuster zählen. Eine Ausnahme bildeten recht be
ständige NW-Muster im März und April (Tab. 3-1,5.88), die als Folge gehäufter SE-Wet-
terlagen auftraten (Abb. 2-7,5.49).
Abb. 3-8: Verteilung der täglichen Zirkulationsmuster auf die Wetterlagen im Jahr 2005.
5chmale 5äulen enthalten die erwarteten Häufigkeiten bei Unabhängigkeit.
Fig. 3-8: Distribution ofdaily circulation patterns on weather types in 2005. Narrow columns
give expected frequencies for independence.
Abschließend erscheint eine Untersuchung der Abhängigkeit der Strömungsmuster
von der Wetterlage instruktiv. Dazu wurde die gemeinsame Häufigkeitsverteilung der
täglichen Strömungsformen und der reduzierten atmosphärischen Zirkulationstypen
(vgl. Abschnitt2.3.3,5.47) analysiert. Die Säulenhöhen in Abb. 3-8 geben die absoluten
Häufigkeiten der 6 Hauptwetterlagen im Jahr 2005 an, die farbigen Säulensegmente
die Häufigkeiten der 4 Hauptströmungsmuster unter den jeweiligen atmosphärischen
Bedingungen, d. h. die Anzahl der (insgesamt 24 möglichen) gemeinsamen Ereignis
se AC, AV, AA, ADIR, CC, CV, CA etc. Daneben sind als Segmente der schmalen Säu
len die theoretischen Häufigkeiten dargestellt, welche unter der Annahme berechnet
wurden, dass diese Ereignisse unabhängig voneinander eintreten. Die relativen Häu
figkeiten der verbundenen Ereignisse ergeben sich dann als Produkt der empirischen
Wahrscheinlichkeiten bzw. relativen Häufigkeiten der beteiligten Ereignisse.