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Volltext: 44: System Nordsee - Zustand 2005 im Kontext langzeitlicher Entwicklungen

4.3 Organische Stoffe 
System Nordsee 
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und auch nicht durch Adsorption an Schwebstoffe dem Wasser entzogen werden, ver 
halten sich wie Meersalz: »hydrodynamisch konservativ^ Diese gleichartige Verhal 
tensweise tritt in Streudiagrammen für Stoffkonzentration gegen Salzgehalt als lineare 
Mischungslinie in Erscheinung, während davon abweichende Verlaufsformen auf zu 
sätzliche Quellen und / oder Senken hinweisen. 
Eine explorative Zusammenhangsanalyse in Form derartiger Streudiagramme, die für 
10 wichtige polare Herbizide auf Basis der im Mai / Juni (Deutsche Bucht, Gauß #440) 
und August/September (Nordsee, Gauß #446) gewonnenen Daten durchgeführt 
wurde, lieferte deutliche Hinweise für das relativ konservative Verhalten dieser Stoff 
gruppe. Diese Analysen lassen sich zwar formal zu mittleren Korrelationskoeffizienten 
kondensieren, die für die Deutsche Bucht 0.91 und die Nordsee 0.65 betrugen; im 
Rahmen der Erörterung der HCH-Konzentrationen des Meerwassers wurde jedoch 
bereits gezeigt (Abschnitt b), 5. 183), dass lineare Zusammenhänge zum Salzgehalt 
meist nur in engen räumlichen Grenzen gelten, nämlich dort, wo im Wesentlichen eine 
Zweikomponentenmischung vorliegt. Solche Verhältnisse herrschen i. d. R. schon 
nicht im Seegebiet der Deutschen Bucht und erst recht nicht in der Nordsee als Gan 
zes, in der sich weitere unterscheidbare Quellen und Wassermassen mischen. Daher 
sind die o. a. »globalen« Korrelationskoeffizienten lediglich als Hinweis für grundsätz 
lich konservatives Stoffverhalten zu betrachten. 
Anhand der Regressionsanalyse für ß-HCH im Seegebiet Deutsche Bucht war de 
monstriert worden (vgl. Abb.4-21,S. 184), dass für sinnvolle Ergebnisse gewöhnlich 
eine Aufteilung des Datensatz erforderlich ist, die den besonderen ozeanographischen 
Gegebenheiten der Region Rechnung trägt. Eine entsprechende regionale Untertei 
lung in Elbe- und Rheinregime war beispielsweise auch im Fall von Diuron und Atrazin 
aufgrund unterschiedlicher Stoffquellstärken dieser Flüsse erfolgreich. Die gegenüber 
der Mischungsgeraden für Stationsdaten im Elbfahnenbereich steilere Orientierung 
der Mischungslinie für solche Daten aus der westlichen Deutschen Bucht zeigt dabei 
nicht nur an, dass Rhein/Maas/Schelde stärkere Quellen für Atrazin und Diuron dar 
stellen als die Elbe, sondern auch, dass das von Südwesten in die Deutsche Bucht 
einströmende Nordseewasser erheblich vorbelastet ist. Diese Belastungssituation un 
terscheidet sich deutlich von derjenigen für a- und ß-HCH, welche fast vollständig 
durch Stoffquellen in der südöstlichen Deutschen Bucht (Elbe) bestimmt ist (Abb. 4-21, 
S. 184). 
Die Notwendigkeit regionaler Stratifizierung für sachgerechte Korrelations- und Re 
gressionsergebnisse besteht auch für die Seegebiete des nördlichen (vgl. Abb. 4-38, 
S. 209', Stationen >53<, >46<, >45<, >33<, >29<, >Ente3<) und südlichen atlantischen Ein 
stroms (Stationen >904< bis >909<). Im August / September 2005 wurden hier bei ähn 
lichen Salzgehalten (um 35) für Atrazin relativ homogene Grundbelastungen von 
0.54 ng/L (NAE) und 0.85 ng/L (Kanal) festgestellt. Die individuellen Salzgehaltskor 
relationen von - 0.79 (NAE) und - 0.59 (Kanal) verschwinden (+ 0.23), wenn eine re 
gionale Stratifizierung der Daten unterbleibt. 
Auch das Ostseewasser ist meist als eigenständige Eintragsquelle identifizierbar. So 
ergibt sich etwa für die Diuronkonzentrationen zwischen Baltischem Ausstrom (Station 
>40<, 2.5 ng/L, s=29.1) und nördlichem atlantischen Einstrom (Station >45<, s=35.2) ein 
Gefälle von lediglich - 0.4 ng/L pro Einheitssalzgehalt (Abb. 4-39,5.210) und damit eine 
signifikant flachere Mischungsgerade als im Elberegime. 
Die vorstehende Diskussion macht deutlich, dass sich aufgrund der stoffspezifischen 
Eintragscharakteristika (unterschiedliche Quellen und Quellstärken), die zudem zeitli
	        
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