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Volltext : 44: System Nordsee - Zustand 2005 im Kontext langzeitlicher Entwicklungen

Meereschemie

System  Nordsee

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auf  die  Elbe  als  Belastungsquelle  hinweist.  Abweichend  von  den  übrigen  genannten
Elementen  kommt  Blei  auch  im  äußeren  Teil  der  Deutschen  Bucht  in  erhöhten  Konzentrationen ­
  vor.  Die  Gehalte  der  Elemente  Quecksilber,  Zink  und  Blei  liegen  im  gesamten ­
  Untersuchungsgebiet,  die  von  Cadmium  und  weniger  ausgeprägt  Kupfer  vor
allem  in  Küstennähe  oberhalb  der  Hintergrundintervalle.
Seit  Beginn  der  regelmäßigen  Überwachung  in  den  1970er  Jahren  sind  vor  allem  die
Quecksilber-,  Kupfer-,  Cadmium-  und  Nickelgehalte  in  der  Feinkornfraktion  des  Oberflächensediments ­
  zurückgegangen;  dieser  Trend  zeigt  sich  im  küstennahen  Bereich
besonders  deutlich.  Für  die  Zinkgehalte  lässt  sich  nur  hier  und  insbesondere  vor  der
niedersächsischen  Küste  eine  abnehmende  Tendenz  feststellen,  während  die  Bleigehalte ­
  im  gesamten  Untersuchungsgebiet  unregelmäßigen  Schwankungen  unterliegen. ­
  Eine  Sonderrolle  nimmt  das  ehemalige  Dünnsäureverklappungsgebiet  nordwestlich ­
  von  Helgoland  ein.  Hier  wurden  weiterhin  vor  allem  erhöhte  Eisen-  aber  auch
Zink-,  Blei-  und  Arsengehalte  gemessen.  Ein  rückläufiger  Trend  hat  hier  trotz  Beendigung ­
  der  Verklappungsaktivität  im  Jahr  1989  bislang  nicht  eingesetzt.
Abweichend  vom  Gesamtbild  wurde  in  jüngerer  Zeit  wieder  eine  stärkere  Sedimentbelastung ­
  durch  Quecksilber  aber  auch  Blei  und  Zink  im  Einflussbereich  der  Elbe  festgestellt. ­
  Unabhängig  von  diesen  seit  1999  beobachteten  Veränderungen  führte  die
Umlagerung  von  Sedimenten  aus  dem  Hamburger  Hafen  zur  Tonne  E3  zu  einer  regional ­
  begrenzten  Zunahme  der  Konzentrationen  von  vor  allem  Cadmium,  Kupfer,
Quecksilber  und  Zink  im  Oberflächensediment.
Radioaktive  Stoffe  (S.  231  ff.)
Die  Überwachung  war  im  Jahr  2005  auf  die  dosisrelevanten  Radionuklide  137 Cs,  90 Sr
und  die  Transurane  238 Pu,  ( 239+24 °)p u  U nd  241  Am  in  der  Deutschen  Bucht  fokussiert.
Die  Verteilungen  der  Aktivitätskonzentrationen  der  Radionuklide  wiesen  hier  nur  geringe ­
  räumliche  Unterschiede  auf.  Die  Konzentrationen  lagen  wenig  über  denen  im
Oberflächenwasser  des  Nordatlantiks,  die  auf  den  globalen  Fallout  atmosphärischer
Kernwaffentests  zurückzuführen  sind.  Die  gegenüber  dem  Küstenbereich  leicht  höheren ­
  Konzentrationen  von  137 Cs  im  westlichen  Seegebiet  sind  auf  resuspendiertes  Material ­
  aus  dem  hochbelasteten  Sediment  der  Irischen  See  zurückzuführen.
Die  effektive  Gesamtexposition  beträgt  in  Deutschland  durchschnittlich  4  mSv  pro  Jahr
und  Person,  wovon  die  Hälfte  auf  medizinische,  insbesondere  röntgendiagnostische
Maßnahmen  zurückzuführen  ist.  Die  Kontamination  der  Nordsee  durch  künstliche  Radionuklide ­
  trägt  zur  Strahlenexposition  der  Bevölkerung  nur  über  den  Expositionspfad
»Fisch-  oder  Meeresfrüchteverzehr«  bei.  Aus  einem  durchschnittlichen  Konsum  von
14  kg  im  Jahr  resultiert  eine  effektive  Dosis  von  maximal  0.2  ¡iSv/a,  die  deutlich  unter
der  laut  Strahlenschutzverordnung  »trivialen  Dosis<  (10  ¡iSv/a)  bleibt.  Da  sich  aus  der
Anreicherung  von  Radionukliden  in  der  Nahrungskette  kein  signifikanter  Dosisbeitrag
für  den  Menschen  ergibt,  dürfte  dies  auch  für  Flora  und  Fauna  der  Nordsee  zutreffen.
            
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