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Volltext: 44: System Nordsee - Zustand 2005 im Kontext langzeitlicher Entwicklungen

Zusammenfassungen 
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System Nordsee 
re halbierten. Sowohl für a-, als auch y-HCH liegen die Konzentrationen inzwischen 
weit unter 0.5 ng/L. Die Konzentrationen von a- und ß-HCH in der Elbe, die im Jahr 
2004 um das bis zu 10fache oberhalb langjähriger Mittelwerte gelegen hatten, sind im 
Berichtsjahr auf Normalniveau zurückgekehrt. Im von der Elbfahne beeinflussten See 
gebiet vor der nordfriesischen Küste ist der langfristige Abwärtstrend von a-HCH be 
reits um die Jahrtausendwende in eine Seitwärtsbewegung übergegangen. 
Die höchsten Schadstoffkonzentrationen werden in der Deutschen Bucht nicht mehr 
für klassische, lipophile Schadstoffe beobachtet, sondern für >moderne<, eher polare 
und persistente Pestizide. Aufgrund dieser Eigenschaften verhalten sich diese Stoffe 
relativ >konservativ<, so dass meist recht gute inverse Korrelationen zwischen Stoff 
konzentration und Salzgehalt gelten, welche die großen, in die südliche Nordsee ent 
wässernden Flüsse als Haupteintragsquellen ausweisen. Die Konzentrationen der po 
laren Pestizide unterlagen auch im Jahr 2005 recht starken jahreszeitlichen Schwan 
kungen; da regelmäßige Analysen erst seit dem Jahr 2000 durchgeführt werden, sind 
Zeittrends bislang nicht abschätzbar. 
Obwohl lipophile Schadstoffe im Sediment in ca. 10 4 - bis 10 6 -fach höheren Konzent 
rationen als im Meerwasser Vorkommen, lassen sich Quellenkorrelationen oder zeitli 
che Trends kaum feststellen. Die Konzentrationen aller untersuchten Verbindungen 
unterlagen im Sediment hohen Schwankungen, die sich auch bei Normalisierung der 
Konzentrationen auf organischen Kohlenstoff (TOC) nicht hinreichend reduzieren lie 
ßen, so dass - auch wegen des kurzen Überwachungszeitraums von nur 12 Jahren - 
robuste Trends nicht festgestellt werden konnten. 
Metalle (S. 217 ff.) 
Die räumlichen Konzentrationsverteilungen der Elemente Quecksilber, Cadmium, 
Blei, Kupfer und Zink zeigen im Oberflächenwasser der Deutschen Bucht ähnliche 
Muster. Die Gehalte nehmen von der Küste zur offenen See hin deutlich ab. Belas 
tungsschwerpunkte sind die innere Deutsche Bucht und das Elbeästuar, aber auch in 
den Mündungsgebieten von Weser und Ems wurden erhöhte Konzentrationen nach 
gewiesen. 
Die Konzentrationen der Elemente Cadmium, Blei und Zink im filtrierten Wasser und 
Quecksilber im unfiltrierten Wasser waren bis etwa 1990 rückläufig, stagnieren jedoch 
seither. Im Jahr 2005 lagen die im filtrierten Meerwasser der äußeren Deutschen 
Bucht gemessenen Cadmiumgehalte im Hintergrundbereich, die von Kupfer, Blei und 
Zink wenig darüber. In Küstennähe (30 < S < 32) wurden die Hintergrundwerte der 
Elemente Zink und Kupfer deutlich überschritten, während Blei- und Cadmiumgehalte 
auch hier innerhalb der Hintergrundintervalle blieben. Nach heutigem Kenntnisstand 
geht von den gemessenen Metallbelastungen des Meerwassers keine unmittelbare 
Gefahr für das marine Ökosystem aus. 
In regional begrenzten Gebieten der Deutschen Bucht waren einige Elemente im 
Oberflächensediment immer noch deutlich über den Hintergrundkonzentrationen an 
gereichert, obwohl der Eintrag von Schwermetallen durch verbesserte Abgas- und Ab 
wasserreinigung und Optimierung von Produktionsprozessen abgenommen hat. Die 
Metallfrachten der Flüsse werden vorzugsweise im küstennahen Sediment angerei 
chert. Vor allem die Gehalte der Elemente Quecksilber, Silber, Zink, Cadmium, Blei 
und Kupfer zeigen eine entsprechende räumliche Struktur mit deutlich erhöhten Ge 
halten in Küstennähe und abnehmenden Gradienten zur offenen See hin. Silber und 
Quecksilber sind entlang der nordfriesischen Küste besonders stark angereichert, was
	        
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