Zusammenfassungen
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System Nordsee
re halbierten. Sowohl für a-, als auch y-HCH liegen die Konzentrationen inzwischen
weit unter 0.5 ng/L. Die Konzentrationen von a- und ß-HCH in der Elbe, die im Jahr
2004 um das bis zu 10fache oberhalb langjähriger Mittelwerte gelegen hatten, sind im
Berichtsjahr auf Normalniveau zurückgekehrt. Im von der Elbfahne beeinflussten See
gebiet vor der nordfriesischen Küste ist der langfristige Abwärtstrend von a-HCH be
reits um die Jahrtausendwende in eine Seitwärtsbewegung übergegangen.
Die höchsten Schadstoffkonzentrationen werden in der Deutschen Bucht nicht mehr
für klassische, lipophile Schadstoffe beobachtet, sondern für >moderne<, eher polare
und persistente Pestizide. Aufgrund dieser Eigenschaften verhalten sich diese Stoffe
relativ >konservativ<, so dass meist recht gute inverse Korrelationen zwischen Stoff
konzentration und Salzgehalt gelten, welche die großen, in die südliche Nordsee ent
wässernden Flüsse als Haupteintragsquellen ausweisen. Die Konzentrationen der po
laren Pestizide unterlagen auch im Jahr 2005 recht starken jahreszeitlichen Schwan
kungen; da regelmäßige Analysen erst seit dem Jahr 2000 durchgeführt werden, sind
Zeittrends bislang nicht abschätzbar.
Obwohl lipophile Schadstoffe im Sediment in ca. 10 4 - bis 10 6 -fach höheren Konzent
rationen als im Meerwasser Vorkommen, lassen sich Quellenkorrelationen oder zeitli
che Trends kaum feststellen. Die Konzentrationen aller untersuchten Verbindungen
unterlagen im Sediment hohen Schwankungen, die sich auch bei Normalisierung der
Konzentrationen auf organischen Kohlenstoff (TOC) nicht hinreichend reduzieren lie
ßen, so dass - auch wegen des kurzen Überwachungszeitraums von nur 12 Jahren -
robuste Trends nicht festgestellt werden konnten.
Metalle (S. 217 ff.)
Die räumlichen Konzentrationsverteilungen der Elemente Quecksilber, Cadmium,
Blei, Kupfer und Zink zeigen im Oberflächenwasser der Deutschen Bucht ähnliche
Muster. Die Gehalte nehmen von der Küste zur offenen See hin deutlich ab. Belas
tungsschwerpunkte sind die innere Deutsche Bucht und das Elbeästuar, aber auch in
den Mündungsgebieten von Weser und Ems wurden erhöhte Konzentrationen nach
gewiesen.
Die Konzentrationen der Elemente Cadmium, Blei und Zink im filtrierten Wasser und
Quecksilber im unfiltrierten Wasser waren bis etwa 1990 rückläufig, stagnieren jedoch
seither. Im Jahr 2005 lagen die im filtrierten Meerwasser der äußeren Deutschen
Bucht gemessenen Cadmiumgehalte im Hintergrundbereich, die von Kupfer, Blei und
Zink wenig darüber. In Küstennähe (30 < S < 32) wurden die Hintergrundwerte der
Elemente Zink und Kupfer deutlich überschritten, während Blei- und Cadmiumgehalte
auch hier innerhalb der Hintergrundintervalle blieben. Nach heutigem Kenntnisstand
geht von den gemessenen Metallbelastungen des Meerwassers keine unmittelbare
Gefahr für das marine Ökosystem aus.
In regional begrenzten Gebieten der Deutschen Bucht waren einige Elemente im
Oberflächensediment immer noch deutlich über den Hintergrundkonzentrationen an
gereichert, obwohl der Eintrag von Schwermetallen durch verbesserte Abgas- und Ab
wasserreinigung und Optimierung von Produktionsprozessen abgenommen hat. Die
Metallfrachten der Flüsse werden vorzugsweise im küstennahen Sediment angerei
chert. Vor allem die Gehalte der Elemente Quecksilber, Silber, Zink, Cadmium, Blei
und Kupfer zeigen eine entsprechende räumliche Struktur mit deutlich erhöhten Ge
halten in Küstennähe und abnehmenden Gradienten zur offenen See hin. Silber und
Quecksilber sind entlang der nordfriesischen Küste besonders stark angereichert, was