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Full text: 44: System Nordsee - Zustand 2005 im Kontext langzeitlicher Entwicklungen

Meereschemie 
System Nordsee 
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Verbindungen zeigten eine nach wie vor erhebliche Nährstoffbelastung an. Die durch 
industrielle und landwirtschaftliche Aktivitäten wenig beeinflussten Silikatkonzentratio 
nen lagen im Bereich natürlicher Schwankungen. 
Das stabil geschichtete Nordseewasser zeichnete sich im Sommer 2005 durch eine 
nährstoffarme Deckschicht aus, in der die Nährsalze, besonders Nitrat, das Algen 
wachstum limitierten. Chlorophyllmaxima befanden sich meistens im Bereich der 
Thermokline, da hier noch ausreichend Licht und Nährstoffe aus dem Bodenwasser 
für das Algenwachstum zur Verfügung standen. Insgesamt blieben die Chlorophyll 
konzentrationen hinter denen der Vorjahressaison zurück. 
Die Sauerstoffsättigung im Bodenwasser variierte meist zwischen 80 und 100 % und 
war ähnlich ausgeglichen wie im Sommer 2004. Die stärksten Untersättigungen traten 
abermals in der östlichen Nordsee auf, wo sie 80 % unterschritten und örtlich bis auf 
67 % abfielen. 
Durch die Nährsalzlimitierung wird die Produktion von Biomasse kontrolliert, die be 
sonders im Küstenwasser durch Nährstoffeinträge hoch blieb. Beispielsweise über 
schritten in den Abflussfahnen der Flüsse in der Deutschen Bucht die Nitratkonzentra 
tionen 1 ¡imol/L. Die Limitierung spiegelte sich auch in der Zusammensetzung der 
partikulären Stoffe (C:N Verhältnisse) wider. Der sommerliche Nährsalzverbrauch wird 
zum großen Teil durch die Produktion gelöster organischer Stickstoff- und Phosphor 
verbindungen kompensiert, welche dann die in der Wassersäule vorhandenen N- und 
P-Verbindungen dominieren können. 
Organische Stoffe (S. 177 ff.) 
Erwartungsgemäß ergaben sich auch im Jahr 2005 für die verschiedenen organi 
schen Schadstoffe unterschiedliche räumliche Verteilungen und zeitliche Tendenzen. 
Dabei lassen sich die Konzentrationen des Meerwassers z. Zt. besser bewerten als 
die des Sediments. Für die meisten Schadstoffe ist die Elbe die Haupteintragsquelle 
für die Deutsche Bucht. Generell nehmen die Schadstoffgehalte mehr oder minder 
schnell von der Küste zur offenen See hin ab. 
Außerhalb der Elbfahne sind die Konzentrationen von unpolaren Schadstoffen ge 
wöhnlich sehr niedrig. Ein starker Konzentrationsabfall von der Küste zur offenen See 
zeichnete deshalb die räumlichen Verteilungen sowohl der sehr lipophilen chlorierten 
Kohlenwasserstoffe HCB, PCB und DDT, als auch der hochkondensierten PAK aus. 
Dabei waren die Konzentrationen stark von den Schwebstoffgehalten der Proben ab 
hängig. 
Für die PCB- und DDT-Verbindungen der Chlorkohlenwasserstoffe wurden die Nach 
weisgrenzen erniedrigt, so dass sie inzwischen auch in der äußeren Deutschen Bucht 
in sehr geringen Konzentrationen nachweisbar waren. Die PAK-Gehalte des Meer 
wassers liegen im Wertebereich der vorangegangenen Jahre; ein zeitlicher Trend ist 
bisher nicht erkennbar. 
Für die meisten Chlorkohlenwasserstoffe lassen sich aufgrund hoher Konzentrations 
schwankungen im Meerwasser und kurzer Beobachtungszeiten keine robusten 
Trends angeben. Die Konzentrationen der Hexachlorcyclohexan-Isomere a- und y- 
HCH sind hingegen im Zeitraum 1989-2005 exponentiell zurückgegangen. Die Ge 
halte an a-HCH halbierten sich in der Deutschen Bucht alle 4 Jahre. Die y-HCH-Ge- 
halte hingegen gingen zunächst bis etwa 1998 ortsabhängig um nur 5-35 % zurück, 
während sie sich im anschließenden Zeitabschnitt im Überwachungsgebiet alle 2 Jah
	        
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