accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 44: System Nordsee - Zustand 2005 im Kontext langzeitlicher Entwicklungen

4 Meereschemie 
166 
System Nordsee 
4.2.4.1 Nährstoffe 
Infolge des starken Sturmaufkommens im Januar 2005 (Tab. 2-1, S. 45) und des recht 
stationären Einstroms über den NW-Rand der Nordsee in den Sommermonaten 
(Abb. 3-3,5.85) konnte salzreiches Atlantikwasser bis in die südliche Nordsee Vordrin 
gen. Dieser Umstand spiegelte sich in hohen Nährstoffgehalten des Bodenwassers. 
Die ungewöhnlich starke Westausdehnung des salzarmen Norwegischen Küsten 
stroms (Abb. 3-30,5.136) bedingte relativ hohe Nitrat- und Silikatkonzentrationen des 
Oberflächenwassers der nordöstlichen Seegebiete. Die Nährstoffgehalte außerhalb 
der kontinentalen Küste wurden durch hohe Frachten der Nordseezuflüsse geprägt. 
Die Nährstoffe im Oberflächenwasser der zentralen Nordsee waren der Jahreszeit ent 
sprechend vom Phytoplankton weitestgehend aufgebraucht. Der Nitratgehalt war in 
nerhalb der Deckschicht meist unter 0.15 ¡imol/L gesunken; lediglich in der Deutschen 
Bucht wurden in den Flussfahnen Konzentrationen von 1.0 ¡imol/L überschritten 
(Abb. 4-8). In der nördlichen Nordsee wurden im Bodenwasser infolge des starken at 
lantischen Einstroms ähnlich hohe Nitratgehalte angetroffen wie im Sommer 2004. Die 
Nitratgehalte der Deckschicht fielen hier aufgrund der vergleichsweise schwach aus 
geprägten Thermokline etwas höher aus als in der Vorjahressaison. 
Abb. 4-8: Nitratkonzentration (jumoi/L) im Oberflächen- und Bodenwasser der Nordsee im 
Sommer 2005; log 2 -Farbskala beachten. 
Fig. 4-8: Nitrate concentration (/jmol/L) in near-surface and -bottom water of the North Sea in 
summer2005 (note log 2 color scale). 
Phosphat war im Oberflächenwasser der zentralen und nördlichen Nordsee bis unter 
0.05 ¡imol/L abgebaut, erreichte aber in der flachen südlichen Nordsee bereits wieder 
Gehalte über 0.1 ¡imol/L, denn remineralisiertes Phosphat aus dem Bodenwasser 
wurde hier durch vertikale Vermischung nachgeliefert (Abb. 4-9). 
Die Silikatkonzentrationen der zentralen Nordsee lagen in der Deckschicht meist unter 
0.8 ¡imol/L, während die Gehalte des Bodenwassers im Norden zwischen 4 und 
6 ¡imol/L variierten (Abb. 4-10, S. 167). Der Abbau- und Freisetzungsprozess von Silikat 
aus sedimentierten Kieselalgen der Frühjahrsplanktonblüte war in diesem Jahr auf 
grund der vergleichsweise niedrigen Wassertemperaturen noch in vollem Gang. Im
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.